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Do Apr 2 07:59:03 CEST 2020


Am 28./29. Februar 2020 organisierte die FAU Frankfurt die Konferenz Systemwandel und Gewerkschaft mit dem Titel Klima, Digitalisierung, 
Gewerkschaften und Arbeitskampf 4.0. Ein Interview mit Karsten Renner von der FAU-Frankfurt. ---- Betrieb & Gesellschaft Von: JayParker - 
25. März 2020 ---- WIE KAM DIE IDEE EINE KONFERENZ ZU MACHEN? WIE IST DIE FAU FRANKFURT IN KLIMAPOLITISCHE KÄMPFE EINGEBUNDEN, GIBT ES 
BÜNDNISSE? ---- Karsten Renner: In Frankfurt hatten wir uns seit Anfang 2018 mit dem Thema Arbeit 4.0 / Industrie 4.0 und den 
gewerkschaftlichen Handlungsoptionen dazu beschäftigt. Um unser Anliegen stärker in die Öffentlichkeit zu bringen, haben wir unter dem Motto 
"Unions for Future - System change not Climate change" zu einem Block auf der 1. Mai Demo 2019 in Frankfurt aufgerufen. Dort verteilten wir 
u.a. einen Flyer, in dem unsere Sicht auf das Thema Kapitalismus, Klimapolitik, Produktion und Machtverhaltnisse, Lohnarbeit und die 
notwendige Rolle von Gewerkschaften angesichts der okologischen Krise thematisiert wurde.

Auf dem FAU Kongress 2019 haben wir das Thema nochmal aufgegriffen und darüber informiert, dass wir zum Ende des Jahres eine Konferenz 
planen, "auf der entlang ausgewahlter Branchen die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeit beleuchtet werden sollen. Ziel der 
Konferenz ist es, etwaige neue Arbeitskampfmittel und -formen zu entwickeln und die Diskussionsergebnisse als Basis fur die weitere Arbeit 
zum Thema in einem Reader zu verschriftlichen.

Wir haben dann noch einen FAU internen Text mit dem Titel "Generalstreik, die FAU und Unions for Future" verfasst, in dem wir einen 
Schulterschluss mit der Klimabewegung "Fridays for Future" vorgeschlagen haben. "Wir finden das Anliegen der Bewegung richtig und wichtig 
und begrußen selbstverstandlich das Mittel des Streiks zur Durchsetzung legitimer Ziele. (...) Zudem eroffnet sich aus unserer Sicht hier 
ein neues gewerkschaftliches Aktionsfeld in dem sich auch das Thema der Notwendigkeit der Vergesellschaftung von Ressourcen und 
"Demokratisierung der Wirtschaft" gut platzieren lasst".

Dann wurde für den 20. September 2019 ein globaler Klimastreik ausgerufen. Maßgeblich initiiert von "Fridays for Future", sollten nicht nur 
die Schüler*Innen streiken, sondern wir alle. Auch die FAU Frankfurt beteiligte sich an den Vorbereitungen und unterstützte die Proteste 
unter dem Motto: "Unions for Future - System change not climate change" und rief ihre Mitglieder zur Teilnahme am globalen Klimastreik auf.

Als wir dann in der Planungsphase waren und überlegt haben, welche Themen und Branchen wir auf der Konferenz vertreten sehen wollen, haben 
wir natürlich zuerst bei den Menschen und Gruppen angefragt, mit denen wir vor Ort eine langjährige Zusammenarbeit in konkreten 
Auseinandersetzungen und Kämpfen haben. Da auch dort das Bedürfnis vorhanden war, überbetrieblichen Austausch rund um Digitalisierung, 
Lohnarbeit und die Entwicklungen und Auswirkungen in verschiedenen Branchen zu thematisieren, waren wir uns schnell einig.

