(de) FAU, direkte aktion: ... DANKE FÜR DIE BLUMEN! ... Der feministische Arbeitskampf bei "Blumen Wolf" geht weiter.

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Mi Apr 3 08:21:35 CEST 2019


Betrieb & Gesellschaft Von: Flora - 29. März 2019 ---- Seit gut einem Jahr wehren sich 
einige in der FAU organisierten Beschäftigte gegen ausbeuterische und sexistische 
Arbeitsbedingungen im Floristikgeschäft "Blumen Wolf" im Hannoveraner Hauptbahnhof. Ein 
Lohn, der zum Leben reicht, angemessene Arbeitszeiten und Pausenregelungen, sowie mehr 
Urlaubstage waren und sind die Forderungen. ---- Wie in anderen "Frauen*branchen" auch, so 
z.B. bei Erzieher*innen, liegen die Löhne in der Floristik nur wenig über dem Mindestlohn. 
Damit das Geld zum Leben reicht, muss meist weit mehr gearbeitet werden, als legal 
vorgeschrieben. Dabei wurden bei "Blumen Wolf" selbst noch die gesetzlichen 
Mindeststandards unterlaufen und Pausenzeiten, tägliche Höchstarbeitszeit und Ruhezeiten 
zwischen den Schichten missachtet. Frauen* sind immer noch auch in der Familie für den 
Großteil der unbezahlten Haushalts- und Erziehungsarbeit zuständig und damit von doppelter 
Ausbeutung betroffen. Die schlechten Löhne in der Erwerbsarbeit tragen außerdem dazu bei, 
dass Frauen* oft von besser verdienenden Männern abhängig sind. Auch deswegen ist dieser 
Arbeitskampf ein feministischer Kampf!

Bei "Blumen Wolf" konnten durch die Zusammenarbeit von FAU und organisierten Beschäftigten 
schon zahlreiche Verbesserungen durchgesetzt werden. Nach einer 50-prozentigen 
Lohnerhöhung liegt das Gehalt mittlerweile über dem Tariflohn der Blumenbranche. Nachdem 
vorher 16-Stunden-Schichten gearbeitet wurden, müssen bei den Arbeitszeiten jetzt die 
gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Genoss*innen haben sich zusammengetan, 
organisiert und solidarisiert. Sie haben Pläne umgeschrieben und kollektiv und 
selbstständig die Öffnungszeiten verkürzt, um die gesetzlich geregelten Arbeitszeiten 
einhalten zu können. Sie haben sich dem Mobbing, das nach ihren Angaben der Chef selbst 
mit anfeuert, gemeinschaftlich entgegengesetzt. Mit Kundgebungen, Flyeraktionen und 
Pressearbeit wurde die Öffentlichkeit auf die miesen Arbeitsbedingen aufmerksam gemacht.

Dennoch sind dies nur Teilerfolge. Die Kolleginnen berichten, dass grenzüberschreitende 
und sexistische Äußerungen seitens des Chefs immer noch an der Tagesordnung seien. In 
Gutsherrenmanier soll Herr Wolf seine Machtposition den beschäftigten Frauen* gegenüber 
immer wieder sehr deutlich machen. Außerdem müssten dringend neue Mitarbeitende 
eingestellt werden, denn nur dann können die Arbeitszeiten langfristig eingehalten werden.

Und auch dann ist es noch lange nicht genug: Auf dem globalen Blumenmarkt sind die 
Arbeitsbedingungen meist noch weit prekärer und auch hier arbeiten hauptsächlich Frauen*. 
Die Genoss*innen von "BlumenWolf" erklären sich solidarisch mit den global beschäftigten 
Frauen* in der Floristikbranche und fordern nicht nur in ihrem eigenen Betrieb, sondern 
auch dort, wo die Blumen gesät, geschnitten und verpackt werden, faire und menschenwürdige 
Arbeitsbedingungen!

Der Beitrag stammt aus der Zeitung zum 8. März, die von der fem*fau, einer feministischen 
AG in der FAU, herausgegeben wurde. Die Zeitung ist kostenlos erhältlich bei den lokalen 
FAU-Gewerkschaften und auch online als pdf.

https://direkteaktion.org/danke-fuer-die-blumen/


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