(de) anarcho syndikalismus: Boykott-Kampagne: Blutiger Kaffee

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Do Sep 2 07:34:18 CEST 2021


2021-08-27Antimilitarismus, Antirepression, Internationales / IAA, soziale Kämpfe
Die internationale Kampagne "In meinem Kaffee ist Blut!" wird von mehreren 
Basisorganisationen getragen: Gestartet wurde sie von der französischen CNT-IAA 
zur Unterstützung der äthiopischen "Horn Anarchists" () und der Basisgewerkschaft 
ULET-IAA in Kolumbien. Auch die "Gewerkschaft verschiedener Berufe" der CNT-IAA 
Madrid unterstützt den Boykott-Aufruf, der sich gegen die allgemeine 
Gleichgültigkeit gegenüber staatlicher Repression in zwei der großen 
Kaffee-Anbauregionen richtet: ---- Zum einen verüben zur Zeit in Ostafrika die 
äthiopische und eriträische Armee zusammen mit ihren verbündeten Milizen einen 
Völkermord in der Autonomieregion Tigray. Die UNO schätzt, dass etwa 350.000 
Menschen infolge des bewaffneten Konflikts von einer Hungersnot betroffen sind 
und bald werden es sogar 2 Millionen sein. Zahlreiche Berichte von 
Menschenrechtsorganisationen klagen die von diesen Armeen begangenen Gräueltaten 
an, besonders die zahlreichen Fälle von sexualisierter Gewalt.

Zum anderen massakrieren Im südamerikanischen Kolumbien die Militärpolizei 
(ESMAD) und die paramilitärischen Todesschwadronen die Bevölkerung, welche gegen 
Armut und Korruption rebelliert. Seit Beginn der Revolte am 28. April 2021 wurden 
mehr als 70 Menschen von der Polizei getötet und 2.300 verletzt. 
Menschenrechtsorganisationen meldeten rund 100 Fälle von Gewalt, Entführung, 
sexualisierter Gewalt gegen Demonstrant * innerhalb Durch Polizei u nd Paramilitärs .

Mit dem Kauf von Kaffee aus Kolumbien oder Äthiopien (auch von sogenannten 
"Kleinbäuer*innen") werden diese beiden Staaten finanziert, die ihre Bevölkerung 
massakrieren, welche mehr Freiheit und soziale Gerechtigkeit fordert.

Was kann man tun?

Individuell kann man aufhören, Kaffee aus Kolumbien oder Äthiopien zu kaufen, 
sich über die Lage dort auf dem Laufenden halten und diese Informationen teilen. 
Man kann Aufkleber drucken , die zum Boykott aufrufen u nd sie auf Kaffeetüten in 
Geschäften u nd Supermärkten kleben .

Kollektiv kann man Solidaritätsgruppen gründen, um über die Geschehnisse zu 
informieren und den Boykott durch Flyer, Plakate usw. auszuweiten. Oder 
Mahnwachen vor Cafés organisieren, vor allem bei den multinationalen Unternehmen, 
die zu den größten Kaffeeabnehmer*innen gehören. Damit ließe sich das Bewusstsein 
der Konsument*innen und der Arbeiter*innen schärfen, vielleicht schließen sie 
sich sogar unserem Kampf gegen die globale Ausbeutung an.

Indem man die mörderische Politik in Kolumbien und Äthiopien aufzeigt, kann man 
dazu beitragen, das Ausmaß der Gewalt einzudämmen. Dabei muss sich jedoch darüber 
im Klaren sein, dass nur eine Basisbewegung (also die Menschen, die in diesen 
Regionen leben) in der Lage sein wird, der staatlichen Gewalt Einhalt zu 
gebieten. Ein terroristisches Regime zu stürzen und es durch eine 
selbstverwaltete Gesellschaft zu ersetzen, die auf Freiheit und Gleichheit 
basiert, kann nur die Bevölkerung vor Ort erreichen.

Doch jeder Schritt, so klein er auch sein mag, ist ein positiver Beitrag zu einer 
internationalistischen Solidarität gegen jede Form von Totalitarismus.

Mehr Infos:
http://www .b loodycoffee . org

Zur Lage in Kolumbien:
https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/2021/05/13/kolumbien-schafft-den-staat-ab-bildet-autonome-versammlungen/

Interview mit den Horn Anarchists:
https://www.aradio-berlin.org/

https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/2021/08/27/boykott-kampagne-blutiger-kaffee/


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