(de) FAU, direkte aktion: DER KRIEG, ER IST NICHT TOT, ER SCHLÄFT NUR",Kommentar zum Antikriegstag Von: Christian Horn

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Di Sep 7 07:41:08 CEST 2021


Fast zwanzig Jahre ist es her, dass die NATO Afghanistan unter Beteiligung der 
Bundeswehr angegriffen hat. Selten konnten wir die Sinnlosigkeit eines Krieges in 
dieser Dimension präsentiert bekommen. Leider ist es hierzulande still geworden 
um die Friedensbewegung. Vor zwei Jahren schrieb sogar Georg Mascolo von der 
Süddeutschen einen bemerkenswerten Kommentar zum Ende des INF-Vertrages, welcher 
vor über 30 Jahren die atomare Abrüstung einläutete: "Es fehlt eine junge 
Generation, die sich für Abrüstung einsetzt".[1] ---- Nicht nur bei der jungen 
Generation, sondern auch in weiten Teilen der Linken ist das Thema 
Friedenspolitik unterrepräsentiert im Vergleich zu Klima und Asyl. Dabei sind 
gerade Kriege wesentliche Ursachen für Fluchtbewegungen und haben auch 
verheerende Umweltzerstörungen zur Folge. Gerade fossile Energieträger belasten 
nicht nur das Klima, sondern sind oftmals Grund für Konflikte und Kriege. 
Deswegen ließen sich die Themen auch gut verbinden. Manche Teile der 
antifaschistischen Bewegung blickten in den letzten Jahren sogar skeptisch, wenn 
sich jemand konsequent für Frieden und Entspannungspolitik einsetzte. Sicherlich 
gibt es einige krude Persönlichkeiten, die insbesondere im Zuge des 
Ukraine-Konfliktes diverse Veranstaltungen als Podium für ihre völkischen 
Ansichten sowie Verschwörungsmythen nutzten. Dennoch sollten wir uns erinnern, 
dass der historische Anarchosyndikalismus immer eng mit der Friedensbewegung 
verknüpft war. Rudolf Rocker gab den Leitspruch aus: "Die Waffen nieder, die 
Hämmer nieder!"[2]
Dabei sind die Parallelen zwischen Kriegspropaganda und Hetze zum Sozialabbau 
ähnlich. So werden Kriege als humanitäre Interventionen verharmlost. Bei der 
Bundespressekonferenz wird von einer restriktiven Rüstungsexportpolitik 
gesprochen und damit die Sachlage verdreht.
Die selbstverständliche Forderung nach Einhaltung des UN-Gewaltverbotes gerät 
fast schon zum Aufruf zur Revolution.
Mittlerweile sind selbst aus der Partei Die Linke relativierende Töne zu hören, 
was NATO und Auslandseinsätze angeht, wie etwa vor einem Jahr von dem 
Vorsitzenden der Bundestagsfraktion in einem Interview mit Deutschlandfunk: Zu 
Auslandseinsätzen der Bundeswehr verwies Bartsch darauf, dass die Mitglieder 
seiner Fraktion in der Vergangenheit schon unterschiedlich über 
Bundeswehreinsätze abgestimmt hätten. Es sei absurd anzunehmen, die Linke würden 
sich an dem Tag, an dem ihre Partei die Regierungsverantwortung übernehme, sich 
"in die Flugzeuge setzen und die Jungs zurückholen". Die Linke werde die Frage 
von Auslandseinsätzen in einer Regierung "natürlich diskursiv behandeln", sagte 
Bartsch.[3]
Am Ende seines Kommentars schrieb Mascolo: "Es wäre schön, bei jeder Freitagsdemo 
bald ein paar neue Schilder zu sehen." Aber nicht nur die Klimabewegung, auch 
soziale Bewegungen könnten den 1. September als Antikriegstag nutzen, um gegen 
Aufrüstung und militärische Einsätze zu protestieren.

Foto: Miriam Guterland (CC BY-SA 3.0)[Metallskulptur broken rifle von Angelo 
Monitillo aus dem Jahr 2005 in der Außenanlage des heutigen Anti-Kriegs-Museums]

https://direkteaktion.org/der-krieg-er-ist-nicht-tot-er-schlaeft-nur/


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