(de) luta fob: INTERNATIONAL - FAU - Das deutsche Anarchosyndikal (pt)

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Do Sep 3 08:24:53 CEST 2020


* In diesem Bereich veröffentlichen wir Texte anderer Organisationen auf internationaler Ebene für Berichte und Debatten, die jedoch nicht 
unbedingt die Position von FOB widerspiegeln. ---- Von Pedro Neumann ---- Dieser Text stammt aus der CNT-Zeitung Nr. 422 (Januar-März 2020) 
der spanischen Werbeagentur Confederação Nacional do Trabalho (CNT). In diesem Text diskutiert Pedro Neumann die Geschichte und die 
aktuellen Angelegenheiten der Freien Arbeitergewerkschaft (FAU). 2018 war eine FOB-Delegation auf dem Gründungskongress des CIT und dem 
Kongress der FAU in Deutschland. Die Übersetzung dieses Textes in Portugiesisch stammt von der Website "anarchist news".
Die FAU hat einen historischen Vorgänger: die "Freie Arbeiter-Union Deutschlands" (FAUD)[auf Portugiesisch "Free Workers Union of Germany"]. 
FAUD wurde am 15. September 1919 gegründet und stammte aus der Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften, der FVdG, die zu dieser Zeit eine 
Ausgründung des Mehrheitsgewerkschaftsorgans war. FAUD war zur Zeit der Weimarer Republik die wichtigste anarchosyndikalistische 
Organisation in Deutschland und lehnte als solche den zentralistischen Arbeiterkampf ab, sei es durch Parlamentarismus oder kommunistische 
Parteien.

FAUD bestand aus lokalen Gewerkschaften, die meisten davon im Ruhrgebiet sowie in Berlin. Auf dem Höhepunkt in den frühen 1920er Jahren 
hatte es etwa 150.000 Mitglieder.

Zur gleichen Zeit gab es innerhalb der FAUD eine feministische Gruppe mit dem Namen "Syndikalistischer Frauenbund" mit bis zu 1.000 
Mitgliedern sowie einen Jugendverband mit dem Namen "Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands" (Deutsche Anarcho-Syndikalistische 
Jugend).

1933 beschloss die FAUD, sich aufzulösen, um ein Verbot der Nationalsozialisten zu vermeiden. Gleichzeitig wurde versucht, die 
Umstrukturierung neu zu organisieren und geheim zu halten. Der Schwerpunkt des Anarchosyndikalismus verlagerte sich zu dieser Zeit auf den 
antifaschistischen Kampf und darauf, Menschen der jüdischen Religion bei der Flucht zu helfen. Ein bekanntes Beispiel ist die 
antifaschistische Gruppe "Schwarze Scharen", die bis 1937 bestand.

FAU Social Space
Die neue FAU. 1977 gegründet

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland praktisch keinen Anarchosyndikalismus. In den späten 1970er Jahren wurde "Anarchosyndikat 
Köln" (Kölner Anarchistische Union) gegründet. Der wichtigste Kampf, den er führte, war ein sechstägiger Streik 1973 in einer Ford-Fabrik, 
nachdem 500 Arbeiter entlassen worden waren. Es waren hauptsächlich ausländische Arbeiter, die den Streik durchführten und die Aufhebung von 
Entlassungen, eine Verkürzung des Fließbandtempos und eine Gehaltserhöhung um eine Mark pro Stunde forderten.

Die "Kölner Anarchistische Union" war der ursprüngliche Kern der 1977 gegründeten FAU. Ihre Besonderheit war auch, dass sie keinen Kontakt 
zu einem Mitglied der historischen FAUD hatte und daher die Kommunikation mit Mitgliedern der CNT suchte, die nach dem Krieg nach Paris 
flohen. Der Kontakt mit der CNT war schon immer intensiv und ist bis heute die engste Verbindung zur FAU.

In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens etablierte die junge FAU ihre Ideen und Prinzipien, nicht ohne lange Diskussionen und Spaltungen. 
Schließlich wurde beschlossen, sich auf die Verbreitung anarchosyndikalistischer Ideen zu konzentrieren und diese mit dem Arbeits- und 
Sozialkampf zu verbinden.

Die FAU organisiert von Anfang an jährlich ihre Kongresse, auf denen die Delegierten über Vorschläge abstimmen, die zuvor von lokalen 
Gruppen vorgelegt wurden, sowie über die Wahl des Nationalkomitees.

