(de) LIBERTÄRES BÜNDNIS - lb quadrat: Kein Vergeben, kein Vergessen

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Do Feb 4 09:40:29 CET 2021


Am 27. Januar 1945, vor 76. Jahren, befreiten Einheiten der roten Armee die 
letzten paar tausend Gefangenen im Vernichtungslager Auschwitz. Die restlichen 
Opfer der Nazibarbarei wurden auf Todesmärschen in Richtung Westen getrieben von 
denen viele die Märsche nicht überlebten. ---- An mehreren Orten in Ludwigsburg 
und Rems-Murr gedachten Antifaschist:innen an die Verbrechen des Naziregims und 
mahnten den aktuellen Umtrieben. ---- Die Befreiung von Auschwitz ---- Als die 
Einheiten der roten Armee am am 27. Januar 1945 zum Vernichtungslager Auschwitz 
vorrückten, hatten sie schon viele Kriegsverbrechen der deutschen Armee und der 
SS gesehen, doch mit solch einem Ausmaß an Verbrechen hatten sie nicht gerechnet. 
Über 1,1 Millionen Menschen vor allem Jüd:innen, aber auch viele Sinti*zze und 
Rom*nja, Behinderte, politisch Verfolgte, Kriegsgefangene und viele mehr, hatten 
die Nazis allein in Auschwitz gefoltert und ermordet. Auschwitz war der 
Mittelpunkt des Völkermords an den europäischen Jüd:innen.

All den 6 Millionen ermordeten Jüd:innen und insgesamt über 20 Millionen von den 
Nazis Ermordeten gedenken wir diese Tage. 76 Jahre nach der Befreiung und mit nur 
noch wenigen Zeitzeug:innen liegt es an uns und den kommenden Generationen die 
Erinnerung aufrechtzuhalten und nie zu vergessen was damals geschah.

Den Opfern vor Ort gedenken

Für viele in der Bevölkerung sind die Verbrechen des Faschismus weit weg und 
werden vielleicht mal bei einem Schulausflug nach Auschwitz, Dachau oder 
Buchenwald sichtbar. Doch der Faschismus und seine Opfer waren hier, es hätten 
unsere Nachbar:innen, Freund:innen oder Kolleg:innen sein können. In fast jeden 
Ort in Deutschland finden sich Überreste des Naziregiems. Egal KZs, Gefängnisse 
oder Lager für Zwangsarbeiter:innen oder Kriegsgefangene. Aus diesem Grund finden 
wir es sehr wichtig den Opfern vor Ort zu gedenken und die Erinnerung an die 
Gräueltaten wach zu halten.

Im Kreis Rems-Murr gedachten wir an den Backnanger Stoplersteinen den Backnanger 
Einwohner:innen die in KZs deportiert wurden. In der Stadt finden sich unzählige 
Stolpersteine vor den Wohnhäusern der Deportierten. Wir verteilten Plakate um die 
Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen was am 27.1.1945 geschah und das damalige 
Geschehen im heutigen Kontext einzuordnen.

Außerdem gedachten wir bei Welzheim an der Gedenkstätte Henkerstein den im KZ 
Welzheim internierten und ermordeten Opfern der Naziherrschaft.

Im Kreis Ludwigsburg gedachten wir den Opfern des KZs Vaihingen und dessen 
"Außenlager" Unterriexingen. Die dort internierten mussten unter 
menschenunwürdigen Bedingungen an einer unterirdischen Rüstungsfabrik schuften 
und sollten durch "Vernichtung durch Arbeit" ermordet werden. Als 1944 aufgrund 
vieler Luftangriffe der Bau eingestellt werden musste, wurde das KZ zu einem 
"Krankenlager" was letztendlich aber ein extrem verharmlosender Name für ein 
Lager war, in das kranke Häftlinge aus KZs in ganz Baden-Württemberg hin gebracht 
wurden um sie dort durch Hunger und Krankheiten zu ermorden. Anschließend 
verteilten wir noch Plakate in Ludwigsburg.

Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem es kroch

Trotz und gerade auch wegen der Covid19-Pandemie ist es wichtig den Opfern des 
Naziterrors zu gedenken, denn eins ist klar: Es darf sich nie wieder wiederholen! 
Die Entwicklungen rund um die Aufmärsche von "Querdenken" - Relativierungen des 
Faschismus, der Shoah, das Verbreiten antisemitischer Ressentiments. Es zeigt 
sich wie breit antisemitische Ressentiments weiterhin vertreten sind und sich 
ihre Bahnen schlagen. Ein und einhalb Jahre nach dem antisemitischen, 
rassistischen und antifeministischen Terroranschlag in Halle, Ein Jahr nach den 
Morden von Hanau und ein halbes Jahr nach dem Angriff auf einen Synagogenbesucher 
in Hamburg an Jom-Kippur, zeigt sich dass es nicht bei Telegram-Nachrichten und 
Youtube-Videos bleibt, sondern, dass auf Hetze und Hass furchtbare Gewalt folgt.

Global wächst eine reaktionäre Bewegung heran, die auf Queerfeindlichkeit, 
Antifeminismus, Ableismus, Antisemitismus und Rassismus basiert. Dem gilt es 
überall und konsequent gegenüberzutreten.

Nazis morden, der Staat macht mit

Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen - Esther Bejarano

Genauso wie beim NSU und hunderten anderen nicht aufgeklärten Morden von Rechten 
in Deutschland, zeigte sich im Sommer beim Halle-Prozess, dass der bürgerliche 
Staat nicht an einer wirklichen Verfolgung von Nazis interessiert ist. Wieder 
wird von einem Einzeltäter gefaselt und Naziseilschaften/-strukturen werden nicht 
aufgeklärt.

Und auch bei dem Mord an Walter Lübcke waren es wieder Antifa-Gruppen, die die 
Verbindungen zu Nazinetzwerken aufdeckten und nicht staatliche Institutionen.

Als Antifaschist:innen und Anarchist:innen müssen wir diesen Umstand begreifen 
und uns klar machen, dass nur ein konsequenter Kampf gegen Rechts, gegen jede 
Form von Diskriminierung den Faschismus im Keim ersticken kann.

Never again.

libertaerestreffen.noblogs.org

lbquadrat.org

http://lbquadrat.org/kein-vergeben-kein-vergessen/


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