(de) freiburg.fau: Offener Brief für die Weitergabe der Tariferhöhung an die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst

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Di Dez 15 07:59:10 CET 2020


Liebe Kolleg:innen, ---- wir (Solibündnis zum Sozial und Erzieher:innen-Streik, 
Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (aks Freiburg), Care Revolution, die 
Belegschaft der "Kita Glacisweg e.V. - Kita auf dem Grethergelände" und die FAU 
Freiburg) rufen mit diesem Offenen Brief (pdf) unsere Kolleg:innen im 
Sozialbereich dazu auf, die Stimme zu erheben und sich gemeinsam dagegen zu 
wehren, dass die Corona-Krisenkosten auf uns und den Menschen mit denen wir 
arbeiten abgeladen werden. ---- Wir rufen euch alle auf, sprecht mit euren 
Kolleg:innen und unterstützt den Offenen Brief. Wir sammeln Unterschriften 
erstmals bis zum 10.01.21 um ihn dann zu veröffentlichen. ---- Sendet eure 
Unterstützung an aks-freiburg at gmx.de, oder an aks Freiburg, Adlerstr. 12, 79098 
Freiburg.

Der Brief soll dann erstmal mit den bis dahin gesammelten Unterschriften vor der 
ersten Doppelhaushaltslesung an die Presse, Gemeinderat, Verwaltung versendet 
werden. Und vielleicht machen wir dann auch noch eine kleine Aktion (dazu gerne 
auch Ideen an uns senden)

Zum Hintergrund noch BZ Artikel, einen aus der Zeit und eine Meldung des SWR wie 
die Ergebnisse der Tarifverhandlung schon zum Spielball gemacht werden.

Rückmeldungen an: aks-freiburg at gmx.de
Ihr könnt als Einzelperson oder als Gruppe den Brief unterstützen. zum Beispiel:
Einzelne Beschäftigte des[Träger]Freiburg im Bereich[XXX]
Team X der[Träger]
Personen mit ihren Namen

Offener Brief für die Weitergabe der Tariferhöhung an die Beschäftigten im 
Sozial- und Erziehungsdienst

Mit Erschrecken haben wir festgestellt, dass die Stadt Freiburg ihre langjährige 
Praxis der Weitergabe von Tariferhöhungen, im Rahmen der Corona Kürzungen nicht 
mehr fortführt. Da viele soziale Einrichtungen sich voll oder überwiegend durch 
die Zuschüsse der Stadt finanzieren, kommt das einer Aufforderung gleich, die 
aktuelle niedrige Tariferhöhung, soweit wir überhaupt tariflich entlohnt werden, 
nicht an uns Beschäftigte weiter zu geben. Dadurch wird die Tariferhöhung 
entweder nicht bei uns ankommen oder durch das Einsparen von Stellen zu mehr 
Arbeitsverdichtung und noch mehr Stress führen. Zudem könnten zum Beispiel im 
Kita-Bereich die Mehrkosten von den Eltern eingefordert werden.

Der Widerspruch zwischen der viel besprochenen "Systemrelevanz" einer überwiegend 
von Frauen ausgeübten Care-Arbeit scheinbar höhere, gerade auch finanzielle 
Anerkennung der Tätigkeiten und sich verschlechternden Arbeitsbedingungen wirkt 
auf uns wie Hohn. Klatschen allein hilft da nicht!
Nicht erst die Corona-Krise zeigt, dass eine ausgeprägte gesellschaftliche 
Infrastruktur, kollektive und öffentliche Güter als Grundlage für ein "gutes 
Leben" für Alle benötigt werden.

Anstatt wie in den letzten Jahrzehnten immer wieder bei jeder Krise den Sozial- 
und Kulturbereich zu kürzen, muss die soziale Infrastruktur besser finanziert und 
an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden.

- Wir sagen nein zu einer Kürzungspolitik, die auf dem Rücken von uns 
Beschäftigten ausgetragen wird
- Wir sagen nein zu einer Kürzungspolitik, die zum Nachteil aller Menschen ist, 
die auf eine gute soziale Infrastruktur angewiesen sind
- Wir fordern: Ja, zur Tariftreue der Stadt Freiburg und der Träger
- Wir fordern: Holt euch das Geld bei den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung 
(sie besitzen zwei Drittel des Vermögens)

Wir rufen die Beschäftigten auf, sich gegen eine Kürzungspolitik zu stellen, mit 
Kolleg:innen zu diskutieren und diesen Offenen Brief zu unterschreiben.
Zusammenhalten! Statt Ungerechtigkeit verwalten! Die Kosten der Krise nicht auf 
unserem Rücken!

Erstunterzeichner:innen:
Solibündnis zum Sozial und Erzieher:innen-Streik
Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (aks Freiburg)
Care Revolution Freiburg
Die Belegschaft der "Kita Glacisweg e.V. - Kita auf dem Grethergelände"
FAU Freiburg

https://freiburg.fau.org/2020/12/10/offener-brief-fuer-die-weitergabe-der-tariferhoehung-an-die-beschaeftigten-im-sozial-und-erziehungsdienst/


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