(de) Germany, Die Plattform: "Die Verbindungen stärken": Bericht vom Besuch auf dem Sommercamp der UCL (ca, en, it, pt, tr)[maschinelle Übersetzung]

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Di Sep 26 07:16:31 CEST 2023


Vom 13. bis 20. August hat in der südfranzösischen Region Aveyron das 
diesjährige Sommercamp unserer Schwesterorganisation Union communiste 
libertaire (UCL) stattgefunden. Mitglieder und Sympathisant:innen aus 
allen Teilen Frankreichs nahmen an der Veranstaltung teil. Nachdem 
bereits im vergangenen Jahr ein Genosse der Plattform das Camp besucht 
hatte, war in diesem Jahr sogar eine kleine Delegation der Plattform vor 
Ort, um einen Einblick in die Arbeit der Genoss:innen zu bekommen und 
die Verbindungen zwischen unseren Organisationen zu stärken. Es folgt 
der Bericht der Delegation:
"Wie in den Jahren zuvor gab es auch in diesem Jahr ein vielfältiges 
inhaltliches Programm. Jeden Tag gab es gleich mehrere Workshops, 
Vorträge oder Diskussionsrunden zu unterschiedlichen sozialen Kämpfen 
und Fragen der Organisation. Ein Fokus in den ersten Tagen lag dabei auf 
der Auseinandersetzung mit der kurdischen Freiheitsbewegung. So 
lauschten die Anwesenden den Ausführungen eines Genossen von der 
Akademie der Demokratischen Moderne über die aktuelle Lage in Rojava und 
den Erklärungen einer Genossin zur Theorie der Jineologie. Wie in den 
Vorjahren lag ein weiterer Schwerpunkt des Camps auf betrieblicher und 
gewerkschaftlicher Arbeit. In verschiedenen Veranstaltungen wurden zum 
Beispiel Einschätzungen zur Bewegung gegen die Rentenreform ausgetauscht 
und die Ergebnisse des letzten Kongresses der Gewerkschaft CGT 
erläutert. Genoss:innen, die in den Gewerkschaftsbünden CGT und 
Solidaires aktiv sind, diskutierten über den Zustand ihrer Organisationen.

Aber auch viele andere Themen fanden statt: So kamen Aktive aus der 
Umweltbewegung und der antifaschistischen Bewegung zur Sprache, 
Genoss:innen aus den internen Komitees der UCL hielten die von ihnen 
erarbeiteten föderationsweiten Fortbildungen zu Queerfeindlichkeit und 
Rassismus und das internationale Sekretariat widmete sich in einer 
Veranstaltung der aktuellen Lage des französischen Imperialismus. Wir 
als Delegation ergänzten diese Veranstaltung mit einem knappen Vortrag 
zu Geschichte und Aktualität des deutschen Imperialismus. Bei einer 
eigenen Veranstaltung auf dem Camp hatten wir die Möglichkeit, mit 
französischen Genoss:innen über die aktuelle innenpolitische Lage in 
Deutschland zu sprechen und konnten eine Vielzahl von Fragen dazu 
beantworten. Besonders gefreut haben wir uns über den herzlichen 
Zuspruch der Genoss:innen für unseren eigenen weiteren Organisationsaufbau.

Die Woche des Zusammenseins soll aber nicht nur der Bildung dienen. Sie 
ist auch ein Ort zur kollektiven Erholung, zum Kräfte sammeln für das 
nächste Jahr des politischen Kampfes und zum Verbindungen knüpfen mit 
Genoss:innen aus anderen Teilen des Landes. Deshalb gab es neben 
Sportangeboten am Morgen in den Abendstunden abwechslungsreiche 
Freizeitangebote. Von revolutionärer Karaoke, Tanz und Spieleabenden bis 
hin zu einem Pubquiz, das deutsche und französische Genoss:innen 
gemeinsam organisierten.

Das Camp der UCL zeichnet sich gegenüber vielen politischen Camps, die 
wir hier in Deutschland kennenlernen durften, dadurch aus, dass es ein 
außergewöhnlich hohes Maß an Selbstverwaltung gibt. Vom 
Bildungsprogramm, zu den Freizeitangeboten und reproduktiven Aufgaben, 
organisieren die Teilnehmenden alles selbst. Für jeden Aufgabenbereich 
werden Verantwortliche benannt, die wiederum als Ansprechpersonen dienen 
für die Genoss:innen, die sich in die Schichten einteilen. Jeden Abend 
findet eine Generalversammlung aller Teilnehmenden statt. So gelang es, 
die anfallenden Arbeiten gemeinschaftlich und solidarisch zu bewältigen.

Alles in allem war es auch in diesem Jahr wieder eine unglaublich schöne 
und wichtige Erfahrung, auf dem Camp zu sein. Der intensive inhaltliche 
Austausch, der herzliche Empfang durch unsere Genoss:innen und das 
solidarische Zusammenleben auf dem Camp - und das alles inmitten der 
Natur, weit abseits des Trubels und des Lärms unserer Städte. Zu sehen, 
wie sich unsere Schwesterorganisation in Frankreich immer weiter aufbaut 
und eine relevante Rolle in den aktuellen Klassenauseinandersetzungen 
spielt, gibt uns Kraft. Zu sehen, wie sich eine neue Generation an 
libertären Revolutionär:innen herausbildet, die den Klassenkampf im 
Herzen trägt, gibt uns Hoffnung. Und zu sehen, wie sich die Verbindungen 
zwischen unseren Organisationen, die wir vor nun bald fünf Jahren mit 
unserer Gründung aufgenommen haben, immer weiter verstärken, gibt uns 
Zuversicht. Für den Aufbau einer starken anarchistischen Organisation 
hier in der BRD und für die Schaffung einer neuen anarchistischen 
Internationale."

Auch in den kommenden Monaten und Jahren werden wir die Zusammenarbeit 
mit unseren Genoss:innen in Frankreich und anderswo weiter 
intensivieren. In der aktuellen Phase erscheint es uns besonders 
wichtig, Informationen aus der libertären Bewegung und den 
Klassenkämpfen vor Ort zu verbreiten. Deshalb werden wir in den 
kommenden Wochen zwei Interviews auf anarchismus.de veröffentlichen, die 
wir auf dem Camp mit Genoss:innen geführt haben.

Seid gespannt.

https://www.dieplattform.org/2023/09/13/die-verbindungen-staerken-bericht-vom-besuch-auf-dem-sommercamp-der-ucl/


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