(de) FAU, direkte aktion: EIN CATWALK DER PREKARISIERUNG Von: Nepomuk Diener - 5. Juni 2020

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Do Jun 18 08:08:00 CEST 2020


Die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich war eine der feministischen Forderungen am 8. März in Halle. Ein Kurzbericht. ---- Betrieb & 
Gesellschaft ---- Ruth läuft über einen roten Teppich und versucht mit drei Bällen zu jonglieren. Eine Moderatorin erklärt, dass Ruth auf 
dreifache Weise belastet ist: Sie geht einer Lohnarbeit nach, ist Mutter und engagiert sich ehrenamtlich. Bis zu 80 Stunden leistet sie so 
bezahlte und unbezahlte Arbeit in der Woche. Bei ihren Jonglierversuchen fällt ständig ein Ball herunter. Eine eindeutige Symbolik. ---- 
Etwa 400 Personen der Frauenkampftagsdemo in Halle (Saale) sahen den "Catwalk" der AG Feministisch Organisieren der FAU Halle. "Das 
Prekariat ist der kapitalistische Normalzustand. Es bezeichnet die Verunsicherung aller Lebens- und Arbeitsverhältnisse...", erklärte die 
Moderatorin zur Begrüßung. Die Aktion sollte zeigen, was Prekarisierung, insbesondere für Frauen, konkret bedeutet. Dafür hatten die 
Aktivist*innen eine digitale Umfrage gestartet und so über zwanzig persönliche Geschichten als Rückmeldung erhalten: von Doppelbelastung 
durch Lohn- und Care-Arbeit, Unterbezahlung oder auch sexuellen Übergriffen im Job.

Einige der Frauen, die ihre Geschichten teilten, liefen an diesem Tag auch über den roten Teppich. Unter anderem eine alleinerziehende 
Laborantin, der trotz chronischer Krankheit die Teilzeit verwehrt wird; eine Wandergesellin, die Geschichten von sexistischen Kollegen auf 
dem Bau mitbrachte oder eine Kurierfahrerin, die nicht einmal den Mindestlohn bekommt. Die Aktion endete mit der Formulierung feministischer 
Forderungen: Weg mit dem GenderPayGap! 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!

  https://direkteaktion.org/ein-catwalk-der-prekarisierung/


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de