(de) anarcho syndikalismus: Globale Erwärmung: Kapitalismus abschaffen!

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Fr Aug 9 06:38:37 CEST 2019


Während das Klima heißer wird, verwandelt es weltweit die natürliche Art von Regen, 
Verdunstung, Schnee, Wasserfluss und anderen Bedingungen, was sich auch auf die 
Wasserversorgung und -qualität auswirket. Besonders die Erwärmung der Gewässer hat Folgen 
für die Wasserqualität und erhöht den Grad der Verschmutzung. ---- Vor einiger 
Zeit[2016]hatte die Weltbank einen Bericht veröffentlicht mit dem Titel: "Schockwellen: 
Verwaltung der Folgen des Klimawandels auf die Armut".[1]Darin wurde vorhergesagt, dass 
die weltweite Erwärmung in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten rund 100 Millionen 
Menschen zusätzlich in extreme Armut stürzen wird. Das bedeutet, dass das Einkommen dieser 
100 Millionen unter einen Tageslohn von 1,70 Euro sinken wird. Dadurch werden zu den 
bisher etwa 700 Millionen Menschen, die nach der Definition der Weltbank in "extremer 
Armut" leben, weitere Millionen hinzukommen.

Die Leute in den ärmsten Ländern sind davon am meisten bedroht, besonders im 
Subsahara-Afrika und in Südasien. Wie der Bericht ausführt, wird der Klimawandel 
schreckliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Gesundheit der ärmsten Teile der 
Welt haben. Die Ernteerträge werden bis 2030 um 5% sinken und Naturkatastrophen, wie 
Überflutungen, werden häufiger auftreten. Auch Krankheiten werden sich weiter ausbreiten, 
vor allem in verarmten Weltregionen.

Im Jahr 2015 haben 195 Staaten das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet, also eine 
nicht-verpflichtende Erklärung, um den weltweiten Temperaturanstieg auf "deutlich unter 
2°C verglichen mit vorindustriellen Werten" zu begrenzen. Mit ihren Unterschriften haben 
sie den Weltklimarat IPCC ("Zwischenstaatlicher Ausschuß für Klimaänderungen") damit 
beauftragt einen Bericht zu verfassen, um die möglichen Auswirkungen der Erwärmung von 
1,5°C mit einem Anstieg von 2°C zu vergleichen, sowie die nötigen Maßnahmen für das 
Erreichen des niedrigeren Wertes abzuschätzen.

Dieser Forschungsbericht wurde im Oktober 2018 als Zusammenfassung veröffentlicht[2], 
wobei die offizielle Version nicht von den beteiligten Wissenschaftler*innen verfasst 
worden ist. Die Formulierungen dieses Berichtes sind hingegen das Ergebnis politischer 
Verhandlungen, wobei das Original stark überarbeitet wurde. Durch veröffentlichte 
Geheimdokumente ("leaks") ist jedoch bekannt geworden, dass die USA und andere Regierungen 
ein Interesse an der Verharmlosung der Studienergebnisse hatten.

Der vollständige Bericht verdeutlicht jedoch, dass es auch zu schwerwiegenden Folgen 
kommen wird, wenn das Ziel einer Erwärmung von 1,5°C eingehalten würde. Es wird darüber 
hinaus festgestellt, dass es "eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt, das durch die 
aktuellen Emissionensverläufe und die derzeitigen nationalen Verpflichtungen die Erde um 
über 1,5°C mehr erwärmt wird, als in dem Pariser Abkommen vereinbart wurde..."

So steht es in dem wissenschaftlichen Abschlussbericht, der zudem ausführt, dass bei der 
momentan geplanten Zusage von Kürzungen, die weltweite Temperatur um mehr als 3°C bis zum 
Jahr 2100 ansteigen wird. Falls diese Maßnahmen jedoch nicht umgesetzt werden, ist ein 
Anstieg um bis zu 7°C zu erwarten! Diese Studienergebnisse wurden in der veröffentlichten 
Zusammenfassung jedoch verschwiegen.

