(de) fda-ifa: Aufnahme der IABF in die Anarchistische Föderation von Initiative Anarchistische Bewegung Frankfurt

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Di Feb 19 07:15:15 CET 2019


Der folgende Text von uns wurde zuerst in der[??]Gâi Dào N° 98, der Zeitschrift der 
Anarchistischen Föderation, veröffentlicht. Diese könnt ihr entweder in verschiedenen 
Formaten online lesen und downloaden oder wenn ihr lieber etwas in der Hand haltet und uns 
unterstützen wollt auch gedruckt abonnieren. Bestimmt findet ihr sie auch im Infoladen 
eures Vertrauens. Der Text stellt gleichzeitig unsere Beitrittserklärung, als auch die 
erste Veröffentlichung zu unseren Zielen und Arbeitsweisen dar. Viel Spaß beim lesen! ---- 
Liebe Gefährt*innen, ---- wir als Initiative Anarchistische Bewegung Frankfurt (IABF) sind 
nun auch "offiziell" Teil der Föderation - yeah! Die Überlegung, ob wir das überhaupt 
wollen, stand für uns jederzeit außer Frage, ist es doch gerade in den aktuellen Zeiten 
für anarchistische Zusammenhänge notwendig, sich auszutauschen und gegenseitig zu 
unterstützen - lokal, aber eben auch überregional. Da wir selbst aber noch in 
verschiedenen Aufbauprozessen stecken, war unsere erste Überlegung, mit diesem Schritt 
noch zu warten, bis wir unsere Arbeit als einigermaßen stabilisiert empfinden und unsere 
Grundsatzdiskussionen vorläufig abgeschlossen und veröffentlicht sind. In unseren 
täglichen Aktivitäten hat uns allerdings die Realität schnell überholt: Mit Blick auf 
unsere bisherige Beteiligung an Aktivitäten der Föderation und den regen Austausch, den 
wir seit einiger Zeit pflegen, haben wir uns entschieden, doch jetzt schon beizutreten. 
Während des letzten Treffens der Föderation wurden wir nun aufgenommen.

Als Organisierung befinden wir uns seit unserer Gründung im Februar 2018 hauptsächlich in 
Theorieproduktionen in Form von intensiven Grundsatzdiskussionen. Unter anderem arbeiten 
wir an einem lokalen Organisierungskonzept mit dem Fokus, auf eine gesunde und nachhaltige 
Weise mehr Menschen in anarchistischen Zusammenhängen zu organisieren. Wir können es uns 
schlicht nicht leisten, wie eine Art Durchlauferhitzer immer weiter zwar neue Leute zu 
gewinnen, diese aber auf absehbare Zeit entweder durch Überlastung und schlechte 
Kapazitätenverteilung zu verbrennen, oder sie unsere Strukturen frustriert wieder 
verlassen zu sehen. Wir als Initiative verstehen uns nicht mehr als die in unseren Kreisen 
übliche und oftmals isolierte politische Kleingruppe, sondern streben den Aufbau einer 
Form von Organisierung an, die wir derzeit Bewegungsplattform nennen - einen Bezug zum 
Plattformismus haben wir nicht, auch wenn der Name in die Irre führen kann. Von dieser 
ausgehend sollen sich zu gegebenem Anlass jeweils themenspezifische Gruppen ausgründen, 
die somit bereits von ihrem Beginn an gemeinsam in der Bewegungsplattform nach 
synthetischen Grundsätzen föderiert sind. Diese so entstehenden Gruppen erfüllen keinen 
reinen Selbstzweck, sondern sind ähnlich einem Instrument eines Werkzeugkasten auf reale 
Bedürfnisse zugeschnitten und werden nur so lange genutzt, wie Notwendigkeit dafür 
besteht. Das Ziel klingt mittelmäßig bescheiden: Unsere Arbeitsweise strebt die erneute 
Zusammenführung von Theorie und Praxis an, inklusive einer Erneuerung der anarchistischen 
Theorie, die in der gleichzeitigen Umsetzung wie auch Reflexion stetig weiterentwickelt 
werden muss. Da das für einen kleinen und marginalen Zusammenhang wie den unseren doch 
etwas größenwahnsinnig klingt ist klar: Ein Grund mehr sich zu föderieren, unsere Gedanken 
mit möglichst vielen Menschen zu teilen, zu leben, zu erweitern und gemeinsam an 
solidarischer Kritik zu wachsen.

