(de) die plattform: Erlebnisbericht aus dem Gefahrengebiet Möllerbrücke,20. September 2021 (ca, en, it, fr, pt)[maschinelle Übersetzung]

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Mo Sep 27 07:48:01 CEST 2021


Uns wurde über den Bulleneinsatzauf der Möllerbrücke in der Nacht von Freitag auf 
Samstag folgender Erlebnisbericht zugesendet: ----- Am Samstag Abend gegen ein 
Uhr mussten unsere Held:innen in Uniform einmal mehr alles aufbieten, um Recht 
und Ordnung in Dortmund zu schützen. Tatort war diesmal die Möllerbrücke in 
Dortmund, wo etwa 150 ihren wohlverdienten Freitag Abend ausklingen lassen 
wollten.Es ging los, als ganze zwei Böller auf der Brücke gezündet wurden. Da 
musste die heldenhafte Polizei das erste Mal heraneilen, um die Sicherheit 
gewährleisten zu können. Nachdem die Bullen fachmännisch durch ca. zehnfaches 
langsames Vorüberfahren eines Streifenwagens und zwei Wannen das 
Gefahrenptotential errechnet hatten, kam ein erster Kontaktversuch. Dieser wurde 
kurzfristig abgebrochen, nachdem eine Flasche in die Nähe der Bullen flog. Es 
wurde schnell evakuiert und der Rückwärtsgang eingelegt. Eine weitere Flasche 
flog und zerplatze auf der Bullenwanne als Abschiedsgruß.Etwa eine Stunde später 
wurde dann direkt eine voll behelmte - mit Knüppeln und Pfefferspray ausgerüstete 
- Hundertschaft, inklusive Hunden ohne Maulkorb, heranbeordert, um der Gefahr 
Herr zu werden. Diese vielleicht 70 Bullen stürmten dann recht unangekündigt die 
Brücke, nachdem sie vorher knapp 15 Minuten noch etwa 30 Meter entfernt die 
Gefahr beobachtet hatten. Sofort wurde alles weggepfeffert und weggeknüppelt, das 
nicht schnell genug von der Brücke hinuntergegangen war. Es wurde recht schnell 
vorgerückt. Die eins bis zwei Flaschen, die als Antwort auf die Bullen flogen, 
sorgten dafür, dass noch ein paar mehr junge Menschen, die nichts gemacht haben, 
außer dass sie auf der Möllerbrücke feierten, aus nächster Nähe Pfefferspray in 
die Augen gesprüht bekamen. Stellenweise auch schon mehrere Meter hinter der 
Möllerbrücke, dem eigentlichen Hochrisikogebiet, das die Held*innen sichern 
sollten. Die Menge wurde schließlich um die 200 Meter hinter die Möllerbrücke 
vertrieben.Natürlich gab es auch das übliche Geplänkel, so zum Beispiel dass die 
Bullen in filmende Handys mit ihren Taschenlampen leuchteten, um das Filmen zu 
verhindern.

Was uns dann nach diesem Erlebnisbericht noch zu sagen bleibt: Nachdem mit dem 
Umschlagplatz am Hafen bereits ein öffentlicher Platz, an dem sich viele Leute 
getroffen haben, in eine nicht zugängliche Baustelle verwandelt wurde, soll mit 
der Möllerbrücke gleich der nächste Platz zum abendlichen und unkommerziellen 
Abhängen nach und nach verunmöglicht und "befriedet" werden. Wohin die ganzen 
Leute, die sich die teure Gastro nicht leisten können oder wollen, alle sollen 
bleibt unklar. Und die Stadt zeigt einmal mehr, dass sie dieser Unklarheit und 
dem berechtigten Frust, der sich regelmäßig auf den Straßen unserer Stadt 
entlädt, lieber mit der Gewalt behelmter Polizist:innen statt mit echten Lösungen 
begegnet. Unsere Forderungen bleibt derweil klar: Wir brauchen keine befriedeten 
und durchkommerzialisierten Viertel, in denen es nur Angebote für Gutverdienende 
gibt. Wir weise die weitere Militarisierung - insbesondere der armen 
Nachbarschaften - unserer Stadt zurück. Wir brauchen eine Stadt, die wir von 
unten selbst gestalten, aus unseren Nachbarschaften heraus. Wir brauchen gut 
vernetzte Nachbarschaftsstrukturen, die eine Alternative zur staatlichen Gewalt 
bieten können.

Für eine Stadt für alle!

https://ruhr.dieplattform.org/2021/09/20/erlebnisbericht-aus-dem-gefahrengebiet-moellerbruecke/


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