(de) Anarchistisches Kollektiv Glitzerkatapult: An alle Klimaaktivist*innen

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Do Sep 26 08:59:24 CEST 2019


Wir freuen uns, dass du heute auf die Straße gehst, um mit Fridays for Future auf den 
Klimawandel aufmerksam zu machen. ---- Um die Klimakatastrophe auf zu halten sind große 
gesellschaftliche und politische Veränderungen in kurzer Zeit nötig. Auch jede*r Einzelne 
von uns kann etwas tun, um weniger zum Klimawandel bei zu tragen. Das Betrifft verschieden 
Lebensbereiche, wie Konsum, Nah- und Fernverkehr und nicht zuletzt unsere Ernährung. ---- 
Die Herstellung tierischer Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier, braucht erheblich mehr 
Wasser, Land und andere Ressourcen als die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel. Für die 
Produktion einer tierischen Kalorie, werden durchschnittlich 7 Pflanzen-Kalorien benötigt. 
Regenwälder werden abgeholzt um Futter für die Tiere an zu bauen, die wir dann essen. 
Lebensräume und Ökosysteme werden so für immer zerstört. Tier- und Pflanzenarten sterben 
massenhaft aus und Urwälder gehen als dauerhafte CO_2-Speicher verloren. Für die 
Produktion von einem Liter Kuhmilch benötigt man beispielsweise fast 5 mal so viel 
Landfläche wie für die Herstellung von einem Liter Hafermilch.
In der globale Tierproduktion entsteht ein Anteil von 18 % aller Treibhausgase während 
Autos, Flugzeuge und andere Verkehrsmittel insgesamt "nur" für 14% der Treibhausgase 
verantwortlich sind. Bei der "Produktion" von einem Liter Kuhmilch Joghurt fallen 
beispielsweise 4 mal mehr Treibhausgase an, als bei der Produktion von einem Liter 
Sojajoghurt.
Tierische Produkte sind daher extreme Ressourcenverschwendung. Wenn wir weiterhin so viel 
Fleisch, Milchprodukte und Eier konsumieren, bräuchten wir im Jahr 2020 bereits die 
Ressourcen von fast 2 Erden um unsere Ernährung dauerhaft zu sichern.
Letztlich fördern wir durch den Konsum von Tierprodukten Ressourcenkämpfe, Armut und 
Hunger in wirtschaftlich benachteiligten Ländern. Deshalb ist unser Festhalten an 
traditionellen Ernährungsformen auch ein Festhalten an Privilegien.
Wir stehen in der Verantwortung eigene Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Zudem ist es 
wichtig globale Zusammenhänge zu erkennen, um den Klimawandel zu stoppen.
Wir sollten uns für eine ökologische, vegane Landwirtschaft einsetzen, die alle Menschen 
mit genügend Essen versorgt. Unser Ziel ist endlich Verteilungsgerechtigkeit herstellen zu 
können und allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen.
Eine pflanzliche Ernährung ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Denn wenn wir weiter so leben als gäbe es kein morgen, dann wird es für kommende 
Generationen auch kein morgen mehr geben.
Wenn Menschen Käse, Eier, Joghurt, Steaks oder Produkte mit versteckten Tiererzeugnissen 
essen, leidet aber nicht nur das Klima, sondern vor allem auch die Tiere.
Viele Menschen wünschen sich eine artgerechte Haltung von Tieren. Gemeint ist damit jedoch 
oft nur, dass Tiere nicht in "Megaställen" gehalten werden sollten, dennoch stammt nur ein 
verschwindend geringer Anteil der Tierprodukte in Deutschland nicht aus der 
Massentierhaltung. In Frage gestellt wird meist nicht die Tatsache, dass Hühner, Kühe, 
Schweine und andere Tiere auch in kleinbäuerlicher/ökologischer Landwirtschaft gezüchtet, 
eingesperrt und getötet werden. Sie werden dabei weiterhin als Produkte angesehen. Solange 
Menschen Tiere nicht als fühlende Lebewesen anerkennen, die ein Interesse an Freiheit und 
Unversehrtheit besitzen, kann es keine Verbesserung für sie geben. Nur eine vegane 
Lebensweise ist fair gegenüber Tieren. Denn Tiere gehören uns nicht, sie gehören nur sich 
alleine.
Wir glauben, Artgerecht ist nur die Freiheit!
Während wir versuchen unseren Alltag ökologischer zu gestalten ist es wichtig auch das 
große Ganze in Blick zu behalten. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, dem Kapitalismus, 
das darauf angelegt ist, dass die Wirtschaft jedes Jahr wächst. Das bedeutet dass jedes 
Jahr mehr produziert werden muss und mehr Produkte verkauft werden müssen. Die Ressourcen 
unserer Erde sind aber begrenzt. Unbegrenztes Wachstum ist in einer Welt mit begrenzten 
Ressourcen nicht möglich. Unternehmen folgen den Spielregeln des Kapitalismus. Profite 
stehen dabei an erster Stelle. Im Konkurrenzkampf um die höchsten Gewinne sind Tiere, 
Natur und Menschen Mittel zum Zweck. Um im Kapitalismus konkurrenzfähig zu sein, muss 
immer billiger produziert werden - darunter leiden Menschen, Tiere und Natur. Gerade 
ökologische Aspekte kommen dabei meist zu kurz. Globale Ungerechtigkeit und die Klimakrise 
entstehen also durch die Grundsätze unseres Wirtschaftssystems, das auf Ausbeutung und 
Naturzerstörung basiert.
Wir sollten das Problem an der Wurzel packen, verschiedene soziale Bewegungen 
zusammenführen und den Kapitalismus abschaffen. Wir kämpfen für ein Wirtschaftssystem in 
dem alle das bekommen was sie brauchen, unabhängig davon was sie leisten. Wir brauchen ein 
solidarisches Wirtschaftssystem, das nachhaltig mit Ressourcen und der Natur umgeht und in 
dem sich alle nach ihren Fähigkeiten einbringen können.
Denn innerhalb des Kapitalismus ist ein echter Wandel nicht möglich.
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