(de) FAU, direkte aktion: CHAOS UM FOODORA - CHANCEN FÜR DAS LEIPZIGER SYNDIKAT?

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Mo Jun 3 06:48:56 CEST 2019


Die Leipziger Deliverunion, die sich vor eineinhalb Jahren als AG des ebendort 
neugegründeten FAU-Syndikats herausbildete, steckt nun in einem ihrer entscheidensten 
Konflikte. ---- Betrieb & Gesellschaft Von: Balu - 29. Mai 2019 ---- Die in ihr 
organisierten Fahrer*innen des Essenslieferanten foodora traten nämlich vergangenen 
Dezember mit einer Petition zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen hervor. Ihr 
verantwortlicher Arbeitgeber wurde jedoch kurz darauf verkauft und taumelt nun in einem 
geschäftlichen Vakuum. Die hieraus folgenden chaotischen Zustände im Betrieb rücken eine 
Beantwortung der folgenden vier Forderungen dabei in entsprechende Ferne. ---- Einführung 
einer Verschleißpauschale von 39 Cent pro gefahrenen Kilometer ---- 1 Euro mehr pro 
Arbeitsstunde ---- Transparentes Schichtvergabesystem ---- Abschaffung sachgrundloser 
Befristungen
Mit der persönlichen Vorlage der Petition an die Berliner foodora-Geschäftsleitung 
erreichte die tempo-reiche Entwicklung der Deliverunion Ende 2018 also ihren vorerst 
letzten Höhepunkt.

Nichtsdestotrotz sorgt die um sich greifende Ungewissheit gerade jetzt für aktivistischen 
Zündstoff unter den Angestellten, die mittlerweile nicht mehr für das in Berlin sitzende 
Überunternehmen Delivery Hero, sondern für Takeaway.com aus Amsterdam tätig sind.

Angesichts der Verkomplizierung des aktuellen Arbeitskampfes, könnten wachsende Sorgen und 
Unzufriedenheit -einigen Genoss*innen des Leipziger Syndikats zufolge- potenziell zu einer 
noch breiteren und nachhaltigen Politisierung der Beschäftigten führen. Viele Fahrer*innen 
erkennen nämlich die bisherigen Erfolge in der Zusammenarbeit ihrer Kolleg*innen mit der 
FAU an, tatsächlich sehen beide Seiten in dem baldigen Rebranding von foodora ein sich 
erweiterndes Aktionsfeld, in dem sich die Strategien und Ansätze unserer Basisgewerkschaft 
abermals beweisen könnten.

Mit der Verlagerung der Unternehmensleitung in die Niederlande gestaltet sich der Prozess 
um die Erfüllung von Arbeitsrechtsforderungen aber wahrscheinlich bald noch schwieriger 
und unpersönlicher, weshalb die Leipziger Deliverunion bereits an einer neuen 
Herangehensweise arbeitet.

Die genannten Forderungen sollen nun nämlich durch eine neue Petition verwirklicht werden, 
die sich direkt an die Besitzer der Restaurants und Bistros wendet, die mithilfe von 
foodora ihre Gerichte im Leipziger Stadtgebiet verschicken.

Mit dem Gelingen der diesbezüglich geplanten Aktionen wird hoffentlich auch ein Signal an 
die anderen Mitglieder der jüngst gegründeten "Transnational Federation of Couriers" 
gesendet, ein europaweites Bündnisprojekt, dass seit Oktober 2018 verschiedenste 
organisierte Kurierfahrer*innen zusammenfasst.

Auf jeden Fall blicken wir optimistisch der aktuellen Petition sowie der Stabilität der 
Deliverunion-Kampagne entgegen. Das Leipziger Syndikats bleibt garantiert wehrhaft und 
jeder noch so kleine Erfolg ist und bleibt ein Schritt Richtung einer 
anarchosyndikalistischen Zukunft!

Für weitere Informationen und Neuigkeiten rund um die Leipziger Deliverunion, könnt ihr 
entweder www.leipzig.fau.org/deliverunion/ oder die facebook-Seite der Kampagne besuchen.

https://direkteaktion.org/chaos-um-foodora-chancen-fuer-das-leipziger-syndikat/


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