(de) Anarchistische Gruppe Dortmund: Filmvorführung: Fall Ella

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Do Sep 30 15:14:52 CEST 2021


Es war ein abschreckendes Urteil nach einer langen Untersuchungshaft: Die immer 
noch "unbekannte Person Nr. 1" wurde vom Amtsgericht Alsfeld zu zwei Jahren und 
drei Monaten Haft verurteilt. Das dramatische Gerichtsverfahren basierte dabei 
komplett auf Erfindungen. Mehrere SEK-Polizisten tischten eine frei erfundene 
Story zu den Abläufen bei der Räumung der Waldbesetzung gegen die A49 im Herbst 
2020 auf. Sie phantasierten von Fußtritten und Kniestößen, Lebensgefahr, 
Todesangst und Verletzungen. Geschwärzte Atteste mit gar nicht zum Tattag 
passenden Daten wurden als Beweise akzeptiert, Widersprüche zwischen Aussagen am 
Tag selbst und den konstruierten Vorwürfen Tage oder Wochen später zu 
Missverständnissen umetikettiert. Es war völlig klar: Mit "Ella", die wie 
unbekannte Person (UP1) genannt wird, war ein Zufallsopfer gefunden, um die ganze 
Bewegung zu diskreditieren und abzuschrecken. Offenbar war den Lobbyist:innen 
einer Weiter-so-Autogesellschaft und der autoritär-politischen Justiz ein Schlag 
gegen Verkehrswende-Aktive wichtig, da diese durch die Besetzung des Dannenröder 
Waldes deutlich gestärkt wurden. Der Alsfelder Richter Süß machte sich zum 
Handlanger und willigen Vollstrecker. Paradox: Er schwächte die Verteidigung von 
Ella durch die Ablehnung von zwei der drei vorgesehenen Verteidiger:innen mit dem 
absurden Argument, diese seien kritisch gegenüber dem Autobahnbau eingestellt. Er 
selbst gehört einer Partei an, die auf regionaler und überregionaler Ebene offen 
für den Autobahnbau eintritt - doch für ihn galt die erfundene Regel politischer 
Neutralität nicht.

Am 1. Oktober 2021 wird an vielen Orten der Film zum gesamten "Fall Ella" 
uraufgeführt. Mit Hilfe der vorhandenen Videos und weiteren Erklärungen zeigt er, 
wie alles abgelaufen ist und warum Anklage, Haftgründe und
die gesamte Beschuldigungsstory eine Lüge sind.
Neben vielen anderen Städten soll der Film auch in Dortmund gezeigt werden, 
deshalb laden wir Euch ganz herzlich für den 01.10. ab 19 Uhr ins Black Pigeon 
(Scharnhorstraße 50) ein. Ab 18 Uhr gibt es zudem die Möglichkeit, im Black 
Pigeon Briefe an Ella und weitere gefangene Menschen zu schreiben. Die gesamte 
Liste der Termine und Orte der Filmvorführung finden sich unter: ella.siehe.website

https://agdo.blackblogs.org/2021/09/22/filmvorfuehrung-fall-ella/


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