Der Bericht des Weltklimarates bestätigt daher die komplette Unangemessenheit des Pariser 
Abkommens und verdeutlicht die riesige Lücke zwischen schönen Worten und dringend nötigen 
Taten, wenn es darum geht, den Planeten für die menschliche Zivilisation (oder für Leben 
überhaupt) erhalten zu wollen. Dieses Klimaabkommen versagt in Bezug auf alle vier 
Maßnahmen, welche von Forscher*innen und Aktivist*innen als dringend notwendig erklärt wurden:

- Sofortige Energieumwandlung und schnelle, drastische Verringerung von Ausstößen

Diese Emissionsverringerungen - auch "Klimaschutz-Zusagen der Länder" (INDCs) genannt - 
wurden von den Regierungen auf Grundlage ihrer eigenen Leistungsbereitschaft formuliert, 
aber nicht gemäß der wissenschaftlich ermittelten Notwendigkeiten, weshalb keines dieser 
Versprechen weit genug geht. Zum Beispiel werden die Emissionen von Flugzeugen und 
Schiffen nichtmal mit einbezogen, obwohl sie so hoch sind, wie die Ausstöße von Britannien 
und Deutschland zusammen.

Gleichzeitig zeigt die krasse Verweigerung Australiens bis 2050 aus der Kohle 
auszusteigen, um die in Paris vereinbarten Ziele zu erreichen, wie absurd es ist, von 
einer kapitalistischen Macht zu erwarten die eigenen nationalen (Gewinn-)Interessen dem 
Überleben des Globus unterzuordnen.
Der weltweit größte Kohle-Exporteur erklärte, es sei "unverantwortlich" die Empfehlungen 
des Weltklimarates einzuhalten und die Stromerzeugung mit Kohle zu beenden. Stattdessen 
ist es für die australische Regierung wichtiger die Strompreise im Inland niedrig zu 
halten, anstatt den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, die vier Jahre 
hintereinander gestiegen sind! Zwei Drittel der australischen Elektrizität werden durch 
Verbrennung von Kohle erzeugt und deren Ausfuhr belief sich im Geschäftsjahr 2017/2018 auf 
einem Höchstbetrag von etwa 37 Milliarden Euro.

In China hat das verlangsamte "Wirtschaftswachstum" sogar die Regierung dazu gebracht, die 
Drosselung der Schadstoffausstöße in der Schwerindustrie wieder rückgängig zu machen, die 
erst kürzlich zur Verringerung der katastrophalen Luftverschmutzung erlassen worden waren. 
Mit anderen Worten: Das Ringen nach Frischluft darf nicht dem Gewinnstreben im Weg stehen.

- Angemessene Unterstützung für den Umbau in "Entwicklungsländern"

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Wandel hin zu einer Welt 
ohne fossile Energie jährliche Ausgaben in Höhe von 900 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 
benötigen. Rund zwei Drittel davon (603 Milliarden Euro) müssten dazu in den sogenannten 
"Entwicklungsländern" ausgegeben werden, was einen bedeutenden Geldfluss von Nord nach Süd 
bedeuten würde. In den großen kapitalistischen Staaten leben zwar nur 10% der 
Weltbevölkerung, aber sie produzieren etwa 60% der heutigen Treibhausgase in der Atmosphäre.

Im Pariser Abkommen wurde jedoch nur eine "Bewegung" von jährlich 90 Milliarden Euro bis 
zum Jahr 2020 vereinbart, mit denen nicht nur die Emissionssenkungen, sondern auch die 
Anpassungskosten (siehe unten) bezahlt werden sollen. Diese "Bewegung" wird absichtlich 
unklar benannt, denn damit sind auch Kredite, Privatausgaben, bedingte Fördergelder und 
umgeleitete Hilfszahlungen gemeint.

