(de) direkteaktion: SCHWARZER FREITAG: Der Frauenstreik geht weiter - FILMVORFÜHRUNG - FilmBielefeld 01. März 2019 20:00 - 23:00 Uhr Metzer Str. 20 - FAU Lokal Bielefeld

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Do Feb 28 09:50:06 CET 2019


( polnisch mit dt. UT | 49 min | 2018 ) ---- Film über den Kampf von Frauen, die in 
kommunalen Kinderkrippen und -gärten in Poznan (Polen) arbeiten, um existenzsichernde 
Löhne und bessere Bedingungen für sich und die Kinder zu erreichen. Seit 2011 sind die 
Frauen gewerkschaftlich organisiert, und sie haben im Laufe der Zeit wirksam Druck auf 
ihre Arbeitgeber ausgeübt und auch andere Arbeiter_innen in ihren Kämpfen unterstützt. 
---- Im Film interviewte Frauen beschreiben, wie viele Kinderkrippen und -gärten nach der 
"Wende" in den 1990er Jahren geschlossen wurden. Damit mussten Frauen mit Kindern noch 
mehr Hausarbeit leisten. Während die niedrigen Löhne der Kindergärtnerinnen anfangs noch 
regelmäßig "angepasst" wurden, fror die Stadtregierung diese Anfang der 2010er Jahre ein. 
Gleichzeitig flossen hohe Summen aus dem Stadtbudget in öffentliche Baumaßnahmen, u.a. für 
den Stadionbau für die Fußballeuropameisterschaften 2012.

Für die Frauen zeigte sich, wie wenig die Arbeit in den Kinderkrippen und -gärten 
gewertschätzt wird. Sie gründeten 2011 eine Gewerkschaftssektion der Inicjatywa 
Pracownicza (Arbeiterinitiative), eine Basisgewerkschaft ohne Funktionäre, forderten 
Lohnerhöhungen und kleinere Kindergruppen und organsierten Aktionen auf der Straße, im 
Rathaus und vor den Kindergärten.

Der Film arbeitet mit Interviewausschnitten von Silvia Federici, die erläutert, wie die 
häusliche Reproduktionsarbeit die wertschaffende Arbeitskraft produziert und erhält. Laut 
Federici ergibt sich daraus der zentrale Stellenwert der meist von Frauen verrichteten 
Reproduktionsarbeit für die Funktionsweise des Kapitalismus.

Diese Ausschnitte werden mit Aussagen der Arbeiterinnen kombiniert, die ihre enorme 
Belastung bei Lohnarbeit und Reproduktionsarbeit beschreiben. Sie müssen nicht nur unter 
schlechten Bedingungen arbeiten, sondern danach auch noch ihre eigenen Kinder oder ältere 
Familienangehörige versorgen, was ihnen kaum noch Zeit für andere Dinge lässt. Der Lohn in 
den Kindergärten reicht außerdem nicht aus, sodass viele noch "Zweitjobs" machen müssen.

Die Kindergärtnerinnen entwickelten ausgehend von ihren schlechten Arbeits- und 
Lebensbedingungen Forderungen, um ihre Bedingungen zu verbessern, und im Film betonen sie 
die Bedeutung von Kampfaktionen, um die Gegenseite zu Zugeständnissen zwingen.

Sie wurden von Eltern unterstützt, lernten über diese Kontakte auch mehr über die 
schlechten Bedingungen in anderen Sektoren und begannen ihrerseits, dortige Kämpfe zu 
unterstützten. Auch an den landesweiten Demonstrationen gegen die Verschärfung des 
Abtreibungsverbots im Herbst 2016 ("Schwarzer Protest"), die im Film gezeigt werden, 
beteiligen sich die Kindergärtnerinnen.

QUELLE: https://de.labournet.tv/der-frauenstreik-geht-weiter

http://bielefeld.fau.org/schwarzer-freitag/

https://direkteaktion.org/termine/schwarzer-freitag-der-frauenstreik-geht-weiter-filmvorfuehrung/


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