(de) FAU: Arbeitskonflikt bei Walther König erfolgreich beendet

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Mi Sep 1 07:39:23 CEST 2021


Der Arbeitskonflikt zwischen der Kunstbuchhandlung Walther König und ihren 
studentischen Beschäftigten in München nahm Anfang Februar 2021 seinen Anfang. 
Die Werkstudenten forderten gemeinsam mit der Basisgewerkschaft FAU die 
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, den Anspruch auf bezahlten Urlaub sowie den 
Erlass von während der pandemiebedingten Schließungen unrechtmäßig aufgebauten 
Minusstunden, welche unbezahlt abgearbeitet werden sollten. Mit Beginn des 
Arbeitskonfliktes wurde den Beschäftigten zudem der Februar- sowie der Märzlohn 
vorenthalten, nach einer Zahlungsaufforderung der Gewerkschaft wurde der 
wehrhaften Belegschaft umgehend gekündigt (Nähere Infos auf der Kampagnenseite).

Arbeitsgericht beanstandet in Güteterminen illegale Praktiken
Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft bauten daraufhin großen öffentlichen 
Druck, auch über verschiedene Social-Media-Kanäle auf. Überregionale Medien 
berichteten und es kam zu Kundgebungen vor Walther-König-Filialen in München, 
Wien, Münster, Frankfurt und vor dem Stammhaus in Köln. Vor dem Arbeitsgericht 
München fanden zudem Gütetermine für insgesamt zehn Beschäftigte statt. Hier 
musste Walther König finanzielle Zugeständnisse machen, eine Richterin riet dem 
anwesenden Geschäftsführer von Walther König eindringlich, die Arbeitsverträge 
seiner Firma zu überarbeiten und dem geltenden Arbeitsrecht anzupassen.»Wir 
wurden in unserer Rechtseinschätzung bestätigt. Walther König hätte sich viel 
Geld, Ärger und schlechte Öffentlichkeit sparen können, wenn er von vornherein 
mit uns verhandelt hätte«so Patrick Lohner, Pressesekretär der FAU München.

Buchhandelskette erfüllt wichtige Forderungen der Gewerkschaft.
Doch auch ohne Verhandlungen spürte der Buchhändler offenbar den Druck in seiner 
Belegschaft. So musste er weitreichende Zugeständnisse machen und die 
Arbeitsbedingungen in allen Filialen grundsätzlich verbessern. Durch den 
Arbeitskampf der Münchner Kollegen wurde flächendeckend der Lohn von 9,85 € auf 
10,60 € angehoben, ein Teil der illegalen Minusstunden waren plötzlich vom Tisch 
und es wurde eine Corona-Prämie bezahlt, die aber leider deutlich zu gering 
ausfiel. Zudem werden neuen Werkstudenten nun verbesserte Arbeitsverträge vorgelegt.

Dennoch besteht die Unzufriedenheit fort. Für Feiertags-, Wochenend- und 
Nachtarbeit wird weiterhin kein Zuschlag gezahlt und das herrische Auftreten der 
Kölner Geschäftsführung gegenüber den Beschäftigten und das undemokratische 
Unternehmensklima bei Walther König wird in der Belegschaft, der Kundschaft und 
bei manchen Museen, in denen sich die Filialen befinden, irritiert zur Kenntnis 
genommen. Die gefeuerten Beschäftigten mussten sich zudem fast alle neue Jobs 
suchen, einzelne mussten wochenlang auf das vor Gericht zugesagte Geld warten. 
Die FAU wird den Betrieb jedenfalls weiterhin bundesweit im Auge behalten. Die 
Belegschaft bei Walther König weiß durch den Arbeitskampf in München, dass 
Widerstand möglich ist und sie mit einer Gewerkschaft im Rücken konkrete 
Verbesserungen erkämpfen kann.

Quelle: FAU München, www.fau-m.de

https://www.fau.org/artikel/arbeitskonflikt-bei-walther-koenig-erfolgreich-beendet


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