Es wurde sogar von davon gesprochen, auch die von Migrant*innen in reichen Ländern nach 
Hause überwiesenen Gelder als eine Art Klimafinanzierung zu bezeichnen und zu den 
"bewegten" Summen aus USA, Frankreich, Deutschland usw. hinzuzurechnen. Diese Summe ist 
jedoch winzig im Vergleich mit den etwa 4.770 Milliarden Euro, die jedes Jahr von den 
Regierungen in eine direkte oder indirekte Förderung von fossilen Energieträgern gesteckt 
wird.

- Gerechtigkeit für betroffene Menschen herstellen

Wie das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) feststellt, müssten die betroffenen 
Staaten zusätzlich zu den jährlich 603 Milliarden Euro teuren Emissionssenkungen noch 
weitere 135 Milliarden Euro pro Jahr für Anpassungsmaßnahmen ausgeben, um sich vor den 
schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Die in Paris vorgeschlagenen 90 
Milliarden Euro pro Jahr betragen also weniger als 15% der offiziell benötigten Gelder!

Die größten Kapitalmächte sind zwar die schlimmsten Umweltverschmutzer*innen, doch die 
Idee, dass diese einen verhältnismäßigen Beitrag zu einer Lösung leisten, wurde im 
Interesse der USA und anderer Staaten entschärft. Das Pariser Abkommen spricht daher nur 
davon, dass die "entwickelten Länder" bei der Bereitstellung von Geldern "die Führung 
übernehmen" sollten, um bei dem "gemeinsamen Vorhaben" aller Beteiligten mitzumachen.

- Schwerpunkt auf tatsächlich wirksame Aktionen statt falscher Lösungen

Das Klimaabkommen von Paris hat sich zum Ziel gesetzt, den menschengemachten Ausstoß von 
Treibhausgasen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zu verringern, doch das Ziel 
einer Begrenzung auf 1,5°C Temperaturanstieg benötigt das engültige Aus für fossile 
Energieträger[spätestens]bis zum Jahr 2050! Hinzu kommt, dass das Abkommen die weitere 
Verbrennung fossiler Rohstoffe "mit Ausgleich" erlaubt, durch "Entnahme" in Form der 
umstrittenen Kohlendioxid-Speicherung bzw. durch Geo-Engineering[3]oder Wiederaufforstung.

Mögliche Regelungen gegen zerstörerische Industrien, ein Stopp der Entwaldung oder ein 
Ende des Abbaus fossiler Brennstoffe werden nichtmal erwähnt. Das Abkommen spricht sich 
auch nicht gegen bestehende oder neue Handelsverträge aus, durch welche Unternehmen die 
geltenden Umweltschutzregelungen umgehen können, sobald dadurch ihre Gewinnaussichten 
bedroht sind. Kurz gesagt: Beim Pariser Abkommen handelt es sich eher um eine Übung in 
Öffentlichkeitsarbeit als um einen ernsthaften Plan zur Verrringerung der Emissionen. Als 
sich US-Präsident Trump im Jahr zuvor daraus zurückzog, hatte dies kaum Folgen für die 
Vereinigten Staaten. Die Ziele des Abkommens sind mehr als geringfügig und kommen zu spät.

Denn der Kapitalismus tötet den Planeten! In Zahlen ausgedrückt wären nämlich die Kosten 
für die Beseitigung der Umweltverschmutzung höher als der Wert des im Bruttosozialprodukt 
gemessenen Wirtschaftswachstums - wobei das Pariser Abkommen versucht zu verschleiern, wer 
für seine halbherzigen Empfehlungen zahlen muss.

Das Artensterben und die Gifte in Nahrung, Wasser, Luft und Erde zeigen deutlich, wie der 
Kapitalismus den Planeten zerstört. Die Gewinne des Kapitals, die durch die Ausbeutung der 
Arbeiter*klasse entstehen, würden dahinschmelzen, wenn in ihnen auch die Umweltkosten der 
Produktion enthalten wären. Kein Klimaabkommen, kein falsches Recyclingversprechen oder 
sonstwas kann den Widerspruch aufheben zwischen einerseits dem Gewinnstreben des 
Kapitalismus und andererseits der Einsicht von Marx, dass es notwendig ist den 
nachfolgenden Generationen die Erde in einem besseren Zustand zu hinterlassen. Denn die 
Antwort darauf sollte allen Umweltschützer*innen offensichtlich sein: Schluss mit dem 
Kapitalismus!

