(de) Rojava, RIP (Ruhe In Power) Waka, für immer bei uns..... (ca, en, fr, it, pt)

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Mi Okt 17 07:19:24 CEST 2018


Unser lieber Freund und Genosse Waka ließ an diesem Sonntag sein Leben an der Front gegen 
soziale und ökologische Herrschaft, im Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus. Dies ist 
damit der zweite Todesfall, den die Hambacher Forst Besetzung innerhalb kürzester Zeit 
verarbeiten muss. ---- In Trauer und gleichzeitig Wakas Leben und Energie feiernd haben 
die Hambacher Forst Verteidigis die Nachricht aufgenommen, dass sein Name an diesem 
Sonntag der langen Liste derer hinzugefügt werden musste, die das ultime Opfer brachten, 
um Gemeinschaften, Ökosysteme und die Erde zu beschützen. Unsere Solidarität und 
Unterstützung gilt allen, die geliebte Menschen im weltweiten Kampf gegen soziale und 
ökologische Zerstörung verloren haben! ---- RIP, Ruhe in Power Waka!
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Sehîd Sahîn Qereçox (Waka's kurdischer Name, dessen letzter Teil zur Erinnerung an Anna 
Campbell gewählt wurde), seinen Freunden als Waka bekannt, ist leider am 7. Oktober im 
Kampf gegen Daesh (IS) in Hajin gefallen.

Er kämpfte seit 4 Monaten mit der YPG für die Revolution in Rojava. So lang ich ihn 
kannte, war er ein liebender Genosse und ein echter Revolutionär. Es fällt mir schwer, ihn 
zu beschreiben - er war so bedacht und kreativ, dass er sich einfachen Schubladen entzog. 
Was immer ich schreibe, kann immer nur an der Oberfläche dessen kratzen, was er mir und so 
vielen anderen bedeutete.

Ich werde nie seine mutigen Taten und Bestreben vergessen, für eine Welt zu kämpfen, von 
der er wusste, dass sie möglich ist. Eine Welt frei von Unterdrückung, Patriarchat und 
Ökozid, wo die Menschen kooperativ im Geiste von gegenseitiger Hilfe leben, anstatt vom 
Kapitalismus vereinzelt und verängstigt zu werden. Er war immer bereit, Repression oder 
Polizeigewalt zu riskieren, um das zu verteidigen, woran er glaubte. Im Hambacher Wald 
zögerte er nie, sich selbst in Gefahr zu bringen, um die Ausbeutung und Zerstörung der 
Erde zu stoppen. In Pont Valley, England, hat seine Kreativität und harte Arbeit eine 
Kampagne befeuert zur Verteidigung von Gemeinschaften und Wildtieren gegen Kohlegewinnung 
im Tagebau. Sahîns Einfallsreichtum machte ihn zu einem wertvollen Mitglied in jeder 
Gemeinschaft, in der er sich befand. Er arbeitete oft hart daran, Strukturen zu bauen, zu 
kochen und den ganzen Raum einladender für alle zu machen, damit sie sich wohl fühlen 
konnten. Er brachte immer seinen charmanten Witz in jedes Gespräch und wir konnten viel 
von dem lernen, was er zu sagen hatte.

Sein Temperament war nie aggressiv, er war auch nicht scharf auf körperliche Konfrontation 
und anfangs war es eine Überraschung zu hören, dass er mit der YPG kämpfen wollte. Aber 
tatsächlich, wenn man an seine vielen anderen mutigen Taten denkt, sollte es überhaupt 
keine Überraschung sein, dass er für das kämpfen würde, woran er auf seine Weise glaubte. 
Sein unerschütterlicher Mut und seine Selbstdisziplin, ohne in Macho-Verhalten zu 
verfallen, ist eines der vielen Dinge, für die ich ihn bewunderte.

Dies war eins der Dinge, die ihn zu einem wahren Revolutionär machten - er wusste, dass 
eine Revolution nicht nur etwas ist, was man herstellt oder baut, es ist etwas, was man 
aus dem Inneren tut, und es ist ein Teil von dem, was du bist. Alles, was er tat, war sehr 
bewusst und klar politisch. Er scheute sich nie davor, sein eigenes Verhalten oder das 
seiner Kameraden zu kritisieren. Er wollte das Beste aus jedem Tag seines Lebens machen 
und jeder freie Moment wurde damit verbracht, eine Sprache zu lernen, zu trainieren, zu 
lesen und neue Ideen zu teilen. Etwa eine Woche vor seinem Tod wurde er zum 
stellvertretender Kommandeur der YPG International Tabur ernannt und er war standhaft 
motiviert, nicht nur die körperliche Verfassung aller zu trainieren, sondern auch die 
revolutionäre Kultur in der Einheit aufzubauen.

Eine wertvolle Erinnerung, die ich an ihn habe, bevor er nach Rojava kam, war, als wir 
zusammen durh Europa trampten. Egal, wer uns mitgenommen hat, ich erinnere mich, wie er 
sich sofort mit ihnen unterhalten hat, als ob sie alte Freund*innen wären. Er war immer 
scharf darauf, über seine Ideen zu sprechen und hatte niemals das Bedürfnis, unehrlich 
über seine Überzeugungen zu sein. Durch seine entwaffnende Freundlichkeit und Ehrlichkeit 
mochten ihn alle, die wir auf dieser Reise kennenlernten, auch wenn sie ihm nur kurz 
begegnet waren.

Ich möchte euch diese Nachricht in Erinnerung an einen wahren Helden senden. Ein 
Landverteidiger, Jagdsaboteur, Anarchist, Anhalter-Experte und Containertaucher, 
Revolutionär, Freund und ein wunderbarer Genosse. Ich bedauere nur, dass ich ihm das alles 
nicht ins Gesicht gesagt habe, aber der Kampf für die Freiheit geht weiter und ich werde 
es in seinem Gedächtnis tun, inspiriert von allem, was er getan hat und was er mir 
beigebracht hat.

Sehîd namirin.

https://hambacherforst.org/blog/2018/10/10/rip-waka/?noredirect=de_DE


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