(de) libertäre gruppe karlsruhe: Gegendarstellung der Libertären Gruppe Karlsruhe zum Artkel "Gelbwesten wollen weitermachen" vom 11.02.2019

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Sa Feb 16 08:21:24 CET 2019


Im Artikel "Gelbwesten wollen weiter machen" vom 11.02.2019 werden die Organisatoren der 
Demonstration vom 09.02.2019 unserer Meinung nach erneut aus einseitiger Perspektive 
dargestellt. ---- Es wird beschrieben, dass der Anmelder Pascal Völlinger bedauert, dass 
sich zu viele Rechte und Linke in die Demonstration eingebracht hätten. Dieses Bild 
versucht der Organisator seit Beginn aufrecht zu erhalten und sich selbst als Teil der 
sogenannten gesellschaftlichen Mitte zu präsentieren. ---- Schon vor dem Wochenende 
machten Recherchen deutlich, dass dem nicht so ist. Wir verweisen auf die Recherchen des 
Karlsruher Netzwerk gegen rechts (Ngr), einem breit aufgestellten zivilgesellschaftlichen 
Bündnis.
Der Organisator und Anmelder Pascal Völlinger und seine Mitstreiter hatten im Vorfeld der 
Demonstration Kontakt mit verschiedenen rechten und rechtsextremen Netzwerken und Personen 
geknüpft und diese zur Demonstration eingeladen (siehe Dossier Netzwerk gegen rechts 
S.1,4,6,10,11). Dies bestätigt er auch in einer Stellungnahme nach der Demonstration, zu 
der er von mehreren Menschen aufgefordert wurde (siehe unten). Interessant zu erwähnen 
ist, dass nur Personen und Netzwerke der rechten und rechtsextremen Szene geladen wurden.

Verwunderlich ist dies nicht. Wer die Facebook-Seite von Pascal Völlinger ansieht, wird 
bemerken, dass er brennender Anhänger der AfD ist. Dass er sich über rassistische und 
nationalistische Parolen ärgert ist nur teilweise glaubwürdig. So vertritt er in den 
sozialen Medien selbst rassistische Klischees in aller Öffentlichkeit (siehe Dossier Ngr 
S.5). Zudem wurde in der Öffentlichkeit lediglich die erste Seite des Flyers der 
Organisator*innen gestreut. Auf der zweiten Seite befinden sich die üblichen Forderungen 
der rechten Szene: sofortige Rückführung krimineller Ausländer, Rückführung abgelehnter 
Asylbewerber, Abstellung der Ursachen für erzwungene Migration.


Was aus der Stellungnahme Pascal Völlingers deutlich wird ist, dass er selbst kein Problem 
mit den rechten Netzwerken hat, die Parolen störten jedoch das Bild, das er gerne zeichnen 
wollte. Dass das nicht funktioniert, war von vorn herein klar. Dieses Bild kann auch durch 
scheinbar neutrale Banner nicht verzerrt werden. Die selbsternannten Frauenbündnisse 
Kandel und Südbaden bleiben rassistische Netzwerke, auch wenn auf den Bannern soziale 
Gerechtigkeit gefordert wurde.

Wie in seiner Stellungnahme beschrieben, nahmen auch Anarchist*innen und 
Antifaschist*innen an der Demonstration teil. Die Libertäre Gruppe Karlsruhe wusste im 
Vorfeld von der rechten Mobilisierung. Sie hat sich jedoch dazu entschieden ihre eigenen 
Inhalte zum Sozialprotest beizutragen und keinen antifaschistischen Gegenprotest zu 
organisieren, da aus ihrer Sicht die Möglichkeit bestand, dass es sich nicht um eine rein 
rechte Demonstration handelt. Mit dieser Vermutung lagen die Aktivist*innen der Libertären 
Gruppe Karlsruhe nicht falsch, so gab es einige Demonstationsteilnehmerinnen und 
Teilnehmer, die die Anarchist*innen als willkommene Mitstreiter gesehen haben und sich 
gern auf Diskussionen und Austausch eingelassen haben.

Wie in der unten anstehenden Stellungnahme des Anmelders beschrieben störte die 
Anwesenheit Nichtrechter jedoch einen erheblichen Anteil der Teilnehmer*innen von Beginn an.