Interessanterweise zeigt eine jüngste Umfrage, dass die Sorge um den Klimawandel die 
globale Klassenstruktur widerspiegelt. Die ärmeren Staaten, vor allem in Afrika und 
Lateinamerika, sprechen davon, dass der Klimawandel "höchst bedenklich" ist. Im Gegensatz 
dazu und obwohl der Klimawandel von den internationalen Einrichtungen des Imperiums[4]als 
eine wirkliche Herausforderung erkannt wurde, sieht ihn weniger als die Hälfte der 
befragten Leute in den Vereinigten Staaten als ein schweres Problem an.

Bereit im "Kommunistischen Manifest" hatte Karl Marx[1848]folgende berühmte Aussage gemacht:
"Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. 
Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigner, Zunftbürger und Gesell, 
kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zu einander, führten einen 
ununterbrochenen, bald versteckten bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer 
revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete, oder mit dem gemeinsamen 
Untergang der kämpfenden Klassen."[5]

Dabei wird oft vergessen, dass Marx die Revolution nicht als die einzig mögliche Folge des 
Klassenkampfes gesehen hat, denn es gibt auch eine andere Möglichkeit: unser aller 
Untergang. Das ist die Wirklichkeit, der die Menschheit nun gegenüber steht. Der weltweite 
Kapitalismus zwingt unseren Planeten, unsere Heimatwelt, bis an den Rand seiner 
Möglichkeiten. Die Konsum- und Verschwendungskultur der[industrialisierten]"Ersten Welt" 
hat die Umweltbelastung bis an eine Bruchstelle getrieben.

Die Mehrheit der Menschen, die globalen Armen, das Proletariat leidet. Eine Minderheit, 
die globalen Reichen, das Bürger*tum konsumiert mehr und mehr, verschwendet weiter und 
weiter. Wenn wir unseren gemeinsamen Untergang verhindern wollen, wenn es eine Zukunft für 
unsere Kinder und deren Kinder geben soll, dann müssen wir aufwachen. Wie sind die 
Mehrheit, wir sind die einzigen, die diesen Wahnsinn stoppen können - und die Zeit läuft 
ab. Jetzt ist der Moment gekommen, um die anarchosyndikalistische Fahne des globalen 
Kampfes der Menschheit zu erheben. Denn die Frage lautet: Untergang oder Revolution?

Bangladesh AnarchoSyndicalist Federation - BASF

Quelle: https://www.bangladeshasf.org/global-warming-get-rid-of-capitalism/

Übersetzung[und Anmerkungen]: Anarchosyndikalistisches Netzwerk - ASN Köln

Anmerkungen:

1) siehe "Weltbank, grüner Freihandel und neoliberale Privatisierung", 
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2019/04/20/weltbank-gruener-freihandel-und-neoliberale-privatisierung/

2) siehe https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_IPCC_SR15.pdf

3) großtechnische Eingriffe in Erdkreisläufe, wie Sonnenstrahlen-Spiegelung oder 
Kohlendioxid-Speicherung (https://de.wikipedia.org/wiki/Geoengineering)

4) Die dezentrale Weltordnung wird auch als das globale Imperium des Kapitalismus gesehen 
(siehe "Empire" von Antonio Negri / Michael Hardt, 
https://de.wikipedia.org/wiki/Empire_%E2%80%93_die_neue_Weltordnung)

5) in: "Manifest der Kommunstischen Partei" (1848), 
https://de.wikipedia.org/wiki/Manifest_der_Kommunistischen_Partei

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2019/08/03/globale-erwaermung-kapitalismus-abschaffen/


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