(de) CNT-AIT F: Frankreich: Das Bildungssystem in der Gesundheitskrise

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Di Apr 14 08:14:21 CEST 2020


Im Bildungssystem und überall - Die Gesundheitskrise beweist das strukturelle Versagen von Staat und Kapitalismus ---- Seit dem Beginn der 
Ausgangssperre müssen wir Arbeiter*innen im landesweiten Bildungsystem unseren Auftrag unter neuen beruflichen Bedingungen erfüllen, auf die 
wir nicht vorbereitet waren. Wir haben uns organisiert, trotz der widersprüchlichen Anordnungen unserer Vorgesetzten und trotz ihrer 
völligen Unfähigkeit, für unsere Sicherheit vorzubeugen und diese zu garantieren. ---- Wir arbeiten weiterhin daran, unseren Bildungsauftrag 
umzusetzen und neu zu bestimmen. Trotz aller pädagogischer Vorschriften, die manchmal - wie in der Akademie von Créteil - erst drei Wochen 
nach Beginn der Quarantäne am letzten Tag vor den Ferien erlassen werden. Einige unserer Kolleg*innen sind bei der Ausübung ihrer 
unverzichtbaren Aufgaben erkrankt, weil sie nicht den notwendigen Schutz bekommen hatten, um ihre körperliche Unversehrtheit zu erhalten.

Wir erfüllen diese Aufgaben jedoch trotz der Hierarchie im Bildungswesen, welche bewusst die sozialen Probleme unserer Schüler*innen ignoriert:

- Unterbringung in beengten und manchmal ungesunden Räumen;

- katastrophale Bedingungen (Isolation, Gesundheitsgefahren, Hunger) von Jugendlichen, die von sozialen Diensten abhängig sind, welche seit 
Jahren abgebaut wurden;

- häufiges Fehlen von Computerausstattung und Internetanschluss, welche die Fortsetzung eines sozialen Lebens auf Abstand und die 
Aufrechterhaltung einer pädagogischen Verbindung ermöglichen.

Wir fordern daher, dass unverzüglich folgende Maßnahmen ergriffen werden:

- Schutz des in den Schulen arbeitenden Personals;

- Aufstockung der Budgets von Sozialdiensten, um eine gute menschliche Betreuung der Jugendlichen, sowie die Verbesserung ihrer 
intellektuellen und materiellen Versorgung zu ermöglichen (Einkauf besserer Lebensmittel, Bücher, Spiel);

- sofortige und bedingungslose Anerkennung aller Migrant*innen ohne Papiere;

- unmittelbare Ausstattung mit neuer Computerausrüstung und 4G-Verbindung, um die gesamte Bevölkerung kostenlos versorgen zu können, damit 
alle Schüler*innen ihr unveräußerliches Recht auf Bildung garantiert bekommen und alle die Möglichkeit bekommen, ihre sozialen Anbindung 
aufrechtzuerhalten;

- sofortiger und völlig kostenloser Zugang zum Internet für alle in Frankreich ansässigen Personen. Das Internet muss als Gemeinwohl und 
öffentliche Dienstleistung betrachtet werden und sollte frei zugänglich sein, ohne jegliche Anforderungen an technische Ausstattung oder 
persönlicher Identifikation.

Es versteht sich von selbst, dass diese Maßnahmen, die ein Existenzminimum darstellen, nach der Gesundheitskrise, die wir jetzt durchleben, 
noch ausgeweitet werden müssen.

Einige Arbeiter*innen im landesweiten Bildungssystem

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Übersetzung: ASN Köln, https://asnkoeln.wordpress.com/ (CC:BY-NC)

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