Zum Start der Demonstration erklangen zunächst Parolen, die zur internationalen 
Solidarität aufriefen. Entgegen der Behauptung gab es keine Rangeleien. Zumindest nicht an 
der Stelle, an der Personen ausgeschlossen wurden, was ein Video des Kargida-Initiators 
Thomas Rettig zeigt (https://www.youtube.com/watch?v=dqOYflG5SMI). Erst als rassistische 
und nationalistische Parolen ertönten, wurde diesen lautstark widersprochen. Es war das 
Frauenbündnis aus Kandel, das sich von den Parolen gestört fühlte und damit für den 
Ausschluss sorgte. Die Kommentare, die im Hintergrund des Videos zu hören sind, sprechen 
ihre eigene Sprache.

Weiter beschreibt Pascal Völlinger in seiner Stellungnahme, dass er die Parole "Festung 
Europa - macht die Grenzen dicht" nicht gerne hörte. Er habe versucht diese zu 
unterbinden. Die Frage, warum diese Parole bis zum Ende der Demonstration zu hören war und 
er die Personen, die sich nicht an das Untersagen halten wollten, nicht ausgeschlossen 
wurden, bleibt er schuldig.

Die Aussage, dass mit seinem Einverständnis weiter "linke" Parolen gerufen werden konnten 
und nicht alle Personen aus diesem Spektrum ausgeschlossen wurden ist nicht glaubwürdig. 
Vielmehr war dies auf Grund der großen Personenanzahl (ca. 50), die nicht klar erkennbar 
waren nicht möglich, ohne die Demonstration zu beenden.

Der Libertären Gruppe Karlsruhe geht es mit dieser Gegendarstellung nicht um eine 
Diffamierung von Personen. Sie sieht diese faktenbasierte Darstellung als Teil 
ausgewogenem und aufklärerischem Journalismus und bittet daher, diese in der öffentlichen 
Berichterstattung aufzugreifen. Dem Anmelder obliegt es dazu Stellung zu nehmen und auf 
die dargestellten Inhalte einzugehen.
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Stellungnahme Pascal Völlinger

Für mich ergab sich als Veranstalter folgendes Bild: Ungefähr 20 Anarchisten haben sich 
mit ihrem Banner (der auch von mir und den Ordnern akzeptiert wurde) relativ weit hinten 
positioniert. Noch vor Eröffnung der Demo forderten mich mehrere Mitdemonstranten auf, die 
Leute zu verweisen. Ich lehnte dies ab, so lange sie friedlich sind, habe ich da kein 
Problem damit. Dann wurde gegen 14:15 Uhr der Aufzug eingeleitet. Die Anarchisten mischten 
sich in den Demozug und skandierten "auf die internationale Solidarität". Das fand ich 
vollkommen in Ordnung, ist ja ein Motto das sich mit den GW überschneidet. Dann bekam ich 
mehrfach die Aufforderung, die Leute zu verweisen, weil sie wohl "Alerta..." brüllten.

Da sie aus meinem Eindruck heraus aber friedlich waren, ließ ich das durchgehen - 
schließlich sind in Frankreich und Holland auch Linke und Rechte gemeinsam auf die Straße.

Dann wurde mir zugetragen, daß es offensichtlich Rangeleien gab. Ein Ordner hatte dies 
auch der Polizei gemeldet, dann wurden die Störenfriede der Demo verwiesen.

Einige blieben aber noch im Zug, sie verhielten sich friedlich. Ich verwies sie NICHT der 
Demo, sie durften bis zum Schluß ihre Parolen gröhlen und um ehrlich zu sein, fand ich 
sogar gut, daß es dann wenigstens einen Gegenpol gegen die Kandel-Parolen gab. "Festung 
Europa" und "Nationaler Widerstand", das war nicht geplant daß sowas skandiert wird und 
ich versuchte mehrfach, es zu unterbinden. Immer dann aber, wenn die Ordner weg waren, 
wurde weitergemacht. Achte mal bei z.B. BNN das Video darauf, die Ordner sind da nicht zu 
sehen (orangene Westen).

Hingegen zeigt dieses Video, daß gleich zwei Ordner in unmittelbarer Nähe sind und es 
akzeptieren, daß einige Anarchisten (?) ihre Parolen gröhlen: 
https://www.facebook.com/.../permalink/335952097022518/

Leider haben zu viele Leute aus Kandel ihren Schund gegröhlt und damit die Demo gestört. 
Das war so definitiv nicht geplant! Sie waren eingeladen, als Menschen zu kommen und im 
Rahmen der Gelbwesten Forderungen zu skandieren, aber nicht diesen Mist!

Tags: karlsruhe anarchie anarchismus giletsjaunes gelbwesten noafd fckafd antifa noracism 
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http://lka.tumblr.com/post/182735700686/gegendarstellung-der-libert%C3%A4ren-gruppe-karlsruhe


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