(de) fda-ifa:"Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still." - Aufruf zum bundesweiten Frauen*Streik am 8. März

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Di Feb 5 07:49:25 CET 2019


Das erste bundesweite Treffen für einen Frauenstreik in Deutschland hat beschlossen: ---- 
"Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still." ---- Am 8. März ist 
Internationaler Frauenkampftag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten und kämpfen 
wir für unsere Rechte und gegen jede Unterdrückung. Über die Welt breitet sich eine 
Bewegung von streikenden Frauen und Queers* aus, von Polen bis Argentinien, von New York 
bis Hongkong, von Spanien über Nigeria bis Australien. Auch wir sehen Grund zum Streik und 
sagen: Es reicht! Lasst uns am 8. März zusammen streiken! ---- Ständig werden wir 
diskriminiert, unterdrückt und ausgebeutet. Wir werden tagtäglich mit verletzenden Witzen, 
Kommentaren, Übergriffen und körperlicher Gewalt klein gemacht. Unsere Arbeit wird 
geringgeschätzt und noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 22% weniger als 
Männer. Nicht nur das, zu Hause übernehmen wir unzählige Stunden an Erziehungs-, 
Haushalts- und Pflegearbeit. Manche von uns tun dies auch schlecht bezahlt im Zuhause 
anderer. Für Familie, Freund*innen, Partner*innen und Kolleg*innen leisten wir oft 
emotionale Unterstützung. Im Alter kommen wir mit unserer Rente kaum oder gar nicht über 
die Runden. So verschieden wir sind, wir sind alle Arbeiterinnen*, weil wir arbeiten 
müssen - egal ob wir mit dem Kugelschreiber, dem Schraubenschlüssel, dem Computer oder dem 
Besen in der Hand arbeiten, ob wir dafür einen Lohn bekommen oder nicht. Es wird von uns 
erwartet, dass wir diese Arbeit klaglos, unbeachtet und wie selbstverständlich mit einem 
Lächeln erledigen. Wir lassen uns das nicht länger gefallen! Wir streiken!

Wir wollen streiken,

... weil wir in einer Welt leben wollen, in der jede Arbeit wertgeschätzt wird.

... weil wir uns nicht länger ausbeuten lassen, weder zu Hause, noch auf der Lohnarbeit.

... weil unsere Zeit uns gehört und wir selbst bestimmen wollen, wann und wie wir arbeiten.

... weil wir das Ende des Pflegenotstands, des Mangels an kostenloser Kinderbetreuung, die 
Aufwertung der Hebammen- und der Reinigungsarbeit verlangen.

... weil wir nicht länger zulassen, dass schlecht bezahlte Arbeiten auf Frauen und Queers* 
in unsicheren und rechtlosen Verhältnissen abgewälzt werden.

... weil wir selbst über unsere Körper bestimmen wollen und ob und wann wir schwanger 
werden oder wann wir eine ungewollte Schwangerschaft beenden.

... weil wir keine starre Einteilung in Frau und Mann brauchen, sondern eine Anerkennung 
und Geschlechtergerechtigkeit für trans-Männer, -Frauen, nicht-binäre und Interpersonen.

... weil wir selbst entscheiden wollen, wen wir lieben, ob, wann und mit wem wir Sex haben.

... weil wir wollen, dass keine von uns abgewertet oder kriminalisiert wird, weil sie für 
Sex Geld nimmt.

... weil wir uns nicht länger vorschreiben lassen, was oder wen wir schön finden, wie wir 
auszusehen oder uns zu kleiden haben.

... weil wir so zusammenleben wollen, dass niemand behindert wird.

... weil wir nicht länger hinnehmen werden, dass Frauen und Queers* sexuelle Übergriffe 
erleiden oder ermordet werden.

... weil wir klar machen wollen, dass Gewalt nicht erst bei Schlägen anfängt, sondern bei 
verbalen Verletzungen, Bevormundungen jeglicher Art oder Isolierung von der Außenwelt.

... weil wir keinen Schutz vor Männern brauchen, sondern ein Ende jeder Gewalt. Jeder 
Angriff auf eine Frau ist ein Angriff auf uns alle!

... weil wir nicht länger hinnehmen wollen, dass Kriege täglich hunderte Menschen 
vertreiben und töten, vor allem im globalen Süden. Die deutsche Regierung, die Bundeswehr, 
sowie die Deutsche Wirtschaft mischen dabei vor allem mit Rüstungsexporten ordentlich mit.

... weil es nicht sein darf, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken und die, die es nach 
Deutschland schaffen, entrechtet, ausgegrenzt und angegriffen werden.

... weil wir uns gegen Lagerunterbringung, Abschiebungen und Behördenschikanen einsetzen.

... weil wir alle das gleiche Recht auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum haben.

... weil wir nicht länger zusehen, wenn weltweit die Natur derart zerstört wird, dass es 
unser aller Leben gefährdet. Deutsche Unternehmen sind verantwortlich für die Ausbeutung 
der natürlichen Ressourcen in vielen Teilen der Welt. Der Frauen*streik ist auch ein 
Streik für die Erhaltung der Umwelt und die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen 
für alle!

... weil wir uns gegen rechte Politik und den Aufstieg rechter Parteien und Bewegungen 
stellen.

... weil wir uns gegen Gesetze wehren, die uns ungleich machen, trennen und kriminalisieren.

... weil wir nicht länger in Frauen und Queers* mit oder ohne deutschen Pass, in 
Migrantinnen* und Deutsche, spalten und gegeneinander ausspielen lassen.

Wir bestreiken am 8. März unwürdige Zustände, indem wir

... nicht zur Arbeit gehen.

... die Hausarbeit liegen lassen.

... andere nicht umsorgen und nicht für alle mitdenken.

... nicht zur Schule, Berufsschule oder Hochschule gehen.

... uns versammeln, austauschen und Pläne für unsere Zukunft schmieden.

... solidarisch mit allen streikenden Menschen sind.

Wir werden uns gegenseitig dabei unterstützen, dass wir alle an diesem globalen Streik 
teilnehmen können. Unsere Aktionen sind vielfältig! Redet mit euren Kolleg*innen, 
Freund*innen, Nachbar*innen, Müttern, Großmüttern, Tanten und Schwestern! Werdet gemeinsam 
aktiv! Sammelt Euch, lernt einander kennen, hört einander zu! Lasst uns Streik-Komitees an 
allen Orten gründen! Dies ist der Beginn einer wachsenden Bewegung!

Wir sind

... viele sehr unterschiedliche Frauen und Queers* aus verschiedenen Kontexten. Wir haben 
unterschiedliche soziale und kulturelle Erfahrungen. Wir haben vielfältige Körper, 
Fähigkeiten und Lebensgeschichten. Manche von uns leben hier schon lange, manche von uns 
sind vor kurzem angekommen. Manche von uns gehen zur Schule oder sind in der Ausbildung, 
manche von uns sind von Hartz IV betroffen, manche von uns beziehen Sozialleistungen oder 
Rente, manche von uns erhalten gar nichts und viele arbeiten in verschiedenen Berufen. Was 
uns vereint ist die Kraft unsere entlohnte und nicht-entlohnte Arbeit niederzulegen!

Frauen und Queers* auf der ganzen Welt rufen: Wir streiken!

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