(de) asn koeln: Corona-Krise geht Weiter Aktuelles zur Covid-19-Pandemie (Update: 25.11.2020)

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So Dez 6 09:36:43 CET 2020


Arbeitskämpfe, Arbeitsschutz, ASN Köln, Gesundheit+Pflege, Internationales, 
Soziale KämpfeBeitrags-Navigation ---- Vorheriger ---- Mit fast 60 Millionen 
bisher bestätigten Infektionen und etwa 1,4 Million Toten weltweit ist der 
Ausbruch der Corona-Seuche immernoch in vollem Gang. Davon befinden sich mehr als 
70.000 Erkrankte in einem kritischen Zustand, wobei viele Fälle sicherlich 
garnicht offiziell erfasst werden. In den USA sind mit über 12 Millionen 
Infizierten die meisten Fälle gemeldet worden. Sehr viele Tote gibt es in 
Belgien, Britannien, Frankreich, Italien und Spanien, aber auch in Brasilien, 
Indien, Mexiko und den USA starben bereits Hundertausende. ---- Seit dem Ausbruch 
der Pandemie im März 2020 haben sich auch hierzulande fast 1 Million Menschen mit 
dem Virus angesteckt. Zwar ist der Verlauf in der BRD mit fast 15.000 Toten 
bisher vergleichsweise gering, was auch an den erfolgreichen Gegenmaß­nahmen im 
Frühsommer-Lockdown lag. Aber mit mehr als 18.000 Neuinfektionen und über 400 
Toten pro Tag ist die Tendenz in Deutschland seit Herbstbeginn dramatisch 
angestiegen, wobei über 3.000 Erkrankte auf Intensivstationen liegen.

Ungefähr 4.500 aktive Fälle von positiv Gestesten gibt es aktuell (Inzidenz: ca. 
140 pro 100.000 Ew.), meist in dicht besiedelten Metropolenregionen, aber auch in 
zahlreichen ländlichen Gebieten. Überfüllte Wohnräume, enge Arbeitsplätze und 
schlechte Sanitärversorgung spielen dabei eine Rolle. Doch um die 
kapitalisti­schen Gewinne zu schützen, werden von Politik und Verwaltung derzeit 
nicht weiträumig Unternehmen geschlossen. Sondern nur einzelne Einschrän­kungen 
in begrenzten Bereichen (Gastronomie, Kultur, Sport) werden angeordnet. Dass der 
Schutz von Arbeiter*innen und "Risikogruppen" im laufenden Geschäftsbetrieb meist 
nicht berücksichtigt wird, scheint egal zu sein. Streiks dagegen sind eher die 
Ausnahme.

In Deutschland ist zwar jede Ansteckung nach dem Infektionsschutzgesetz zur 
Gefahrenabwehr meldepflichtig. Aber in vielen anderen Staaten gibt es keine 
zuverlässigen Angaben über das wahre Ausmaß der Seuche. Vor allem in den weniger 
industrialisierten, ärmeren Regionen breitet sich das Virus unkontrolliert aus. 
Vermutlich sind dort die tatsächlichen Zahlen um ein Vielfaches höher.

Um so wichtiger ist es, die aktuellen Erkenntnisse über diese gefährliche 
Atem­wegserkrankung zu teilen und den Gesundheitsschutz für Alle gemeinsam zu 
organisieren. Eigenverantwortung und vor allem Rücksichtnahme auf die 
Gefährdetsten sind daher gelebte Solidarität. Doch statt auf staatlichen Zwang 
und strenge Überwachung zu vertrauen (oder gar die massiven Gesundheitsge­fahren 
herunterzuspielen) setzen wir auf gegenseitige Hilfe. Durch praktische 
Unterstützung in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz können die sozialen Kämpfe 
gegen die Folgen der Seuche gleichberechtigt solidarisch gestärkt werden. Somit 
lässt sich der rassistischen Ungerechtigkeit und kapitalistischen Ausbeutung in 
dem vom Kolonialismus geprägten Weltmarkt etwas entgegensetzen. Wobei man leider 
feststellen muss, dass das Coronavirus die Aufmerksamkeit von der weiterhin sich 
dramatisch verschlimmernden Klimakatastrophe wieder ablenkt...

Einige Infos zum Umgang mit dem Corona-Virus
Übertragungswege:
- Tröpfchen (Husten, Spucken, Niesen)
- Aerosol-Nebel (Reden, Singen, Lachen, Rufen)
- Schmier-Infektion (Verbreitung durch Anfassen)

Eintrittstellen:
Nase, Mund und Augen

Schutzmaßnahmen:
- Händehygiene (regelmäßig für 20 sec mit Seife waschend desinfizieren)
- nicht in‘s Gesicht fassen, stattdessen evtl. Handschuhe tragen
- Mobiltelefone/Schlüssel reinigen (mit UV-C-Strahlen, Ozon oder Alkohol 
sterilisieren)
- Türgriffe, Lichtschalter, Wasserhähne, Toiletten wischend desinfizieren
- Atemschutz tragen (FFP2-Masken oder 60°C waschbarer Mund-Nasen-Schutz)
- Gesicht mit Plastik-Visier oder Schutzbrille abdecken
- Körperliche Kontakte vermeiden bzw. verkürzen
- Abstand halten (mindestens 1,5 m und in unbelüften Räumen viel mehr)
- Menschengruppen vermeiden und Infizierte isoliert versorgen
- Räume möglichst alle 30 min kurz durchlüften (oder Umluft sterilisieren)
- Gesundheit fördern durch Ernährung, Entspannung, Schlaf, Nichtrauchen,...

