(de) fda-ifa: 2000 gegen nationalistische und rassistische Hetze in Karlsruhe von nigra

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Do Okt 18 07:18:59 CEST 2018


Über 2000 Menschen folgten dem Aufruf des Antirassistischen Netzwerks Baden-Württemberg 
zur landesweiten Demonstration "Gegen nationalistische und rassistische Hetze! Stoppt den 
Wettlauf zur Ausgrenzung und Entrechtung! Gleiche Rechte und ein gutes Leben für Alle!" in 
Karlsruhe. Es hatten mehr als 90 Gruppen und Einzelpersonen unterzeichnet, um ein 
deutliches Zeichen gegen den europaweiten Rechtsruck und das Erstarken rassistischer 
Parteien und Organisationen zu setzen. ---- Die faschistische AfD sitzt in nahezu allen 
Landesparlamenten und im deutschen Bundestag, auf den Straßen tobt der rassistische Mob, 
Nazi-Graffitis prangen an immer mehr Wänden, im Netz überbieten sich besorgte Bürger*innen 
im Wettstreit um das menschenfeindlichste Posting und die europäischen Regierungen 
schieben ab, was das Zeug hält.

Zeit für mehr Solidarität mit Geflüchteten, Zeit für "Wir haben die Schnauze voll von 
eurem Rassismus und euren menschenverachtenden Gesetzen und Grenzen!", Zeit für große 
Demos auf unseren Straßen!

Zeitgleich mit #unteilbar in Berlin und anderen Demos rief das Antirassistische Netzwerk 
Baden-Württemberg mit vielen anderen unter dem Motto "Gegen nationalistische und 
rassistische Hetze! Stoppt den Wettlauf zur Ausgrenzung und Entrechtung! Gleiche Rechte 
und ein gutes Leben für Alle!" nach Karlsruhe und über 2000 Menschen aus allen halbwegs 
linken Richtungen kamen und trugen ihre Wut auf den Status Quo in Deutschland und der EU 
in die Straßen. Es war eine bunte und laute Demo, die sich am gestrigen Samstag ihren Weg 
durch die Karlsruher Innenstadt bahnte: Unzählige Transparente, Schilder, Fahnen, Flyer, 
Zeitungen, Parolen, Musikgruppen und zwei Lautsprecherwagen machten klar, dass wir eine 
ganz andere Welt wollen. Diese Welt ist nicht geteilt durch Grenzen, die von Armeen und 
Bullen bewacht werden. Diese Welt gewährt allen Menschen Bewegungsfreiheit. Diese Welt ist 
befreit von nationalistischen Denkmustern. Diese Welt kennt keine Hautfarben und schon gar 
keinen Rassismus. In dieser Welt leben wir alle solidarisch und frei miteinander und 
konkurrieren nicht im Arbeitsplätze, die uns alle kaputt machen.

Der Auftakt der Demo fand vor dem Karlsruher Hauptbahnhof bei schönstem Sonnenschein 
statt. Vertreter*innen von Aktion Bleiberecht Freiburg, dem Forum Asyl Pforzheim, dem 
Flüchtlingsrat Baden-Württemberg, von Refugees for Refugees und United Refugees Rights 
Movement e.V. hielten Reden. Sie berichteten aus ihrer Arbeit, von der unrühmlichen 
Vorreiterrolle Karlsruhes bei der Einrichtung der ersten Sammellager für Geflüchtete in 
den 1980er Jahren, von der massiven Ausgrenzung der Roma und Sinti sowohl in ihren 
Herkunftsländern wie auch hier in Deutschland, vom unmenschlichen Abschiebeknast in 
Pforzheim und ihren eigenen Erfahrungen als Geflüchtete mit deutschen Behörden.
Die Bekanntmachung der Demo-Orga, dass Parteifahnen nichts im vordern Teil der Demo zu 
suchen hätten, stieß nicht bei allen auf Zustimmung (neben vielen Die Linke-Anhänger*innen 
mit ihren Fahnen, waren sogar JuSos und SPDler*innen am Start...). Ich und viele andere 
fanden das hingegen knorke.

Im Anschluss zog die Demo lautstark durch die gut besuchte Innenstadt von Karlsruhe. Am 
Ludwigsplatz fand eine kurze Zwischenkundgebung statt, bevor es dann sogar kurz in die 
wegen dem Stadtfest völlig überfüllte Fußgänger*innenzone ging. Die Abschlusskundgebung 
fand auf dem Kronenplatz statt. Hier hielten Vertreter*innen der GEW, der Partei Die 
Linke, von Solidarity City Freiburg und des Offenen Antirassistischen Treffens Karlsruhe 
Reden. Als über Mikrofon durchgegeben wurde, dass in Berlin über 150 000 Menschen auf der 
Straße waren (inzwischen steht fest, dass es wohl über 240 000 waren), brandete 
ungläubiger Applaus auf.

Die Bullen hielten sich angenehm zurück und waren meist nur in Dreiergruppen wahrnehmbar 
(die hätten dann auch noch zu hause bleiben können...).
Auffällig waren die vielen negativen Kommentare gegen die Demo von Passant*innen: Sie 
nahmen kein Blatt vor den Mund, um ihren Unmut gegen die linksgrünversifften Gutmenschen 
kundzutun. Von Kopfschütteln, über rassistische, homophobe, sexistische Zurufe bis hin zu 
"Macht den Fahrradweg frei, ihr scheiß Kommunisten!" war alles dabei. Wer bisher nur im 
Netz pöbelte, tut dies nun scheinbar auch auf der Straße, legitimiert und ermuntert durch 
den Aufstieg der AfD und Konsorten. Zum Glück wurde ihnen oft aus der Demo heraus Paroli 
geboten.

Bleibt zu hoffen, dass der Schwung von gestern sich auf den (politischen und privaten) 
Alltag überträgt: Eine Demo reicht nicht. Wir alle müssen uns radikaler Positionieren. 
Unterstützt ganz konkret Geflüchtete in eurer Nachbarschaft, in eurer Gemeinde, in eurem 
Kiez, in eurer Stadt. Wehrt euch gegen rassistische Hetze. Macht den Mund auf, wenn die 
AfD in Gesprächen gelobt wird. Organisiert euch in politischen Gruppen, die sich für eine 
Welt ohne Grenzen und Nationen einsetzen.

Wer bleiben will, soll bleiben.
Wer kommen will, soll kommen.
No Border, no Nation.

Für die Anarchie.

https://fda-ifa.org/2000-gegen-nationalistische-und-rassistische-hetze-in-karlsruhe/


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