WELCHE THEMEN WURDEN BESPROCHEN?
KR: Die Themen richteten sich natürlich an den Arbeitsgruppen aus und wegen der kurzfristigen krankheitsbedingten Absage des Referenten der 
AG Automotive kam dieses wichtige Thema leider nur indirekt in dem Beitrag des Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden (AKU) bei der 
Auftaktveranstaltung zum Tragen.

Die anderen AGs hatten als Themen Klima & Gewerkschaft, die Situation im Pflegebereich, die Bedingungen in der internationalen Textilbranche 
und die okonomische, okologische und soziale Bedeutung der ITK Branche (Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK)). Zur AG 
"Zukunft der Arbeit im Sozialwesen" kann ich exemplarisch ein paar Stichpunkte nennen, dort ging es bspw. um die andauernde Ökonomisierung 
des Bereichs, die Privatisierung offentlicher Aufgaben, den Einsatz privatwirtschaftlicher Managementtechniken und um deren Auswirkungen auf 
unsere Lohnarbeit. Außerdem sind wir der Frage nachgegangen, wie es mit der Digitalisierung in dieser Branche aussieht, welche 
Arbeitsprozesse digitalisiert werden, wo dadurch Arbeitsplätze überflüssig werden und wo gegebenenfalls neue entstehen. Dann ging es um das 
Thema der Möglichkeiten der Politisierung der Beschäftigten und darum, wie wir uns als Lohnabhängige in der ganzen Entwicklung die Räume und 
Handlungsmöglichkeiten zum Widerstand und zum Arbeitskampf schaffen können.

WELCHE GÄSTE WURDEN EINGELADEN? WIE HABT IHR DEN KONGRESS GESTALTET?
KR: Spezielle Gäste gab es nicht, wenn wir von der Einladung an Fridays for Future Frankfurt für die Auftaktveranstaltung mal absehen. Wir 
haben natürlich verschiedene Initiativen - gerade aus dem IT Bereich - zur Teilnahme eingeladen, wie auch KollegInnen und Mitglieder anderer 
Gewerkschaften zu den jeweiligen Diskussionen.

Gemeinsam mit den Referenten der anderen Gruppen wurden die Themen und Arbeitsgruppen vorbereitet. Wir haben dann Werbung gemacht, über 
Mailings, persönliche Anschreiben, die extra erstellte Webseite, Flyer und Plakate. Und die ganze Technik organisiert, die für eine 
Konferenz gebraucht wird, Lautsprecheranlagen, Beamer, Flipcharts usw. und natürlich situationsbedingt, Material das zur Vermeidung von 
Virusinfektionen hilfreich ist.

WELCHE RESONANZ GAB ES UND AUS WELCHEM SPEKTRUM?
KR: Das Interesse war für uns vorher nicht einzuschätzen, es gab einige Anfragen und Anmeldungen und bei der Auftaktveranstaltung am 
Freitagabend mit 7 Beiträgen kamen etwa 50 ZuhörerInnen. Bei den AGs am Samstag - es waren jeweils drei parallel am Vor- und Nachmittag 
geplant - waren durchgängig etwa 70 Personen anwesend. Die Teilnehmenden waren bunt gemischt, die meisten kamen von außerhalb Frankfurts, 
das Spektrum reichte von der FAU, über gewerkschaftlich Nichtorganisierte, Mitglieder von ver.di, der IG Metal (IGM) und der IG Bergbau, 
Chemie, Energie (IGBCE), Kolleginnen und Kollegen von transnationals information exchange (tie) und der alternativen Hochschulgewerkschaft 
unter_bau usw..

GIBT ES WEITERFÜHRENDE IDEEN, DIE AUS DEM KONGRESS ENTSTANDEN SIND?
KR: Die Abschriften und Auswertungen der Tonaufnahmen sind noch nicht fertig gestellt, aber es gab verschiedene interessante Anregungen. In 
Frankfurt werden wir mit den Beteiligten darüber sprechen, ob wir in absehbarer Zeit eine Folgekonferenz durchführen können, denn in den 2,5 
Stunden, die in den AG

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