(de) anarcho syndikalismus: Osvaldo Bayer (1927-2018)
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Mi Jan 2 07:12:02 CET 2019
Am 24.12.2018 verstarb der anarcho-pazifistische Autor, Historiker und Journalist Osvaldo
Jorge Bayer im Alter von 91 Jahren. ---- Berühmt wurde er für seinen Einsatz für die
argentinischen Landarbeiter*innen und die indigenen Mapuche, vor allem durch das 1974
verfilmte Buch "Aufstand in Patagonien" (La Patagonia rebelde. Los vengadores de la
Patagonia trágica) . Seine Schilderung von unterdrückten Streiks und des Aufstand der
Arbeiter*schaft im Süden des Landes, welcher 1920-'22 vom argentinischen Militär blutig
niedergeschlagen wurde, wurde weltbekannt. Bei diesen Massakern wurden ca. 1.500
Arbeiter*innen hingerichtet, die überwiegend in der anarchosyndikalistischen
Arbeiter*föderation FORA (Federación Obrera Regional Argentina) organisiert waren.
Bayer, der auch eine Zeit lang Generalsekretär der argentinischen Journalistengewerkschaft
"Sipreba" war, wurde wegen seiner Veröffentlichungen von den rechten Paramilitärs der
"Alianza Anticomunista Argentina" mit dem Tode bedroht. Daher musste er während der
Militärdiktatur von General Videla (1976-'83), die seine Bücher verbieten und den Film
verbrennen ließ, ins Ausland flüchten und lebte in Westdeutschland als Übersetzer und Dozent.
Weitere seiner Werke sind unter anderem: "Severino Di Giovanni, el idealista de la
violencia" (1970) und "Los anarquistas expropiadores" (1975), "Rebeldía y esperanza"
(1993), sowie "¿Qué debemos hacer los anarquistas?" (2014).
Nach seiner Rückkehr wurde er Professor für Menschenrechte in Buenos Aires, kehrte aber
als gern gesehener Gast auch oft ins Rheinland zurück. Wegen seines Einsatzes für eine
grenzüberschreitende Wirtschaftsunion der beiden Landesteile Patagoniens in Argentinien
und Chile, wurde er 2007 vom argentinischen Parlament als "unpatriotisch" bezeichnet.
Bereits 1991 drehte er mit Frieder Wagner eine Dokumentation über die Marxistin Elisabeth
Käsemann (https://www.youtube.com/watch?v=TvAIdOz7npg), die während der Militärdiktatur
als Untergundkämpferin verschleppt, gefoltert und ermordet wurde, ohne dass die
BRD-Regierung als einflussreicher Geschäftspartner Argentiniens sich für sie eingesetzt hätte.
Jahrzehntelang war Osvaldo Bayer ein mutiger Kämpfer gegen Faschismus und Terror, der die
rassistische Unterdrückung der argentischen Ureinwohner*innen und das heimliche
"Verschwindenlassen" von Oppositionellen ebenso angeklagt hat, wie den organisierten
Kinderraub (Zwangsadoption) durch die Militärdiktatur. Dafür war er 2007 von den "Müttern
der Plaza de Mayo", die weiterhin um das Andenken der "Verschwundenen" kämpfen und auch
ein Literaturcafe nach ihm benannt haben, mit einem Preis ausgezeichnet, der ihm mehr
bedeutete als seine sieben Ehrendoktorwürden.
(CC: BY-NC)
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/12/28/osvaldo-bayer-1927-2018/
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