(de) likos: Solidarität mit den Streikenden!

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Mo Sep 13 07:48:53 CEST 2021


Wir haben heute, am 06.09.2021, beim Osnabrücker Hauptbahnhof mit einem Transpi 
und Flyern unsere Solidarität mit den Streikenden der GDL bekundet. ---- Hier der 
Text aus dem Flyer: ---- Seit Mittwoch streikt die GDL (Gewerkschaft Deutscher 
Lokomotivführer) wieder gegen den Deutsche-Bahn-Konzern. Wie schon bei ihrem 
Arbeitskampf 2014/15 ergießt sich eine gehörige Menge Hetze über diesen Streik. 
Aussagen wie etwa die des Personalchefs der Bahn, dass der Streik eine "Attacke 
auf unser Land" sei, werden von Medien weitgehend unkommentiert vervielfältigt 
und damit verstärkt.
Dabei zeigt gerade diese Aussage (vermutlich ungewollt) gut auf, welche Rolle 
Lohnabhängigen in diesem Staat zugedacht ist: die Erledigung von Arbeit in einer 
Art und Weise, dass aus ihr Mehrwert und schließlich Profit geschlagen werden 
kann. Diese Arbeit soll möglichst getan werden ohne dass sich Arbeiter*innen 
beschweren oder gar für eine Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen 
organisieren. Schon gar nicht auf eine Art und Weise, die ernst genommen werden 
muss, weil sie eben den normalen Betriebsablauf und damit die Erzielung von 
Gewinnen angreift, also durch den Streik.

Dennoch trifft die richtige Entscheidung der GDL, zur Untermauerung ihrer 
Forderungen in den Streik zu treten, vielerorts auf Unverständnis. Dass der 
Vorstand der Bahn nichts vom Streik hält (und ihn gerichtlich zu verbieten 
versucht) ist keine Überraschung. Gleiches gilt für die Bundesregierung, die nach 
dem letzten GDL-Streik mit dem sogenannten Tarifeinheitsgesetz versucht hat, die 
Kampfkraft kleinerer Gewerkschaften zu schwächen.

Deutlich merkwürdiger ist das Verhalten anderer Gewerkschaften, wenn sich etwa 
der Vorsitzende der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) als Sprachrohr der 
Konzernführung benutzen lässt. Der EVG scheinen hier die Leute, die die 
Arbeitskraft ihrer Mitglieder ausbeuten, näher zu stehen als die eigenen 
Kolleg*innen, die in der GDL organisiert sind, obwohl die Interessen nach mehr 
Lohn, weniger Arbeit und besseren Arbeitsbedingungen die gleichen sein sollten.

Der Streik macht damit deutlich, dass das leere Gerede von der sogenannten 
"Sozialpartnerschaft" nichts weiter als heiße Luft ist, schließen sich die 
Interessen von Unternehmen (dem Kapital) und den Menschen, die diesen ihre 
Arbeitskraft verkaufen müssen (den Proletarier*innen) doch offensichtlich 
gegenseitig aus. Mehr Gewinn lässt sich schließlich nur durch verstärkte 
Ausbeutung der Arbeiter*innen erzielen, während mehr Lohn Einschnitte beim Profit 
bedeutet.

Die GDL zeigt mit ihrem Streik außerdem den Sinn gewerkschaftlicher Organisierung 
auf, wenn sichtbar wird, wie eine verhältnismäßig kleine, aber gut organisierte 
Gruppe von Arbeiter*innen tatsächlich alle Räder stillstehen lassen kann.

Beschwerden über den Streik sind bei der Konzernführung der Bahn (für deren 
Bonuszahlungen genug Geld vorhanden zu sein scheint) allemal besser aufgehoben 
als bei der GDL.

https://likos.noblogs.org/2021/09/06/solidaritaet-mit-den-streikenden/


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de