(de) BERICHT ZUR KUNDGEBUNG VOM 30.03.2019 GEGEN DAS ALKOHOLKONSUMVERBOT AUF DEM KARLSRUHER WERDERPLATZ
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Sa Apr 6 09:13:50 CEST 2019
Am Samstag, den 30.03.2019 veranstaltete die Libertäre Gruppe Karlsruhe eine Kundgebung
gegen das sogenannte Alkoholkonsumverbot auf dem Karlsruher Werderplatz. Dieses ist am
01.04.2019 in Kraft getreten. ---- Dem Anlass entsprechend mutete die Kundgebung eher
einem großen Picknick mit Musik und Redebeiträgen an. ---- Etwa 50 Personen, die sich
regelmäßig auf dem Werderplatz treffen und etwa genau so viele Unterstützer*innen haben
sich eingefunden. ---- Die Kundgebung war nicht lediglich eine Protestveranstaltung. Sie
bot mit Sitzgelegenheiten und kostenlosem Essen einen Raum zum Austausch mit
Bewohner*innen und Betroffenen. ---- In Gesprächen mit Betroffenen wurde viel Unmut über
das Alkoholkonsumverbot geäußert. Von diesem sind beispielsweise gastronomische Flächen
ausgenommen. Es zielt auf eine mehr oder weniger definierte Zielgruppe ab.
Einige Betroffene sehen sich als Sündenbock für eine fehlgeleitete Sozial- und
Gesellschaftspolitik. Teilweise verbringen sie ihre Freizeit seit bis zu vierzig Jahren
auf dem Werderplatz. Dieser ist für wie ein zu Hause. Die Fragen, was sollen wir tun, oder
wo sollen wir denn hin, taucht regelmäßig auf.
Die Einrichtung des Drogenkonsumraumes sehen viele als wichtigen Schritt. Sie sind der
Meinung, dass dadurch vor allem die Probleme mit der Sauberkeit rund um den Werderplatz
und die Situation auf den Toiletten deutlich entschärft würden.
Dieser wird voraussichtlich erst Ende des Jahres eingerichtet.
Während die Libertäre Gruppe Karlsruhe die Repressionsmaßnahmen lediglich als Teil einer
Politik der Verdrängung kritisiert, thematisierte einer Rednerin der Karlsruher Liste
(KAL) die Einschränkung von Freiheitsrechten. Diese Einschränkungen haben seit einigen
Jahren Hochkonjunktur, wie an stetigen Verschärfungen von polizeigesetzen sichtbar ist.
Die Verordnung zum Alkoholkonsumverbot basiert auf einer solchen Verschärfung, welche der
Öffentlichkeit im Jahr 2017 als angebliches Anti-Terrorpaket verkauft wurde.
Weitere kritisierte sie die Einrichtung des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), welcher
eben nicht zur Änderung der Situation auf dem Werderplatz beitragen konnte.
Während die Stadtpolitik Gelder zur Finanzierung und weiterer Aufstockung bereit stellt,
wurden Sozialmaßnahmen stets zurückgefahren. So haben dieBetroffenen ihren Garten
verloren, ein Ausweichplatz am Tivoli wurde zurückgenommen und die Sozialarbeit zurück
gefahren.
Die Libertäre Gruppe Karlsruhe fordert eine sofortige Rücknahme der Repressionsmaßnahmen.
Stattdessen eine zeitnahe Einrichtung des Drogenkonsumraumes und eine Reaktivierung
sozialpolitischer Projekte rund um den Werderplatz.
Der Öffentliche Raum muss allen Menschen jederzeit zugänglich sein. Sozialpolitische
Auseinandersetzung in Öffentlichkeit sichtbar und nicht aus dieser verdrängt werden.
Wer die Menschen auf dem Werderplatz als homogene Masse begreift liegt falsch. Das
Alkoholkonsumverbot wird dieser Vielschichtigkeit, ebenso wie die Repressionsmaßnahmen des
KOD, nicht gerecht. Wer sich mit den Betroffenen auseinandersetzt merkt schnell, dass
diese selbst viele Ideen und Anregungen haben und die Problematiken selbst sehr ernst
nehmen. Diese Forderung nach einer Konfrontation mit der Stadtpolitik vor Ort wurde von
einigen immer eingefordert.
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