(de) evibes: #Wirstreiken gegen eine Regierungsbeteiligung von Faschist*innen

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Mi Jul 24 08:39:23 CEST 2019


#Wirstreiken mit dir, weil es eh schon beschissen genug ist! ---- Auch wir unterstützen 
die Initiative #Wirstreiken. Sie ruft dazu auf, die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU 
und AfD zu bestreiken, sollte es zu diesen kommen. Ihren Aufruf  und anderes findet ihr 
hier: www.wirstreiken.org ---- Schaut auch auf  twitter (@wirstreiken1), Facebook und 
Instagram vorbei! ---- Aufruf ---- Da machen wir nicht mit! (Aufruf als PDF) ---- Wir 
streiken gegen eine Regierungsbeteiligung von Faschist*innen ---- Wir wollen mit all 
unserer Kraft, unseren Ideen und unserer Solidarität eine völkisch-autoritäre Regierung, 
also eine CDU-AfD-Koalition in Sachsen verhindern. Sollte sich im September nach der 
Landtagswahl doch eine Koalition der Konservativen mit der völkischen AfD ankündigen, 
wollen wir nicht überrascht sein oder ausgebrannt, sondern vorbereitet.

Die Regierungsbeteiligung einer faschistischen Partei nach 1945 wäre eine historische 
Zäsur. Wir wollen Handlungsspielräume gemeinsam diskutiert haben und nicht in Angststarre 
verharren. Wir wollen unser Wissen aus der Geschichte in Anwendung bringen, daher meinen 
wir, braucht es einen Streik.

Was droht uns?

Wenn die AfD an der Regierung beteiligt ist, drohen uns Szenarien wie in Österreich, den 
USA oder Italien. Das heißt, dass Menschen gegen Menschen in Stellung gebracht werden.

Emanzipatorische und solidarische Politik wird noch stärker kriminalisiert werden. 
Öffentlichen Einrichtungen, die nicht auf Linie sind, werden die Gelder gestrichen werden. 
Rassismus und Menschenfeindlichkeit gehören dann noch stärker zu unserem Alltag. Die 
Abwertung von Frauen, Lesben, Schwulen, Transsexuellen und allen Geschlechtern wird Leben 
zerrütten. Soziale Rechte werden noch mehr beschnitten und Armut wächst und wächst. 
Verkehrs- und Wirtschaftspolitik werden weiter auf die Klimakrise zusteuern. Die 
rassistische Gewalt wird noch

mehr zunehmen und es wird noch mehr Tote geben. Das gesellschaftliche Klima wird durch 
Kälte, Lüge und Abwertung geprägt sein. Eine Regierung aus AfD und CDU wäre unendlich 
gefährlich, für Feminist*innen, Arme, Linke, Migrant*innen, Obdachlose, Jüd*innen, 
Rom*nja, Klimaaktivist*innen, Queers[1], Liberale, Alternative und Subkulturelle und viele 
mehr. Manche reden schon vom Wegziehen. Aber wir wollen nicht aufgeben, bevor wir nicht 
alles versucht haben. Bevor ihr abhaut, streikt mit uns!

Warum ein Streik?

Wir kämpfen seit Jahren für eine unteilbare, gerechte Gesellschaft. Wir tun das durch 
soziales Handeln, Demonstrationen, Nachbarschaft, Wissensweitergabe, Vereinsarbeit, 
Aktionen, Selbstorganisierung und Solidarität in all ihren Facetten. Durch uns sind 
sächsische Städte zu einem lebenswerteren Ort geworden. Trotz der lokalen Widrigkeiten 
versuchen wir eine Gesellschaft der Vielen zu werden, die gegen Angriffe und rechte Gewalt 
einsteht.

Mit dem Tag der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und AfD sind Dinge wieder denkbar, 
die wir uns versprochen hatten nie mehr zu akzeptieren. Ab diesem Zeitpunkt ist kein Tag 
wie zuvor. Wir rufen daher auf, den Alltag und die Normalität zu unterbrechen. Es gibt 
kein "Weiter so". Denn ab diesem Zeitpunkt ist die Normalität, wie wir sie kennen, vorbei.

