(de) AND: "Keine ist frei solange nicht Alle frei sind!"- feministische anarchistische Antiknastkundgebung (en)

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So Feb 28 08:26:05 CET 2021


Wann: 07.03.2021 um 15 Uhr ---- Wo: auf dem Parkplatz vor der JVA Chemnitz ---- 
german - english below ---- Knast ist ein Mittel des Staates, sozialen Problemen 
zu begegnen. Er soll dich "resozialisieren". Du hast aber kaum Gelegenheit zur 
Selbstbestimmung und bist vom Rest der Gesellschaft isoliert. Jede*r Dritte 
landet nach Freilassung wieder dort, denn er hilft nicht Gefangenen, sondern der 
Herrschaftssicherung. Knast ist ein gewaltvoller und monotoner Ort. Das 
autoritäre Strafsystem verstärkt Diskriminierung und wirtschaftliche Ausbeutung. 
---- Wenn auch Du denkst, dass Knast keine Lösung für individuelle und 
gesellschaftliche Probleme sein kann, dann komm mit uns am 07.03.2021 zur JVA 
Chemnitz. Dort wollen wir die Gefangenen ein Stückaus der Isolation holen, uns 
gemeinsam über die Zustände im Knast informieren und unsere Solidarität zeigen.

Corona und Knast

Die Pandemie schafft Verunsicherung. Draußen und erst Recht im Knast. Es gibt 
weder Aufklärung noch genug Schutzmaßnahmen oder medizinische Voraussetzungen, 
Coronaausbrüchen im Knast zu entgegnen. Entlassungen zu Beginn der Pandemie 
setzten Menschen mit Nichts auf die Straße. Neben Angst vor Ansteckungen haben 
Gefangene mit der immensen Isolation zu kämpfen. Besuche wurden eingeschränkt 
oder ausgesetzt. Briefe und Telefone sind letzte, aber teure und damit 
unzugängliche Wege für Kontakt.

Armut und Gesundheit

Der Chemnitzer Frauen-Knast, wie jeder Knast weltweit ist ein Ort der Armut. Denn 
die Gesetze sind so gestaltet, dass sie Arme härter treffen als Reiche. Kleine 
Diebstähle oder das Nicht-Bezahlen-Können von Rechnungen können dich hinter 
Gitter bringen, während Dir das Geld für Anwält*innen fehlt. Wenn Du Stress und 
psychisches Leid mit Drogen betäubst, wirst Du kriminalisiert. Besonders durch 
patriarchale Gewalt Traumatisierte werden so für die Folgen ihres Traumas noch 
bestraft.

Wer ist im Knast

Menschen werden anhand des 2-Geschlechtersystems in Knäste einsortiert. Dabei ist 
oft nicht der Eintrag im Pass entscheidend, sondern welche Normen Körpern 
zugeordnet werden. Trans*, inter* und nicht-binäre Menschen sind besonders häufig 
von Diskriminierung, Gewalt und Kriminalisierung betroffen. Im Knast erleiden sie 
dann psychische und physische Gewalt durch Mitgefangene und Personal. 
Psychotherapie, Beratungsangebote oder Zugang zu spezifischen medizinischen 
Leistungen fehlen meist.

Menschen, die Armut und Rassismus erfahren oder unter psychischen Erkrankungen 
leiden, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit eingesperrt als andere. Dies 
geschieht bspw. durch Ersatzfreiheitsstrafen oder rassistischen 
Polizeikontrollen. Die Biografien von inhaftierten Personen sind zudem häufig von 
zwischenmenschlicher Gewalt geprägt. Der Knast schafft hier keine Unterstützung 
oder Verbesserungen, sondern reproduziert und verschärft diese Gewalt und sichert 
somit bestehende Machtverhältnisse.

"Keine ist frei solange nicht Alle frei sind!"

Anreise:
Da es keine Demo geben wird, treffen wir uns vorm Knast auf dem Parkplatz. Es 
wird eine individuelle Anreise aus verschiedenen Städten geben.
Innerhalb Chemnitz für Zuganreise: mit der Strassenbahn vom Hauptbahnhof bis zur 
Haltestelle Technopark fahren. https://www.cvag.de/

https://and.notraces.net/2021/02/21/keine-ist-frei-solange-nicht-alle-frei-sind-feministische-anarchistische-antiknastkundgebung/


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