(de) [Internationales] IP-Ausschuss bei Avon Distribution erkämpfte eine für die Arbeiter*innen günstigere Vereinbarung von faubielefeld13

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Mi Jun 17 08:05:16 CEST 2020


Avon in Garwolin ---- 03. Juni 2020/Masowien ---- Mit einem Erfolg endeten die langwierigen Verhandlungen zwischen dem Betriebsausschuss des 
OZZ Inicjatywa Pracownicza bei Avon Distribution in Garwolin und der Betriebsleitung über eine Vereinbarung in Sachen Arbeitsbedingungen und 
Löhne während der Epidemie. Unserem Ausschuss gelang es, die Arbeitsplätze zu sichern und das Ausmaß der Absenkungen zu reduzieren, und 
damit zu demonstrieren, dass sich der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen lohnt. In der gegenwärtigen Krisensituation ist es umso 
notwendiger, für die eigenen Rechte und Arbeitsbedingungen zu kämpfen, weil dank unserer Arbeit die Werke laufen und die Gesellschaft 
funktioniert.
Die Krisengesetze - die sog. "Morawieckischilde" - sehen gemäß Artikel 15g des Schilds 1.0 (GBl. 2020 Pos. 568) vor, dass Unternehmen, in 
denen sich ein Umsatzrückgang ergibt, staatliche Unterstützung beantragen können, u. a. in Form von Zuschlägen für die Arbeitsplätze der 
Beschäftigten. In Anbetracht des niedrigen Organisierungsgrads in Polen unterschreiben die Unternehmer sehr häufig Vereinbarungen solcher 
Art, die es ihnen leicht ermöglichen, die Arbeiter*innen nicht nach ihrer Ansicht zu fragen. Sie berufen "Arbeiter*innenvertretungen" ein, 
die alles akzeptieren, was man von ihnen verlangt. Anders gestaltete sich die Lage bei den Avonwerken in Garwolin, wo unser Ausschuss mit 
einem positiven Ergebnis Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen und Löhne während der Gültigkeit der durch die Coronaepidemie bedingten 
Sondervorschriften organisierte und durchführte. Nur eine Arbeiter*innenorganisation, die an einem Tisch mit dem Arbeitgeber sitzt, kann die 
Bedürfnisse und Interessen der Arbeiter*innen wirklich und wirksam vertreten. Nur auf diese Weise kann man dafür sorgen, dass die Kosten der 
Krise gerecht zwischen der Firma und den Arbeiter*innen verteilt werden, und dass das Motto des Schutzes der Arbeitsplätze nicht nur eine 
leere Floskel ist.

Den Gewerkschafter*innen gelang es, die Höhe der vom Arbeitgeber ursprünglich vorgeschlagenen Senkung der Arbeitszeiten und Löhne um 20% - 
das laut Gesetz vorgesehene Höchstmaß - auf ein Niveau von 5% zu verringern.

Zudem erhielten die Arbeiter*innen der Werke zusammen mit der Vereinbarung eine viermonatige Beschäftigungsgarantie. Die Umsetzung dieser 
Forderung erweist, dass die Arbeiter*innen einen wirklichen Schutz der Arbeitsplätze erkämpfen können. Die Vereinbarung beinhaltet eine 
solidarische Aufteilung der Krisenkosten zwischen allen Arbeiter*innen: sie umfasst außer den operativen Beschäftigten auch die 
Betriebsleitung. Eingeführt wurden ebenfalls vorteilhafte Berechnungsmethoden für die Löhne und Zulagen: die Berechnung der Prämien oder 
eventueller Abfindungen aufgrund der Entlohnung vor der Absenkung und auch den Erhalt des vollen Anspruchs auf Erholungsurlaub.

Äußerst wichtig ist, dass ein sehr ungünstiger Vorschlag des Arbeitgebers auf Verlängerung des Abrechnungszeitraums bis zum Ende des 
Kalenderjahres blockiert werden konnte. Es ist eine Lösung, welche für sich eine Hintertür zum Missbrauch bei der Berechnung der Arbeitszeit 
und des Lohns der Arbeiter*innen, zur Deregulierung der Arbeitsbedingungen und zur Einführung von Unsicherheit und Instabilität bei der 
Beschäftigung öffnen würde.

Dank der Bemühungen der Gewerkschafter*innen bei Avon Distribution und mit Unterstützung der IP-Landeskommission bekamen wir eine 
Vereinbarung, nach der der Schild nicht nur das Unternehmen schützt, sondern auch die Arbeiter*innen, die dort während der Dauer der 
Epidemie Tag für Tag beschäftigt sind. Man darf nicht vergessen, dass es eine Vereinbarung für eine Krisenzeit ist und somit eine Situation 
betrifft, wenn die Lage der Firmen einer Verschlechterung unterliegt. Die Tätigkeit des Ausschusses bei Avon zeigt, dass es in einer solch 
schwierigen Situation nur die aktive Haltung der Arbeiter*innenorganisation erlaubt, eine sowohl für die Arbeiter*innen als auch den 
Arbeitgeber vorteilhafte Lösung sicherzustellen.

Quelle: http://ozzip.pl/informacje/mazowieckie/item/2667-komisja-ip-w-avon-distribution-wywalczyla-korzystniejsze-porozumienie-dla-pracownikow

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http://bielefeld.fau.org/2020/06/13/internationales-ip-ausschuss-bei-avon-distribution-erkaempfte-eine-fuer-die-arbeiterinnen-guenstigere-vereinbarung/


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