(de) Bio aber nicht fair - FAU Magdeburg erneut erfolgreich im Konflikt mit der BIOlounge GmbH

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So Sep 26 11:26:13 CEST 2021


Die Freie Arbeiter:innen Union Magdeburg (FAU) war erneut im Arbeitskonflikt mit 
der BIOlounge GmbH erfolgreich, nachdem das Unternehmen die gesetzlichen 
Mindeststandards nicht eingehalten hatte. Die Gewerkschaft vertrat drei 
studentische Angestellte eines Bioladens am Hasselbachplatz, die dort auf 
Minijob-Basis angestellt waren. Das Unternehmen zahlte den geforderten Betrag von 
knapp 7.500 Euro vollumfänglich. ---- Zum wiederholten Male stand die BIOlounge 
GmbH, Betreiber von zwei Bioläden in Magdeburg, im Zentrum gewerkschaftlicher 
Intervention. Die drei Angestellten des Bioladens, die zugleich Mitglieder der 
FAU sind, wandten sich Mitte Juli an das Team der gewerkschaftlichen 
Sprechstunde, nachdem ihnen das Unternehmen nach mehrmaligem Nachfragen die 
geleisteten Überstunden nicht ausbezahlte. In der gewerkschaftlichen Beratung 
offenbarten sich weitere gravierende Mängel unter Missachtung der 
arbeitsrechtlichen Mindeststandards. Die geforderte und nun ausgezahlte Summe 
setzt sich neben den Überstunden aus Urlaubsabgeltung und nicht ausbezahlten 
Löhnen zusammen. So sind die Angestellten wöchentlich für weniger Stunden 
eingeteilt wurden, als ihnen der Arbeitsvertrag zusicherte. Daraus ergab sich 
eine Gesamtsumme von 7.488,06 Euro, aufgeteilt auf die drei Angestellten. "Wenn 
ich bedenke, was mir da für eine Summe vorenthalten wurde, macht mich das schon 
wütend. Ich meine, ich war nur auf Minijob-Basis angestellt und musste mich mit 
diesem wenigen Geld neben dem Studium finanzieren. Umso glücklicher bin ich aber, 
dass ich zusammen mit meiner Gewerkschaft dieser Ungerechtigkeit etwas 
entgegensetzen konnte!", sagt L., eine der Betroffenen, zusammenfassend.

Ein Forderungsschreiben, dass die drei Angestellten in ihrem Namen noch vor der 
gewerkschaftlichen Intervention an die Unternehmensleitung gerichtet hatten, 
quittierte die Leitung noch mit verhaltensbedingten Kündigungen und der Androhung 
einer Anzeige wegen angeblicher Falschaussage. Erst das Schreiben der 
Gewerkschaft, welches die Kündigungen zurückwies und die Forderungen der 
Kolleg:innen untermauerte, und ein anschließendes Telefonat brachten den Konflikt 
zum erfolgreichen Abschluss. Es versinnbildlicht auf erschreckende Weise den 
Umgang mit den Angestellten im Bioladen am Hasselbachplatz. Die zuständigen 
Chef:innen des Ladens versuchten beständig einen Keil zwischen den auf Vollzeit 
Angestellten und den Minijobber:innen zu treiben, in dem sie Letztere vor den 
Kolleg:innen in Vollzeit und sogar Kund:innen schlecht machten. Die Krönung des 
Ganzen waren sexistische Äußerungen des einen Filialleiters, der einer weiblichen 
Angestellten nachsagte, nur zum Putzen zu gebrauchen zu sein. "Als politische 
Gewerkschaft lassen wir so ein Verhalten und solche Äußerungen nicht unbeachtet. 
Als FAU ist es uns ein Anliegen, den Hilfesuchenden nicht nur mit unserer 
gewerkschaftlichen Beratung zum Thema Arbeitsrecht zur Seite zu stehen, sondern 
auch emotionalen Beistand zu leisten. Wo auch immer solch ein Verhalten seitens 
der Chefs auftritt, ist mit unserer Gewerkschaft und unserem Beistand für die 
Betroffenen zu rechnen.", untermauert Hannes K., Sekretär für gewerkschaftliche 
Aktion, den Anspruch der Gewerkschaft.

Die FAU Magdeburg ist eine kämpferische Gewerkschaftsinitiative, die konsequent 
auf der Seite der Lohnabhängigen steht. Als Syndikat üben wir mit direkten 
Aktionen Druck auf Chef:innen und andere Entscheidungsträger:innen aus, um die 
Interessen unserer Mitglieder durchzusetzen. Wir unterstützen aber nicht nur die 
Lohnabhängigen selbst, sondern wollen das gesamtgesellschaftliche Leben 
neugestalten - nach solidarischen und basisdemokratischen Prinzipien.

Presseanfragen bitte an: faumd-presse at fau.org

https://magdeburg.fau.org/2021/09/14/bio-aber-nicht-fair/#more-1933


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