(de) FAU Dresden: Ausführliches Statement: Warum wir nicht mit Revo zusammenarbeiten

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Di Okt 16 06:35:23 CEST 2018


Während des Bildungsstreiks am 22. Juni 2018 sahen manche von euch vielleicht unsere 
Basisgewerkschaft FAU mit der kommunistischen Jugendorganisation ‚Revolution‘ zusammen 
demonstrieren und ihr habt euch darüber gewundert. Die gute Nachricht ist: Wir wunderten 
uns auch! Mit Freund_innen des Staatssozialismus (= Staatskapitalismus) haben wir wenig 
gemein. Die Jugendorganisation Revo versucht sich jedoch immer wieder die Teilnahme an 
emanzipatorischen Bündnissen mal zu erschleichen, mal zu erbetteln, mal zu erpressen. Eine 
Sammlung eines fundierten, inhaltlichen Standpunkts gegen diese und ähnliche 
Organisationen nahm bei uns einige Zeit in Anspruch. Nun fassen wir unsere Diskussionen in 
einem umfangreichen Statement zusammen, dass hier als PDF runterladen könnt.

Als Teaser hier die Einleitung:

Warum dieses lange Statement zur Organisation ‚Revolution'?

Für die, die den Anlass dieses Statements nicht kennen: Seit ca. 2 Jahren sind 
verschiedene Gruppen und Strukturen in Dresden mit einer kleinen, trotzkistischen 
Jugendorganisation konfrontiert. Diese ist bundesweit in 8 Städten vertreten und auch 
international vernetzt. Sie forderte immer wieder, einen Platz in Bündnissen zu erhalten, 
obwohl sie von den meisten emanzipatorischen Akteur_innen in Dresden abgelehnt wurde. Mit 
diesem Statement hoffen wir, anhaltende und anstrengende Auseinandersetzungen um eine 
eventuelle Akzeptanz der Organisation inhaltlich begründet und dauerhaft zu beenden.

Die trotzkistische Jugendorganisation ‚Revolution' Dresden (nachfolgend Revo) ist seit 
ihrem Entstehen marginal. Es stellt sich also die Frage, warum Organisationen, die etwas 
Besseres zu tun haben (bspw. Erwerbslosenberatung, Arbeitskämpfe, antifaschistisches 
Community-Building in Nazikäffern, Hausprojekte, Demos), sich damit befassen sollten, ein 
umfangreiches Statement zu schreiben oder dieses hier zu lesen. Auch wir haben es aus 
dieser Frage heraus lange vermieden und wollten dies in einer Theorie-AG zu 
Sozialismus-Konzeptionen mal allgemein klären. Uns diese Zeit zu nehmen, verpassten wir 
aber ebenfalls (wir sind eher Praktiker_innen) und standen schließlich vor der Situation, 
eine Teilnahme von Revo bei Bündnissen wie dem Kritischen Bildungsbündnis zwar vehement 
abzulehnen, diesen Standpunkt aber nicht inhaltlich sauber begründen zu können. Das stieß 
bei weiteren Bündnispartner_innen (zu Recht) auf großes Unverständnis.

Diesem Versäumnis war es schließlich auch geschuldet, dass wir am 22. Juni auf einer 
Bildungsstreikdemonstration deutlich wahrnehmbar zusammen mit Revo auftauchten, was sicher 
viele Außenstehende befremdet hat. Für einige Mitglieder unserer Gewerkschaft war es der 
Grund, nicht an der Demonstration teilzunehmen, und es sorgte auch für Scham bei vielen 
Branchenmitgliedern, die da waren.

Mit unseren halbgaren Aussagen und unserem schlingernden Verhalten gegenüber Revo haben 
wir für Unverständnis bei Schüler_innen und Studierenden gesorgt, auch bei jenen, die uns 
prinzipiell gut finden oder sich gegebenenfalls gar bei uns organisieren wollten. Darüber 
hinaus sorgten wir auch für Irritation bei Gruppen und Partner_innen, mit denen uns eine 
langjährige gemeinsame Praxis und eine gemeinsame Haltung gegenüber nicht 
libertär-sozialistischen Strukturen verbindet. Dafür möchten wir uns entschuldigen.

Im Folgenden möchten wir unsere Ablehnung der Zusammenarbeit mit Revo und ähnlichen 
Gruppen inhaltlich ordnen, für Außenstehende nachlesbar und plausibel machen und 
gleichzeitig der Bitte von Revo-Mitgliedern nachkommen, diese Diskussion inhaltlich zu führen.

Wir haben in Zukunft nicht vor, uns Pamphlete hin und her zu senden, und werden auf eine 
Antwort Revos, so sie nicht umfassend alle hier genannten Kritikpunkte ausräumt und 
praktische Veränderungen (siehe Ende) anstößt, nicht reagieren. Insbesondere würden wir 
den Versuch, auf zwei oder drei Details Gegendarstellungen zu liefern, um den Rest der 
Argumentation außen vor zu lassen, als ein ärmliches, taktisches Manöver empfinden. Wir 
wollen uns wieder unserer eigentlichen Arbeit widmen und aus der Marginalität mit 
konkreten, alltäglichen Projekten herauswachsen, anstatt uns mit noch marginaleren 
Freunden des kommunistischen Kasernenhofs rumzuärgern.

Wir hoffen gleichzeitig, dass der vorliegende Text anderen Gruppen in ähnlichen 
Situationen helfen kann, die eigene Argumentation zu ordnen und zu schärfen und dass so 
die hier investierte Arbeitszeit vielleicht nicht ganz umsonst war.

Nach Abschluss der Arbeiten zu diesem Text wurde uns noch ein

https://dd.fau.org/2018/10/12/ausfuehrliches-statement-warum-wir-nicht-mit-revo-zusammenarbeiten/#more-429


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