(de) fda-ifa: Solifoto für Leipzig und für alle, denen Abschiebung droht! von ASJ Bonn

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Fr Jul 19 07:24:13 CEST 2019


Am Dienstag kam es in der Eisenbahnstraße in Leipzig zu dem Versuch, eine Abschiebung zu 
blockieren. Ein Syrer sollte nach Spanien abgeschoben werden, da er dort seinen Asylantrag 
gestellt hatte. Der junge Mann lebte allerdings bei seiner restlichen Familie in Leipzig. 
Nun wurde er gegen seinen Willen nach Spanien abgeschoben, weit weg von seiner Familie. 
---- Als die ersten mit der Familie solidarischen Menschen aus der Nachbarschaft am Ort 
des geschehens eintrafen, wurde die Mutter aus dem Haus in einen Krankenwagen getragen, da 
sie aufgrund des spätabendlichen Polizeieinsatzes zusammengebrochen war. Danach zwang die 
Polizei den jungen Syrer aus dem Haus und in ein bereitstehendes Polizeiauto. Daraufhin 
bildete sich spontan eine Blockade rund um das Auto, um die Trennung der Familie zu 
verhindern.
Die Situation eskalierte, als die Polizei ihre Fahrzeuge aus der Blockade herausziehen 
wollte. Es wird von massivem Reizgas- und Schlagstockeinsatz gegen die solidarische 
Nachbarschaft berichtet. Als das blockierte Auto bereits abgefahren war, kam es zu 
Jagdszenen durch die Polizei.
In dieser Nacht wurde nicht nur eine Familie gewaltsam getrennt, sondern die Polizei 
prügelte im Nachhinein noch Menschen ins Krankenhaus.

Bei einem Haufen von Politiker*innen und Medien herrscht Entsetzen: Sie können gar nicht 
fassen, wie den armen Polizist*innen ihre Arbeit erschwert wurde. Die höchst fragwürdige 
Gleichsetzung von Polizei und Rettungsdienst wurde erneut bedient. Sachsens Innenminister 
Roland Wöller (CDU) beklagte "Wut und Gewalt", auch bei der BILD steht die Gewalt gegen 
die Polizei im Vordergrund. Es bleibt zu klären, wieviele der angeblich verletzten 
Polizist*innen durch das eigene Reizgas oder durch unverschuldetes Umknicken, Hinfallen 
etc. "verletzt" wurden.
Der größere Kontext wird dabei ausgeblendet; die moralische Frage wird geklärt, indem man 
sich blind mit der Exekutive solidarisiert. Das die dauernd hervorgehobenen Flaschenwürfe 
auf hochgepanzerte Polizist*innen jedoch in keiner Relation zu der systemischen Gewalt von 
Abschiebungen, auch nicht einer Einzigen, stehen, wird schlicht ausgeblendet.
Die Polizei ist jedoch nur der ausführende Arm der unmenschlichen Asylpolitik der 
Bundesrepublik. Daher fordern wir: Weg mit dieser Asylpolitik, Weg mit der Polizei und Weg 
mit diesem Staat; für ein solidarisches Miteinander aller Menschen, für eine grenzenlose 
Welt, in der mensch dort Leben kann wo mensch möchte, für den Anarchismus! Beste 
Genesungswünsche an die durch die Polizei verletzten Menschen. In Gedanken bei allen von 
Abschiebung betroffenen Menschen und ihren Familien.

ASJ Bonn

https://www.tz.de/politik/leipzig-abschiebe-eklat-entsetzt-sachsens-innenminister-mutter-fluechtlings-brach-zusammen-zr-12786024.html

https://www.facebook.com/events/446833566155751/

https://www.bento.de/politik/leipzig-abschiebung-eskaliert-wir-haben-mit-demonstranten-gesprochen-a-a5bfc174-1047-4bb8-9ea7-ed9ac73105ef

https://fda-ifa.org/solifoto-fuer-leipzig-und-fuer-alle-denen-abschiebung-droht/


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