(de) leipzig fau: Aufruf: Für eine offene und freie Gesellschaft - Solidarität statt Ausgrenzung! (en)

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Sa Aug 10 10:46:52 CEST 2019


Für den 24. August ruft ein breites gesellschaftliches Bündnis zu einer Großdemonstration 
in Dresden auf. Die FAU Leipzig hat sich dem Aufruf zu dieser Demonstration angeschlossen 
und mobilisiert mit zur Teilnahme. Wir stellen uns vehement gegen die rechte Formierung in 
Gesellschaft und Politik. Wir stehen insbesondere für eine #unteilbare Klassensolidarität 
und konsequenten Internationalismus. Als kämpferische Gewerkschaft wenden wir uns gegen 
die Ideologien von Kapitalismus und Nationalismus die in ihrer Geschichte und Gegenwart 
nichts als Trümmer und Leid hinterließen. ---- Die Rechten wollen ein Gestern, wir wollen 
ein Morgen! ---- Um es klarzustellen: Das rechte Pack in Gesellschaft und Politik hat uns 
nichts zu bieten außer einem Feindbild des angeblich "Anderen und Fremden". Wo Rechte 
regieren, wird vor allem weiter Politik für Reiche betrieben, wird Meinungs- und 
Pressefreiheit beseitigt, werden Gewerkschaften bekämpft und die Gesellschaft autoritär 
gleichgeschaltet.

  Wir stehen für die kämpferische und solidarische Organisierung von Arbeiter*innen "mit" 
und "ohne Migrationshintergrund", ob einheimisch oder geflüchtet - in einer kämpferischen 
Gewerkschaftsbewegung treten wir gemeinsam den alltäglichen Zumutungen der 
kapitalistischen Arbeitswelt entgegen. Weltweit!

Eine solidarische Gesellschaft wird uns Zeiten der virulenten, 
rassistisch-nationalistischen Formierung nicht geschenkt - wir müssen uns dafür 
organisieren und kämpfen: In den Betrieben, aber auch auf der Straße.

Die FAU Leipzig schließt sich daher dem gemeinsamen Bündnisaufruf #unteilbar an.


Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung 
sind gesellschaftsfähig. Was gestern mehrheitlich noch undenkbar war und als unsagbar 
galt, ist heute Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat 
werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.

Wir wissen um die Bedeutung der Landtagswahlen in Sachsen und der sächsischen Verhältnisse 
für die Auseinandersetzung um den bundesweiten Rechtsruck.

Ganz Europa ist von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und 
Ausgrenzung erfasst. Kritik an diesen unmenschlichen Verhältnissen wird gezielt als 
realitätsfremd diffamiert. In dieser Situation lassen wir nicht zu, dass Sozialstaat, 
Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und 
Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen.

Während der Staat sogenannte Sicherheitsgesetze verschärft, die Überwachung ausbaut und so 
Stärke markiert, ist das Sozialsystem von Schwäche gekennzeichnet: Menschen leiden 
darunter, dass viel zu wenig investiert wird, etwa in Bildung, Pflege und Gesundheit, in 
den Kampf gegen die ökologische Krise, in öffentlichen Nahverkehr, Kinderbetreuung und 
Jugendkultur. Während ländliche Infrastruktur massiv unterfinanziert ist und die Menschen 
in die urbanen Zentren drängen, fehlt es in den Großstädten an bezahlbarem Wohnraum. Die 
Umverteilung von unten nach oben wurde durch die Wendekrise, Agenda 2010 und Finanzkrise 
massiv vorangetrieben. Steuerlich begünstigte Milliardengewinne der Wirtschaft stehen 
einem der größten Niedriglohnsektoren Europas und der Verarmung benachteiligter Menschen 
gegenüber.

Nicht mit uns - Wir halten dagegen!

"Für ein offenes Land mit freien Menschen" unter diesem Banner gingen 89 Menschen in 
Sachsen auf die Straße. Diese Botschaft hat bis heute nicht an Relevanz verloren und soll 
in diesem Sommer auf die Straßen zurückkehren. So treten wir ein für eine offene und 
solidarische Gesellschaft, in der Menschenrechte unteilbar und vielfältige und 
selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind - in Sachsen, Deutschland und 
weltweit. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze. Gemeinsam 
treten wir Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus, Antiromaismus, 
Antifeminismus und LGBTTIQ*-Feindlichkeit entschieden entgegen. Menschen die auf die 
Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind, dürfen nicht gegeneinander ausgespielt 
werden. Die Gleichwertigkeit aller in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten ist nicht 
verhandelbar. Allen hier lebenden Menschen muss gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden.

Wir sind jetzt schon viele, die sich einsetzen:

Ob an den Außengrenzen Europas, ob vor Ort in Organisationen von Geflüchteten und in 
Willkommensinitiativen, ob in queer-feministischen, antirassistischen Bewegungen, in 
Migrant*innenorganisationen, in Behinderten- oder Kinderrechtsorganisationen, in 
Gewerkschaften, in Verbänden, NGOs, Religionsgemeinschaften, Vereinen und Nachbarschaften, 
ob in dem Engagement gegen Wohnungsnot, Verdrängung, Pflegenotstand, gegen Überwachung und 
Gesetzesverschärfungen, gegen die Entrechtung von Geflüchteten und für Klimagerechtigkeit 
- seit dem Herbst der Solidarität sind Hunderttausende Menschen für eine solidarische 
Gesellschaft auf die Straßen gegangen - an vielen Orten haben sich Menschen aktiv für eine 
Gesellschaft der Vielen eingesetzt. Diesen Aufbruch sozialer Bewegungen werden wir in 
diesem Sommer fortschreiben.

Als Auftakt unserer gemeinsamen Aktivitäten wird am 6. Juli eine Demonstration in Leipzig 
stattfinden, mit der wir den #unteilbar-Sommer in Sachsen einläuten wollen. Als Höhepunkt 
ist eine Großdemonstration mit bundesweiter Mobilisierung am 24. August 2019 in Dresden 
geplant. Dazwischen wollen wir mit der #WannWennNichtJetzt Konzert- und Marktplatztour in 
Plauen, im Erzgebirge, in Zwickau, Grimma und Bautzen kooperieren. So werden wir an 
verschiedenen Orten lokal aktiv sein und in einer großen bundesweiten Mobilisierung in 
Dresden zusammenkommen.

#unteilbar Sachsen lebt von unserem Engagement. Wir alle sind bei der Vorbereitung 
gefragt: Bei der Vernetzung mit anderen Aktiven und der Mobilisierung in unseren 
Nachbarschaften.

Für eine offene und freie Gesellschaft - Solidarität statt Ausgrenzung in ganz Sachsen und 
weit darüber hinaus!

Für ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit!
Für ein solidarisches und soziales Miteinander in Sachsen statt Ausgrenzung und Rassismus! 
Für das Recht auf Schutz und Asyl - Gegen die Abschottung Europas!
Für eine freie und vielfältige Gesellschaft!
Solidarität kennt keine Grenzen!

Demonstration in Dresden: 24.08. // 13 h // Altmarkt

Achtet auf Ankündigungen & kommt in den schwarz-roten Block!

https://leipzig.fau.org/aufruf-fuer-eine-offene-und-freie-gesellschaft-solidaritaet-statt-ausgrenzung-call-for-an-free-and-open-society-solidarity-instead-of-inclusion/-


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