(de) die plattform: Erklärung zum faschistischen Angriff in Lyon!

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Do Dez 24 08:33:53 CET 2020


Nach dem faschistischen Angriff in Lyon: Solidarität mit den verletzten 
Gewerkschafter*innen! ---- Am letzten Samstag wurden in der französischen Stadt 
Lyon zwei Mitglieder der lokalen Gewerkschaft "Solidaires Rhône" von einer Gruppe 
Faschisten hinterhältig attackiert, als sie sich nach einer Spendenaktion für von 
Armut betroffenen Familien auf den Weg nach Hause machen wollten. Die 
Genoss*innen zogen sich verschiedene Knochenbrüche zu, die glücklicherweise nicht 
lebensbedrohlich waren. ---- Wir teilen hier eine Übersetzung einer gemeinsamen 
Erklärung von "Solidaires Rhône" und der Lyoner Sektion unserer Freund*innen von 
Union Communiste Libertaire, um uns mit den verletzten Gewerkschafter*innen zu 
solidarisieren. ---- Unsere grenzenlose Solidarität gegen die faschistischen 
Angriffe! Gute Besserung an die Betroffenen!

Übersetzung des Textes

Neue faschistische Aggression am Croix-Rousse anlässlich einer weihnachtlichen 
Spendenaktion

An diesem Samstag, 12.12. wurden am Ausgang einer Spendenstelle für Kleidung und 
Spielzeug, die von der Vereinigung PESE in den Räumlichkeiten der Buchhandlung La 
Plume Noire organisiert wurde, zwei Mitglieder der Vereinigung PESE (Pour 
l'Egalite Sociale et l'Ecologie), ebenfalls Mitglieder von Solidaires Rhône, von 
einer Gruppe von 7-8 militanten Rechtsextremen angegriffen.
Nachdem die Faschisten den Ort sichtbar ausspioniert hatten, warteten sie, bis 
die 2 Freiwilligen allein waren, um sie zu verprügeln (10 Minuten zuvor waren 
etwa zehn Personen in der Buchhandlung anwesend).
Der Angriff ist alles andere als unbedeutend:

Er wurde am Tag einer Kleider- und Spielzeugsammlung durchgeführt, die von einem 
Verein für arme Familien, insbesondere Migrantenfamilien, organisiert wurde.
Der anvisierte Ort, der die Sammlung beherbergte, hat in der Vergangenheit 
bereits Drohungen erhalten, Schmierereien an seiner Fassade und einen Angriff im 
Jahr 2016 durch etwa zwanzig Faschisten.
Zur Erinnerung: Die Stadt Lyon ist immer noch Stützpunkt mehrerer faschistischer 
Gruppen, darunter die Génération Identitaire (Anmerkung des Übersetzers: 
französischer Ableger der sogenannten "Identitären Bewegung"), die über ein 
öffentlich zugängliches Gebäude ("la Traboule") und einen Trainingsraum für den 
Straßenkampf ("l'Agogé") verfügt.

Seit 10 Jahren sind unsere Organisationen an Kollektiven beteiligt, die gegen 
diese Gruppierungen und für die Schließung ihrer Räumlichkeiten kämpfen, und wir 
werden uns trotz der Einschüchterung und dieses neuen Angriffs weiterhin 
engagieren. Die Strategie der extremen Rechten ändert sich nicht: angreifen, um 
Aktivist*innen zu verängstigen, aber wir bleiben entschlossen, gegen diese 
Militanten des Hasses zu kämpfen.
Unter der Ära Collomb (Anmerkung des Übersetzers: Bürgermeister von Lyon 
2001-2017, 2018-2020) wurde den Faschisten freier Lauf gewährt und die 
Schließungen von Lokalen erfolgten nur durch die Mobilisierung der Bewohner der 
betroffenen Stadtteile.

Wie viele Angriffe, wie viele Übergriffe müssen stattfinden, wie viele Verletzte 
müssen gezählt werden, damit endlich Maßnahmen gegen diese Hassgruppen ergriffen 
werden? Oder muss es erst zu Toten kommen? Die Laissez-faire-Haltung (Anmerkung 
des Übersetzers: Damit ist gemeint, dass die Stadt die Faschist*innen gewähren 
lässt) gegenüber diesen rechtsextremen Aktivisten ist inakzeptabel.

Wir werden weiterhin an der Seite der Arbeiter*innen, der Ausgebeuteten für 
unsere Emanzipation und soziale Gerechtigkeit kämpfen, mit eindeutiger Distanz 
von faschistischen Diskursen. Wir werden weiterhin die Arbeiter und die Bewohner 
der betroffenen Bezirke gegen diese Drohungen mobilisieren.

Gegen Faschisten können wir uns nur auf uns selbst und die Solidarität unseres 
sozialen Milieus verlassen.

Union Communiste Libertaire und Solidaires Rhône

https://www.dieplattform.org/2020/12/18/erklaerung-zum-faschistischen-angriff-in-lyon/


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