Die größtmögliche Deutlichkeit unseres Widersprüchs ist jetzt erforderlich: Ziviler 
Ungehorsam ist jetzt nur richtig! Die Aufrechterhaltung der Normalität wird in 
verbrecherischen Gesellschaften zu einer Kollaboration. Mit dem Streik, indem wir unsere 
Arbeit und unser Engagment niederlegen, wollen wir unser fundamentales 
Nicht-Einverstanden-Sein ausdrücken und unsere Verweigerung, an einer Gesellschaft 
mitzuwirken, die sich faschisiert. Wir haben bis dahin mit unendlicher Energie an einer 
besseren Situation gewirkt, haben Hilfe, Demos und Petitionen organisiert. Jetzt müssen 
wir raus aus dem Hamsterrad. Wir müssen die Hände frei kriegen, um uns zusammen zu 
schließen: Wir werden gemeinsam eine CDU-AfD-Koalition verhindern!

Widerstand werden wir ohnehin leisten - daher sind wir gut beraten, jetzt anzufangen. Es 
haben Menschen schon in viel auswegloseren Situationen gekämpft und alles gegeben. Wir 
wollen, dass diese Kämpfe nicht umsonst waren!

Wir werden solidarisch zusammenstehen und uns nicht voneinander abwenden!
Denn wir wollen uns sehen - wir wollen verabredet sein, denn niemand soll mit der 
Verzweiflung und Wut alleine bleiben. Wir wollen zusammenhalten und wir wollen zeigen, wie 
viele wir sind!

Wie kann das gehen?

Das erste ist: Wir haben keine Angst. Die Schüler*innen mit ihrem Klimastreik und der 
Frauen*streik machen es vor! Unser Streik heißt, im Fall der Koalitionsverhandlungen nicht 
zur Arbeit, zur Schule, zum Amt, zur Uni zu gehen. Sich verabreden und der Normalität eine 
Absage erteilen. Die Theater sind zu, das Café geschlossen, die Schule fällt aus, und 
unendlich viele Telefonate werden nicht angenommen. Mails bleiben ungelesen. Die Haare 
bleiben ungeschnitten und wir sind trotzdem schön. Denn Solidarität ist die schönste 
Beziehung der Welt, die sich am wirkmächtigsten im Streik entfalten kann. Wer nicht in 
Sachsen wohnt, kann kommen oder vor Ort streiken, denn was uns passiert, wird auch 
Auswirkungen auf das ganze Land haben. Wir wollen uns nicht darüber streiten was uns 
droht: Faschismus, Völkische Ideologie, iliberale Demokratie oder Nationalsozialismus: 
Wichtig ist, wir wollen es verhindern.

Das zweite ist: Lasst uns also zusammen kommen, egal ob Streik, Urlaub, Krankschreibung 
oder zusammen mit der Chefin. Hauptsache wir zeigen unser Nichteinverständnis.

Wir verweigern uns, falls es zu Koalitionsverhandlungen mit der AfD kommen sollte.

Streikt mit uns! Sagt uns eure Gründe, warum ihr streiken werdet. Trefft euch und 
verabredet euch für Tag X!

[1]Queer ist hier eine Sammelbezeichnung für Personen, die nicht den herrschenden 
Geschlechternormen entsprechen, wie Lesben, Schwule, Transgender und Intersexuelle.

Mehr
Hier könnt ihr den Aufruf selbst ausdrucken zum Verteilen

We won't play along! Call in English 
https://wirstreiken.org/2019/07/14/we-wont-play-along-call-in-english/

Bildungsstreik: StuRa der Uni Leipzig ruft auf
https://wirstreiken.org/2019/07/16/stura-leipzig-stellt-sich-auf-streik-gegen-schwarz-blau-ein/
Aufruf aus der Wissenschaft

https://evibes.org/2019/07/19/wirstreiken-gegen-eine-regierungsbeteiligung-von-faschistinnen/


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