(de) die plattform - Favorites: Just now -- Thessaloniki: Libertatia wiederaufbauen!, von Ralf Dreis

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Mi Dez 23 09:20:46 CET 2020


Das 2018 von Nazihooligans niedergebrannte anarchistische Zentrum Libertatia in 
Thessaloníki wird wiederaufgebaut. Es soll ein lebendiges Bollwerk des 
antifaschistischen Kampfes werden. An der Geschichte des Hauses wird deutlich, 
dass Thessaloníki nicht immer so griechisch und christlich-orthodox war, wie 
Nationalisten behaupten. ---- Seit dem Beginn der Hausbesetzung 2008 sind 
Aktivist*innen der Libertatia an den gesellschaftlichen Kämpfen in Thessaloníki 
beteiligt. Genannt seien hier nur die Solidaritätsaktionen mit Geflüchteten, der 
Kampf gegen die Sonntagsarbeit an der Seite von Basisgewerkschaften, oder die 
Verteidigung der von Räumung bedrohten selbstverwalteten Seifenfabrik Vio.Me, die 
seit 2012 von Arbeiter*innen besetzt ist.
Heute ist das ausgebrannte neoklassizistische Gebäude von einem hohen Metallzaun 
umgeben. Die leeren Fensterhöhlen laden nicht unbedingt zum Verweilen ein.
Während der nationalistischen Mobilisierung im Zuge des Namensstreits mit dem 
griechischen Nachbarstaat Nordmazedonien, hatte ein Mob von 150 Nazis und rechten 
Fußballhooligans, am 21. Januar 2018, das Libertatia angegriffen. Mehrere 
Nationalisten traten die Tür ein und legten Feuer im Inneren des Hauses, das bis 
auf die Grundmauern abbrannte.
Es gab keine Festnahmen, im Gegenteil. Die anwesenden Polizeitruppen geleiteten 
den Mob in der Folge zurück zur "Mazedonien ist griechisch" Kundgebung. Auf der 
hatten sich 90.000 Nationalist*innen, rechtsextreme Organisationen, die 
inzwischen als kriminelle Vereinigung verurteilte Nazipartei Chrysí Avgí und 
große Teile des orthodoxen Klerus versammelt. Es ging einmal mehr um den seit 
1990 schwelenden Streit beider Länder um das Anrecht auf den Namen Mazedonien. 
Wegen des Streits blockierte Griechenland die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen 
und den Nato-Beitritt des Nachbarlands. Im Juni 2018 einigten sich die 
Regierungen schließlich darauf, dass Letzteres künftig Nordmazedonien heißen solle.
Bereits zu Beginn der Kundgebung im Januar 2018 hatten rund 100 Nazis zunächst 
das besetzte soziale Zentrum "Schule zum Erlernen der Freiheit" angegriffen, 
danach das Libertatia. Beide Angriffe konnten abgewehrt werden. Als die 
Rechtsextremen später bei einem zweiten Angriff das anarchistische Zentrum 
anzündeten, waren die Besetzerinnen und Besetzer auf einer antifaschistischen 
Gegenkundgebung, das Haus ungeschützt. Am Abend darauf nahmen über 2 500 Menschen 
an einer Solidaritätsdemonstration für das Libertatia teil. Starke Polizeikräfte 
griffen die Demonstrierenden mit Tränengas und Blendschockgranaten an.
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http://gskk.org/?p=7645


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