(de) ag-freiburg: Immomesse und FWTM abschaffen!

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Mi Feb 13 09:06:17 CET 2019


PM des AK Wohnraumpolitik zur diesjährigen Immobilienmesse (8.-10. Februar; Messe 
Freiburg) ---- FWTM fördert Vertreter der marktradikalen Ideologie ---- Bezahlbarer 
Wohnraum lässt sich nur außerhalb des klassischen "Wohnungsmarktes" schaffen. ---- Die 
städtische Tochter Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, und damit auch die Stadt 
Freiburg selbst, überbieten sich mal wieder selbst, wenn es darum geht, die Interessen der 
Stadtbevölkerung zu ignorieren. Hat man sich in der Vergangenheit bei der Messe die für 
die meisten FreiburgerInnen absurd klingenden Gedanken gemacht, "warum selbst heute noch 
die meisten Immobilien unter Wert verkauft werden" oder versucht von zahlreichen 
Zwangsräumungen zu profitieren und sich über die Renditechancen des Immobilienerwerbs in 
Spanien ausgetauscht, so steht diesmal alles unter dem Motto: Wir machen Propaganda für 
eine neoliberale, also marktradikale Wohnungspolitik.

Erster Referent des Fachkongresses der Messe ist der Leiter des Walter Eucken Instituts, 
Lars Feld. Er war Lobbyist für die "Schuldenbremse", die über kurz oder lang zu Kürzungen 
bei den Sozialleistungen und Ausgaben für Infrastruktur führt. Zudem ist er Teil der 
Stiftung Marktwirtschaft, die verschiedene Akteure versucht vom Slogan "Mehr Mut zum 
Markt" zu überzeugen. Dieser Stiftung gehört auch Bernd Raffelhüschen an, der ebenfalls 
auf der Immomesse sprechen wird. Er ist nebenbei stetiger Werber für eine Förderung der 
privaten, kapitalgedeckten Rente, zulasten der gesetzlichen Rentenversicherung. Weiterer 
Referent ist Marco Wölfle vom wirtschaftsfreundlichen "Center for Real Estate Studies". 
Schließlich ist noch Sun Jensch vom Bundesverband Freier Immobilien- und 
Wohnungsunternehmen eingeladen. Wenn Oberbürgermeister Martin Horn angesichts dieser 
Gästeliste davon spricht, dass es dringend notwendig sei, gemeinsam mit der Branche die 
Eckpunkte der Entwicklung zu analysieren, Konzepte auch mit Investoren zu diskutieren und 
Strategien zu entwickeln, steht das diametral seinen versprochenen Änderungen in der 
Wohnungspolitik entgegen. Martin Horn sollte sich entscheiden. Bezahlbaren Wohnraum 
schaffen und neoliberale Lobbyisten der Immobilienbranche fördern, die Angst um ihrer 
Profite haben, funktioniert nicht. Bezahlbarer Wohnraum entsteht nur jenseits des 
klassischen "Wohnungsmarktes".

"Obwohl sich doch mittlerweile auch im Gemeinderat herumgesprochen hat, dass der 
Wohnungsmarkt in Freiburg versagt hat, organisiert die städtische Tochter FWTM eine 
Veranstaltung, in der die Marktradikalen gefeatured werden," empört sich Henriette Lehr 
vom AK Wohnraumpolitik.
Schon die aktuelle Bürgerumfrage hat ergeben, dass die Menschen in Freiburg im Bereich der 
Tourismus- und Wirtschaftsförderung Einsparpotenzial sehen. Dem schließen wir uns gerne an 
und sagen: FWTM und Immomesse abschaffen! Wohnungsmarkt? Nein Danke!

Wir rufen dazu auf, das mieterInnenfeindliche Treiben auf der Immomesse nicht 
widerspruchslos hinzunehmen.

https://www.ag-freiburg.org/newsticker/immomesse-und-fwtm-abschaffen


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