(de) Anarchosyndikalismus - Bangladesch: Schluss mit den Kündigungen in der Corona-Krise

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Di Jun 30 08:23:49 CEST 2020


Der Sekretär der Anarcho-Syndikalistischen Föderation Bangladesch (BASF-IAA) informiert in einer Erklärung vom 23.06. darüber, dass die 
Arbeiter*innen verschiedener Firmen wegen der Corona-Pandemie unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen leiden. ---- Es gibt[aufgrund der 
Auftragsrückgänge europäischer und US-amerikanischer Firmen in der Textilindustrie]Kündigungen in zahreichen Betrieben, bei denen die 
Arbeiter*innen nicht humanitär behandelt werden, sondern extrem unmenschlich. ---- Einer Statistik zufolge wurden seit 08.06. bereits 16.589 
Kündigungen ausgesprochen, in [den Millionenmetropolen] Dhaka, Narayanganj, Gazipur und Chittagong. Diese Zahl ist jedoch in Wirklichkeit 
weit größer. Eine andere Studie hat herausgefunden, dass bisher 38 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz aufgrund des Corona-Virus verloren 
haben.

Der Sekretär der BASF berichtet zudem, dass die Unternehmen die Arbeiter*innen unrechtmäßig kündigen, da sie dabei weder Regelungen, noch 
Vorschriften beachten. Es werden auch keine fairen Abfindungen gezahlt. Einerseits werden Arbeitsplätze gekürzt, andererseits verlieren die 
Arbeiter*innen wegen des Personalabbaus ihr Einkommen und werden daher mittellos. Sie sind daher gezwungen, halb verhungert zu leben.

Weiter wird berichtet, dass die bengalische Regierung ein Förderpaket zum Wiederaufbau der vom Coronavirus betroffenen Wirtschaft 
angekündigt hat. Wenn diese Maßnahme wie geplant umgesetzt würde, müsste auch niemand gekündigt werden. Es liegt daher in der Verantwortung 
der Regierung, dafür zu sorgen, dass dieses Förderpaket richtig angewendet wird. Die BASF ist der Meinung, dass die Regierung dabei strikter 
vorgehen sollte, damit die ordentilche Umsetzung der zugesagten Unterstützungsmaßnahme dazu genutzt wird, den wirtschaftlichen Kurs im Griff 
zu behalten, sowie Korruption, Vetternwirtschaft und Unterschlagung zu beenden.

Schießlich betonte der Gewerkschaftskretär: "Ich fordere die betroffenen Behörden auf, beim Wiederaufbau der Wirtschaft des Landes während 
der Corona-Notlage einen wissenschaftlichen Ansatz zu verfolgen, sowie die Arbeiter*innen aus einer humanitären Perspektive zu betrachten 
und die Kündigungen zu stoppen."

Quelle:
https://bangladeshasf.com/coronaviru-no-layoffs/

Übersetzung:
Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk - ASN Köln, https://asnkoeln.wordpress.com
(CreativeCommons: BY-NC)

Mehr Infos aus Bangladesch:

"Covid-19: Solidarität mit Arbeiter*innen in Bangladesch"

"Tee-Arbeiter*innen werden Grundrechte verweigert"

"Textilarbeiter*innen erklämpfen Mindestlohn-Erhöhung"

"Klimawandel bedroht Bangladesch"

"Anarchosyndikalismus in Bangladesch"

https://anarchosyndikalismus.blackblogs.org/2020/06/24/bangladesch-schluss-mit-den-kuendigungen-in-der-corona-krise/#more-535


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