In Bezug auf Habitus und Struktur arbeiten wir dabei einen Unterschied der aktuellen 
Szene(n) zu einer notwendigen, umfassenderen Bewegung heraus. Szene stellt für uns nach 
wie vor einen willkommenen und nötigen Schutzraum, aber nicht mehr unser politisches 
Aktionsfeld dar. Sobald wir glauben, ein Konzept in einer zu Diskussionen anregenden Form 
zu haben, werden wir unsere Ideen veröffentlichen. Ein Konzept für einen Ausweg aus der 
selbstverschuldeten Exklusivität als Szene und aus dem Verlust jeglichen Bezugs zu 
Prozessen mit tatsächlichen Möglichkeiten der Transformation, kurz: einen Ausweg hin zu 
einer schlagkräftigen anarchistischen Bewegung. Im Zusammenhang damit wollen wir dann auch 
unsere Gedankengänge und Hintergründe offenlegen. Sowohl zur Transparenz, damit 
Entscheidungen besser nachvollzogen werden können, aber natürlich auch, um unsere Gedanken 
durch Kritik und Vorschläge bereichern zu lassen und weiterentwickeln zu können. Wir 
wollen also ein Konzept formulieren, das Grundlage einer herrschaftsfreien Form von 
Gemeinschaft und Gesellschaft sein kann, wie wir sie bilden möchten und gleichzeitig - in 
der Konsequenz - die unserer Organisierung. Momentane Schwerpunkte sind dabei Entwürfe für 
ein Entscheidungsfindungskonzept und Möglichkeiten einer herrschaftsfreien Justiz, wobei 
wir für letzteres gängige Ansätze aus den Bereichen Community Accountability, Awareness, 
Safer Spaces, sowie Transformative und Restorative Justice einbeziehen.

Neben unserem temporären Schwerpunkt auf Theoriearbeit als zukünftige Grundlage unserer 
Praxis, haben wir uns außerdem hinreißen lassen, uns schon ins politischen Geschehen 
einzumischen. So haben wir uns anlassbezogen in den lokalen Stadtteilkämpfen eingebracht, 
während wir versucht haben ein eigenes anarchistisches Zentrum neu aufzubauen. Zwar war 
ein solches Zentrum nicht gerade ganz oben auf unserer Prioritätenliste, aber da sich eine 
außerordentlich gute Möglichkeit mit einem konkreten Objekt aufgetan hatte, konnten wir 
das natürlich nicht an uns vorbeiziehen lassen. In dieser Zeit haben wir einiges an 
Erfahrung gesammelt und viele Kontakte knüpfen können. Letztlich sind wir mit dem Versuch 
jedoch an Spekulation, Immobilienmarkt und den zuständigen Dezernaten der Stadt Frankfurt 
vorläufig gescheitert. Der Wunsch nach einem eigenen Zentrum lebt in einer gewissen Form 
weiter, da Kontinuität und Ansprechbarkeit Grundlage für unsere Organisierungskonzepte 
darstellen. Aktuell haben wir daher gemeinsam mit einem Umfeld anarchistischer Menschen 
ein wöchentliches anarchistisches Café im ExZess etabliert, welches nun bereits seit 
Oktober läuft. Neben dieser Veranstaltung, die wir derzeit "Schwarzer Sonntag" nennen, 
bringen wir uns im ExZess auch an anderen Stellen ein, haben einen Teil auf unsere 
Bedürfnisse zugeschnitten renoviert und gestalten den Raum mit. Zumindest übergangsweise 
haben wir damit also schon in Ansätzen ein anarchistisches Zentrum und werden auch von 
anderen Menschen im ExZess darin unterstützt.

Eine Organisierung in der Anarchistischen Föderation ergibt also bereits jetzt für uns 
Sinn, da wir auf diese Weise unsere Ideen und neue Konzepte mit weiteren Zusammenhängen 
vordiskutieren können, die uns inhaltlich nahestehen. Durch den Blick über unseren 
Erfahrungshorizont hinaus und auf die Situationen in anderen Städten erhoffen wir uns, 
dass unsere Überlegungen zu Organisierung noch etwas solider werden. Außerdem wissen wir 
so nun eine solidarische Struktur um uns herum, die uns im Zweifel unterstützt, wenn wir 
mit unseren lokalen Kämpfen an den Rand unserer Möglichkeiten kommen. Wir freuen uns auf 
die gemeinsame Arbeit mit den anderen Gruppen der Föderation und möchten gleich zu Beginn 
unserer Mitarbeit weitere Gruppen dazu ermutigen, sich einem solchen Zusammenschluss 
anzunähern. Denn nur gemeinsam können wir dieser Welt trotzen und sie zu einer schöneren 
für alle machen!

Freiheit & Glück, und auf all die kommenden Herausforderungen, die wir gemeinsam 
bestreiten werden -

Initiative Anarchistische Bewegung Frankfurt

https://fda-ifa.org/aufnahme-der-iabf-in-die-anarchistische-foederation/


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