(de) fda-ifa: Zero Covid - Realismus in Zeiten der Pandemie von nigra

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So Feb 28 08:22:09 CET 2021


Die Kampagne Zero Covid wird von vielen Linken und natürlich auch von ganz 
anderer Seite als autoritär und nicht durchführbar bezeichnet, da sie das 
tägliche Leben noch härter und tiefgreifender herunterfahren wolle. Darum könne 
sie auch gar nicht links sein.Ich frage mich, was autoritärer ist: Das ständige 
willkürliche Hin und Her von Lockerungen und Einschränkungen; der Zwang, trotz 
hohem Ansteckungsrisiko weiterhin zur Maloche gehen zu müssen und im Gegenzug in 
der Freizeit alleine zu versauern; geschlossene Grenzen für Menschen, offene für 
Warenverkehr... ---- Die Idee von Zero Covid ist ein zeitlich beschränkter, 
solidarischer, radikaler Shutdown von Arbeit und Freizeit, um null Ansteckungen 
zu erreichen. Das ist zwar hart aber das Ende ist absehbar. Und genau das - das 
Ende der Pandemie - ist beim derzeitigen Affentheater in weite Ferne gerückt. Was 
ja auch klar ist: Wir gehen alle weiterhin arbeiten, leben weiterhin in beengten 
Verhältnissen, viele in Sammelunterkünften, quetschen uns weiterhin im 
öffentlichen Nahverkehr zusammen und stecken uns alle gegenseitig an. Da helfen 
die krassen Einschränkungen im Privaten wenig.

[Comic aus der Zero Covid-Zeitung; Künstler*in: foxitalic.de]

Hier wird eines ganz deutlich: Die Politik folgt im Großen und Ganzen den 
Kapitalinteressen. Dass das grundsätzlich keine gute Idee ist, sagen wir 
linksgrünversifften Anarcho-Kommie-Gutmenschen ja schon lange. Jetzt in der 
Pandemie sind alle Scheinwerfer auf diese Art des Rumwurschtelns gerichtet.
Also sollten wir jetzt doch mal zur Abwechslung das Richtige tun: Lasst uns nicht 
den Kapitalinteressen folgen, sondern den Bedürfnissen der Menschen. Und diese 
sind: Gesundheit, Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und soziale Bindungen.
"Ahhhhrghhh, aber wer soll das alles zahlen? Dafür ist doch kein Geld da!" Doch, 
natürlich ist dafür Geld da und zwar in Hülle und Fülle. Erstens haben sich die 
reichsten der Reichen an Corona dumm und dämlich verdient: Her mit der Kohle! Sie 
gehört sowieso uns! Und zweitens können bestimmte Banken Geld einfach so aus dem 
Nichts erschaffen. Das wurde z. B. während der Finanzkrise 2008 im großen Stil 
getan, um systemrelevante Banken und Konzerne zu retten. Die Zeiten, in denen das 
sich in Umlauf befindliche Geld durch Gold gedeckt sein musste, sind schon lange 
vorbei. Das heißt, dass alle Menschen, die finanzielle Unterstützung während 
eines solidarischen Shutdowns benötigen, diese auch erhalten könnten. Wenn die 
Politik das beschließen würde.

[Comic aus der Zero Covid-Zeitung; Künstler*in: foxitalic.de]

[Comic aus der Zero Covid-Zeitung; Künstler*in: foxitalic.de]Vor fünf Tagen ist 
nun die erste Ausgabe der Zero Covid-Zeitung (hier auch als PDF)erschienen. Sie 
ist inhaltlich gut aufgestellt: Sie bildet den pandemischen Istzustand und wie es 
zu ihm kommen konnte ab ohne zu polemisieren oder rumzujammern. Und sie bietet 
Lösungsvorschläge und fordert uns alle auf, aktiv zu werden.
Also, Leute, hier ist sie, die lang ersehnte linke Intervention gegen die 
Pandemie und die staatlich-kapitalistischen, halbherzigen Versuche diese zu 
bekämpfen um gleichzeitig Business as usual betreiben zu können.

Für mich ist Zero Covid die einzige ernst zu nehmende breit aufgestellte linke 
Kampagne zum Thema Corona (hier spannt sich der Bogen von Anarch at s, 
Gewerkschafter*innen über Kommies und Kulturschaffenden bis hin zu parteilich und 
anders organisierten Leuten).
Sie ist eine gut durchdachte (nicht perfekte!) und vor allen Dingen machbare 
Intervention. Sie ist nicht utopisch, militanzromantisch, revolutionär oder gar 
anarchistisch - sie ist pragmatisch radikal und das auf solidarischer Basis.

Zero Covid - Solidarität in den Zeiten der Pandemie

https://fda-ifa.org/zero-covid-realismus-in-zeiten-der-pandemie/


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