(de) Global May Day 2019

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Sa Apr 13 09:16:43 CEST 2019


Aufruf - Jede/s Syndikat/ Gruppe/ Gewerkschaft organisiert seine/ihre eigenen Aktivitäten 
mit eigenen inhaltlichen Schwerpunkten autonom. Der folgende Aufruf ist Teil eines 
gemeinsamen Rahmens, der dabei hilft, diese Aktivitäten sichtbar miteinander in Verbindung 
zu setzen und die Kommunikation auf globaler Ebene zu befördern. ---- Setzt euch gerne auf 
den Verteiler Global May Day 2019 [subscribe] und/oder nutzt diesen, um mit anderen 
Gruppen weltweit in Kontakt zu treten (z.B. für die Koordination einer Solidarity 
Partnership). Auch bei Bekanntgabe der Unterstützung des Aufrufs kann der Verteiler gerne 
genutzt werden. ---- Den folgenden Aufruf gibt’s auch als Download (.pdf). ---- Global May 
Day 2019 ---- – 1. Mai 2019 – ---- Jedes Jahr finden zum 1. Mai weltweit zahlreiche 
Proteste und Streiks statt, um den Tag der Arbeiter*innenbewegung zu würdigen. Mit diesem 
Aufruf, der von einigen Syndikaten der Basisgewerkschaften FAU (Freie 
Arbeiter*innen-Union) und IWW (Industrial Workers of the World) initiiert wurde, wollen 
wir Basisgruppen, Gewerkschaften und Initiativen weltweit dazu animieren, ihre 1. Mai 
Aktionen miteinander zu verbinden, um dem Kampf dadurch sichtbar eine transnationale 
Dimension zu verleihen.

Wir, Lohnabhängige und Studierende, werden gemeinsam solidarisch zusammenstehen, da wir 
unabhängig von unserem Wohnort in demselben Kampf gegen gewinnorientierte Interessen 
eingebunden sind. Kürzungen sozialer Dienstleistungen in öffentlichen Haushalten, 
Outsourcing, das Drücken von Löhnen, Privatisierungen, ansteigende Lebenshaltungskosten 
sowie Studiengebühren sind nur einige Symptome, die im direkten Zusammenhang mit dem 
globalen Wirtschaftssystem stehen. Ein System welches auf Ausbeutung und Wettbewerb 
basiert und die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche vorantreibt.

Der stetig zunehmende Leistungsdruck macht uns krank, sei es am Arbeitsplatz, in der 
(Hoch-)Schule und leider auch im wachsenden Maße während der Kindheit und Jugend. Die 
Mechanismen der Marktwirtschaft und die damit einhergehenden nationalstaatlichen 
Strukturen führen dazu, dass die Anpassung an das Diktat der Wettbewerbsfähigkeit sowie 
die Mehrwertproduktion priorisiert, anstatt dass emanzipatorische Fähigkeiten gefördert 
werden.

Wir wollen dieses System nicht nur stören, sondern streben an, es zu überwinden.

Durch den transnationalen Charakter des kapitalistischen Systems, ist es für Lohnabhängige 
notwendig sich ebenfalls auf globaler Ebene zu vernetzen. Durch diese Vernetzung können 
globale Zusammenhänge, die lokale Bedingungen maßgeblich prägen, sichtbar gemacht werden. 
Außerdem eröffnet es Möglichkeiten und erschließt Potentiale im Kampf gegen Ausbeutung und 
prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Verhandlungsmacht von Arbeiter*innen würde 
sich enorm erhöhen, wenn wir uns innerhalb von Wertschöpfungsketten zusammenschließen 
würden. Stellen wir uns vor, welchen Unterschied es gemacht hätte, wenn die streikenden 
Minenarbeiter in Marikana (Südafrika) mit den Arbeiter*innen in den Chemiewerken von BASF 
in Deutschland vernetzt gewesen wären und gemeinsam gekämpft hätten, besonders vor dem 
Hintergrund, dass BASF eine Hauptabnehmerin der geförderten Rohstoffe ist. Solche 
Verbindungen hätten die Ereignisse wesentlich beeinflussen, vielleicht das Massaker im 
Jahr 2012 sogar verhindern können.
Ein weiteres Beispiel sind Proteste von Näher*Innen in Sri Lanka am 27.11.2018 (sie 
produzieren für H&M), welche für Löhne, die zum Leben reichen kämpfen. Am Selben Tag 
fanden Soli-Aktionen vor H&M-Filialen in Europa und den USA statt. Dies verdeutlicht, dass 
Druck durch eine Vernetzung der Akteur*innen innerhalb der Wertschöpfungskette, von den 
Produzent*Innen, über die Mitarbeiter*Innen in den Geschäften bis hin zu den 
Konsument*Innen, erzeugt werden kann.
Ähnliches gilt für Arbeitsniederlegungen bei Amazon: Hier streikte Ver.di z.B. 2016 in 
Deutschland in den Logistikzentren, da Amazon-Zentren in Polen als Ausweichzentren genutzt 
wurden, organisierte die IP Solidaritätsaktionen. Mittlerweile entstehen Amazon 
Aktionsgruppen auf der ganzen Welt, welche sich zunehmend untereinander vernetzen.
Zu guter Letzt möchten wir auf die Lohnabhängigen im  IT-Sektor verweisen, welche sich 
gegen prekäre Arbeitsbedingungen zur Wehr setzen und über nationalstaatliche Grenzen 
hinweg organisieren. Als Beispiel weisen wir an dieser Stelle auf die Initiative Game 
Workers Unite! sowie die im letzten November von Arbeiter*innen bei Google organisierte 
Streikaktion hin. An dieser beteiligten sich zehntausende Betroffene in 50 Städten weltweit.

Mit einem transnational koordinierten 1. Mai 2019 streben wir nach der Verwirklichung 
eines besseren Lebens durch eine stärkere weltweite Vernetzung und Solidarität. Besonders 
in Zeiten von wachsenden national(istisch)en und rassistischen Tendenzen, ist es uns ein 
Anliegen den gemeinsamen Kampf für dieses Ziel zu unterstreichen anstatt sich 
gegeneinander ausspielen zu lassen.

Für ein besseres Leben für alle über sämtliche Grenzen hinweg!

#1world1struggle
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Um die Übersetzung des Aufrufs zu koordinieren, wurde dieses Pad eingerichtet.

Erstunterzeichnende des Aufrufs:
Bangladesh Anarcho-Syndicalist Federation | Freie Arbeiter*innen Union (FAU) Hamburg | 
Inter-Factory Workers’ Federation (FBLP) Jakarta | Forum for IT Employees (FITE) India | 
Garment Workers’ Trade Union Center (GWTUC) Bangladesh | Industrial Workers of the World 
(IWW) Gainesville | Industrial Workers of the World (IWW) Hamburg

https://globalmayday.wordpress.com/aufruf-2019/


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