Risikofaktoren (Wahrscheinlichkeit):
- Vorerkrankungen (Atemwege, Herz/Kreislauf, Adipositas, Diabetes, Krebs)
- höheres Alter (ab ca. 50 Jahren ansteigend), aber: Jugend allein schützt nicht!
- Blutgruppe (leicht erhöhtes Risiko bei A Rhesus positiv)
- Unterdrückte Immunreaktion (z.B. durch Medikamente)

Einige Krankheitszeichen:
- Atemnot oder Kurzatmigkeit (>30/min)
- Schnupfen, Halsschmerzen, trockener Husten
- Fieber oder erhöhte Temperatur (ab 37,5 °C)
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Dehydration (großer Durst, wenig Urin)
- Verwirrungszustände

Diagnoseverfahren:
- Abstrichoder Blutabnahme
-Gen-Test (PCR) und Antikörper-Test (ELISA/CLIA), sowie Antigen-Test (PoC), z.B. 
in einer Hausarzt*praxis, beim Gesundheitsamt, in Krankenhäusern oder an mobilen 
Teststationen

Pflegemaßnahmen:
- Wasserzufuhr (istotonische Getränke mit Elektrolyten, evtl. Infusion)
- Sauerstoffzufuhr ermöglichen (Lüften, Inhalieren)
- Atemluft befeuchten
- Kühlung mit Gel-Kissen oder Wadenwickeln
- Bedarfsmedikation nach Verordnung: z.B. Paracetamol (max. 500-600 mg)
- Antibiotika und Cortison nicht ohne Anordnung einnehmen
- möglichst bald zur ärztlichen Untersuchung (zur Beobachtung von Blutgerinnung, 
Entzündungs- und Leberwerten, sowie Nierenfunktion)

Krankheitsverlauf und Behandlung:

Nach Auftreten der ersten Symptome dauert diese Erkrankung etwa 10 bis 14 Tage 
mit stark schwankenden und unterschiedlichen Symptomen. Obwohl vieles noch nicht 
erforscht ist, weiß man mittlerweile, dass das Coronavirus (SARS-CoV-2) zu einer 
Überreaktion des Immunsystems führen kann, mit vermindertem Sauerstoff-Austausch 
und dem Risiko eines aktuen Lungenversagens.

Bei Patient*innen, die aufgrund von Fieber unter Wassermangel bis hin zu akuten 
Nierenschäden (Dialysepflicht) leiden, steigt das Risiko der Sterblichkeit. 
Selten kommt es außerdem zum septischen Schock, der sogenannten "Blutvergiftung". 
Die häufigsten Todesursachen bei Covid-19 sind jedoch Störungen der Blutgefäße 
durch Thrombosen und Lungenembolien.

Zwar ist der Krankheitsverlauf bei über 80 % der Patient*innen eher mild, aber 
etwa 5 % der Betroffenen geraten in einen kritischen Zustand. Viele 
längerfristige Auswirkungen sind zwar noch kaum untersucht, aber es deutet sich 
bereits an, dass es auch zu bleibenden Hirn- oder Herzschäden, sowie zu Störungen 
im Nervensystem kommen kann. Anzeichen dafür sind beispielsweise ein Verlust des 
Geschmacks- und Geruchssinns oder auch Schwindelanfälle. Vermutet werden auch 
Folgeerkrankungen der Leber oder eine Störung des Zucker-Stoffwechsels.

Da sich die Erreger nicht nur in den Atemwegen, sondern im gesamten Körper 
verbreiten, kann es auch zu Schäden an Speiseröhre, Blase oder Dünndarm kommen. 
Bei einigen Kindern wurde zudem ein neues Krankheitsbild entdeckt: gerötete 
Augen, hoher schneller Puls, Hautausschlag, Ödeme, geschwollene Lymphknoten, 
Fieber und Herzschäden (ähnlich dem seltenen Kawasaki-Syndrom).

Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass möglicherweise keine dauerhafte 
Immunität gegen eine erneute Ansteckung entwickelt wird. Sondern dass die anfangs 
gebildeten Antikörper schon nach einigen Wochen weniger werden und nach 3 Monaten 
garnicht mehr vorhanden sind. Somit besteht zur Zeit wenig Hoffnung auf eine 
wirksame Impfung oder eine massenhafte Immunisierung der Weltbevölkerung. Auch 
sogenannte "Immunitätsausweise", welche gegenüber Leuten ohne solche "Freibriefe" 
als diskriminierend kritisiert werden, haben dadurch keine zuverlässige 
Gültigkeit. Was bleibt, sind die Schutzmaßnahmen.

Derzeit werden jedoch verschiedene Medikamente erprobt: Der Virenhemmer 
Remdesivir (zu Beginn des Verlaufs) und der Entzündungshemmer Dexamethason (bei 
Beatmungsfällen) sind am ehesten erfolgversprechend für eine Behandlung. 
Eventuell könnte man in Zukunft auch das Medikament Beta Interferon zum 
Inhalieren verwenden, aber das muss noch genauer erforscht werden.

Zu befürchten ist allerdings, dass die Reichen und Mächtigen sich als Erste diese 
Medikamente sichern werden - auch wenn sie heute noch deren Wirksamkeit oder gar 
das Virus leugnen. Denn die zunehmende soziale Ungleichheit und auch eine 
diskriminierende Ausgrenzung gehören zu den schweren Nebenwirkungen dieser 
Seuche, welche wir weltweit bekämpfen müssen. Die Selbstorganisation und 
vielfältige direkte Aktionen sind hierbei effektive Mittel auf dem langen Weg in 
eine ebenso freiheitliche, wie gleichberechtigte Gesellschaft.

Kämpfen wir also gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen auf 
diesem Globus!

Anarchosyndikalistisches Netzwerk - ASN Köln,
(CC:BY-NC)

https://asnkoeln.wordpress.com/2020/08/12/corona-krise-geht-weiter/


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