Lokale Gruppen stinken auch in regionalen Gruppen und diskutieren Strategien und verwandte Themen nur für die entsprechende Region. Bis Ende 
der 1980er Jahre befanden sich die meisten lokalen Gruppen in Nord- und Westdeutschland.

Die FAU konsolidiert sich

Es gab auch lange Diskussionen über die Teilnahme an Betriebsräten. Es wurde beschlossen, dass die FAU nicht an Unternehmensräten teilnehmen 
und sich für direkte Maßnahmen als Instrument des Gewerkschaftskampfes entscheiden würde.

Ab der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begannen sich Frauen an der FAU zu organisieren und diskutierten über eine antipatriarchale und 
feministische Ausrichtung der Gewerkschaft, den Mangel an Frauen in der Organisation sowie über die Position von Frauen in den 
Arbeitsbeziehungen. Auf dem Kongress von 1988 wurde beschlossen, den Namen zu ändern, einschließlich der feministischen Form im Namen 
("Arbeiter").

Eine weitere wichtige Maßnahme bestand darin, die Arbeitslosen bei staatlichen Beihilfen zu beraten, was in Deutschland mit dem Erfordernis 
einer intensiven Arbeitssuche einhergeht und in vielen Fällen prekäre Arbeitsverträge akzeptieren muss, damit das Arbeitsamt die 
Arbeitslosenunterstützung reduzieren kann Anzahl der Arbeitslosen. Dieses staatliche Modell erlaubte es den Familien nicht, sich selbst zu 
ernähren, und in vielen Fällen handelte es sich um Zeitarbeitsplätze, die von deutschen ETTs (Zeitarbeitsunternehmen) angeboten wurden.

In den späten neunziger Jahren wurden sektorale Verbände in den Bereichen Hilfe, Landwirtschaft und Bildung gegründet.

Protest vor Ford
Die letzten zehn Jahre der FAU

Zwischen 2008 und 2009 begann an der FAU Berlin ein Gewerkschaftskampf in einem alternativen Kino des Rosa-Luxemburg-Instituts und der 
Linkspartei. Sie forderten Gehaltserhöhungen und einen Tarifvertrag mit der FAU, da diese die repräsentativste Gewerkschaft aller 
Mitarbeiter war. Der Filmregisseur verteidigt sich legal und erhält ein Verbot von der FAU. Die FAU Berlin hatte zu dieser Zeit etwa 50 
Mitglieder.

In Deutschland kann gesetzlich nur die Organisation mit ausreichender Vertretung in der Region eine Gewerkschaft sein. Das Gericht 
argumentierte, dass die FAU Berlin nicht repräsentativ für die Region Berlin sei. Mit dieser Entscheidung wurde der FAU Berlin untersagt, 
Gewerkschaftsmaßnahmen zu ergreifen, einschließlich der Definition als Gewerkschaft. Wenn er sich nicht daran hielt, bestand die Gefahr, 
250.000 Euro Schadenersatz zahlen zu müssen, oder wenn er nicht zahlen konnte, würden die Vertreter festgenommen.

Gegen diese gewerkschaftsfeindliche Rechtsprechung reichte die FAU eine Beschwerde ein. Sie organisierte aber auch internationale und 
nationale Solidarität mit zwei Demonstrationen und erhielt Geld zur Finanzierung der Aktionen sowie der Anhörungen. Schließlich entschied 
der Berliner High Court im Juni 2010, dass das Verbot nichtig sei.

Von diesem Moment an erhöhte die FAU ihren Ruf und ihr Wissen bei den Arbeitnehmern. In Berlin hat sich die Mitgliederzahl vervierfacht und 
auch in anderen Städten.

In den letzten 5 Jahren hat die Gewerkschaftsaktion der FAU zugenommen: in Städten wie Dresden, Jena und Halle mit starken Mobilisierungen 
in der Universitätsausbildung; und in Hannover und Frankfurt mit wichtigen Kämpfen im Gesundheits- und Bildungssektor.

Derzeit ist die FAU mit rund 1000 Mitarbeitern in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen vertreten.

Besuchen Sie die FAU-Website:

https://www.fau.org/

Besuchen Sie die Website der International Labour Confederation (CIT):

https://www.icl-cit.org/es

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24. AUGUST 2020
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