(de) Die Plattform - Anarchakommunistische Organisation: Zitate des Monats August: Rudolf Rocker, zur Verdeutlichung der Bedeutung des Streiks als Kampfmittel.

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Fr Aug 7 08:10:12 CEST 2020


"Organisierte Arbeitsverweigerung. In ihrer einfachsten Form ist für die Arbeiter ein unentbehrliches Mittel, ihren Lebensstandard zu heben 
oder ihre erreichten Vorteile (...) zu verteidigen. (...) er ist auch eine fortgesetzte Schulung ihrer Widerstandskräfte.". ---- In vorigem 
Zitat wird einerseits die Notwendigkeit des Streiks zur Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lage der Arbeiter*innen betont, zugleich 
auch seine Bedeutung als ein Prozess, in welchem sich Menschen emanzipieren, Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Wehrhaftigkeit machen, 
welche eine organisierte Bewegung weiter tragen und bestärken kann. ---- "Die lächerlichste Forderung, die so oft den Anarchosyndikalisten 
zugeschrieben wird, dass es nur der Ausrufung des Generalstreiks bedarf, um innerhalb weniger Tag eine sozialistische Gesellschaft zu 
etablieren, ist natürlich eine Erfindung von unwissenden Gegnern.".

In Bezug auf den Generalstreik gibt es bis heute in Teilen der politischen Linken viele Missverständnisse. So ist in Krisenzeiten, z.B. 
aktuell im Bezug auf die Corona Pandemie, oftmals zu hören, dass es ja nur einen Streik in diesem oder jenem Bereich bräuchte, um alles lahm 
zu legen. Wo die Abhängigkeit der Gesellschaft von bestimmten Berufszweigen besonders hoch ist und dadurch zeitweise deren Bedeutung 
sichtbarer wird. Das stimmt einerseits natürlich, gerade Berufe, welche unsere Gesundheit, das Zusammenleben, die Versorgung und Wohlstand 
erhalten, sind zweifelsohne auch in einer späteren Gesellschaft unentbehrlich. Der Generalstreik als Mittel, als ein dauerhafter Kampf gegen 
die Verhältnisse der lohnabhängigen Klasse, ist ein zentrales Element, jedoch noch nicht "die Revolution" als solche. Im Bezug auf die 
"Emryo-These" des Syndikalismus "Wir bauen die neue Gesellschaft in der Schale der Alten", braucht es eben auch den langfristigen Aufbau von 
Gegenmacht und Strukturen, mit welchen wir die kapitalistische Wirtschaftsweise aushebeln können. Damit wird eine "Revolution", eben kein 
kurzfristiges Ereignis sein, sondern ein langfristiger Prozess der Aufbauarbeit und Auseinandersetzungen, bei dem ggf. auch einige 
Rückschläge zu verkraften sind, aus welchen wir lernen können.

"Direkte Aktion durch organisierte Arbeit findet ihren stärksten Ausdruck im Generalstreik, in der Niederlegung der Arbeit in jedem 
Produktionszweig in Fällen, in denen andere Kampfmittel versagen. Er ist die mächtigste Waffe, die die Arbeiter zur Verfügung haben und 
vermittelt den umfassenden Ausdruck ihrer Stärke als sozialer Faktor. Der Generalstreik ist natürlich kein Mittel, das bei jeder Gelegenheit 
willkürlich angewandt werden kann. Es sind gewisse soziale Voraussetzungen nötig, um ihm die angemessene moralische Stärke zu verleihen und 
zu einer Willenserklärung der breiten Massen werden zu lassen.".

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