(de) ag-freiburg: Wir sind wütend! Und das nicht erst seit gestern! - Demonstration gegen sexualisierte Gewalt am 24. November

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Do Nov 29 08:10:58 CET 2018


Feministische Gruppen aus Freiburg rufen für den 24. November zu einer Demonstration gegen 
sexualisierte Gewalt auf: ---- "Wir sind wütend... und das nicht erst seit gestern. 
Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt!" ---- 24. November // 17 Uhr // Platz der alten 
Synagoge ** Kein Raum für sexualisierte Gewalt - Widerstand überall ** ---- Wir sind 
wütend ... und das nicht erst seit gestern, denn sexualisierte Gewalt darf nicht unser 
Alltag sein. Trotzdem widerfährt sie uns jeden Tag in unterschiedlichster Form, egal ob in 
der Schule, im Berufsleben, auf der Straße, im Nachtleben oder in einer Partnerschaft. All 
diese Erlebnisse und Übergriffe machen uns traurig und wütend. Wir, ein breites 
feministisches Bündnis, stellen uns gegen sexualisierte Gewalt und rufen dazu auf, sich 
uns anzuschließen. -- Wir sind nicht alleine. Solidarität mit allen Betroffen. Gemeinsamer 
Widerstand, und zwar überall.

** Warum wütend? **

Weil sexualisierte Gewalt immer und überall präsent ist. Statistiken zeigen, dass 70% 
aller Übergriffe im Privaten und 30% an öffentlichen Orten stattfinden. Dabei kommen fünf 
von sechs Tätern aus dem persönlichen Umfeld, 98% sind männlich.[1]Diesen Zahlen zum Trotz 
rät Polizeipräsident Rotzinger: "macht euch nicht wehrlos mit Alkohol oder 
Drogen."[2]Damit wird wieder einmal die Verantwortung den Frauen zugeschoben, das darf 
nicht sein!

Aktuell schreiben sich zahlreiche Akteur_innen die Sicherheit der Frauen groß auf die 
eigene Fahne. Dabei steht aber oft nicht der Kampf gegen sexualisierte Gewalt im 
Vordergrund, sondern die Verbreitung der eigenen rassistischen Hetze. So wurde 
beispielsweise anlässlich der schrecklichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg schamlos und 
pauschalisiert nur gegen Männer ohne deutschen Pass gehetzt. AfD & Co präsentieren sich 
als Retter der deutschen Frau und sprechen sich an anderer Stelle gegen sexuelle Vielfalt 
und Selbstbestimmung aus. Für uns ist klar: das ist keine Alternative!

Die Stadt Freiburg und das Land nutzen sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum für die 
Verschärfung ihrer Sicherheitspartnerschaft Sicherheit und Ordnung. Konkret bedeutet das 
mehr Polizei, eine Reiterstaffel und der Kommunale Ordnungsdienst. Diese Maßnahmen haben 
die Situation im öffentlichen Raum bisher nicht verbessert und werden dies auch in Zukunft 
nicht tun. Auch sind sie keine sinnvolle Antwort auf Verbrechen gegen die sexuelle 
Selbstbestimmung im Privaten. Ein Kampf gegen sexualisierte Gewalt muss immer ein 
gesamtgesellschaftlicher sein. Alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, müssen sich 
gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt stellen und auf eine solidarische Gesellschaft 
hinarbeiten.

** Für eine feministische Perspektive **

Wir brauchen starke und breite Solidarität mit unserem Kampf - als Bündnis in Freiburg und 
in der Bewegung gegen sexualisierte Gewalt. Dabei bleiben wir feministisch wie auch 
antirassistisch, antifaschistisch und antikapitalistisch! Denn wir kämpfen für eine 
Gesellschaft, die sich an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientiert. Eine 
Gesellschaft, in der Diskriminierung keinen Platz hat - sei es aufgrund von Geschlecht, 
sexueller Orientierung, Hautfarbe oder Pass. Dafür schließen wir uns zusammen und setzen 
ein Zeichen!

** In unserer Stadt wollen wir... **

- Solidarität mit Betroffenen*, denn sie sind mit ihrer Erfahrung nicht allein!

- eine Auseinandersetzung und Thematisierung von sexualisierter Gewalt, die an den 
Ursachen, nicht den Symptomen ansetzt!

- Einen Alltag ohne sexualisierte Gewalt und ohne Rassismus

- Eine solidarische Gesellschaft, die sich an Bedürfnissen statt an Profit orientiert

- Ressourcen für Präventions- und Bildungsarbeit

- Ressourcen für Frauen*häuser und andere Einrichtungen, die Betroffene von sexualisierter 
Gewalt unterstützen

- Unterstützung und Solidarität mit der feministischen Bewegung in ihrer Vielfalt

Dafür braucht es eine radikale Veränderung im Kleinen wie im Großen. Solange werden wir 
kämpfen und keine Ruhe geben. Wir wehren uns und halten durch. Wir organisieren uns und 
halten zusammen. Denn wir sind wütend, und das nicht erst seit gestern!

Überall gegen sexualisierte Gewalt - gemeinsam für Feminismus!
-----------
[1]Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2004): Lebenssituation, 
Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland
[2]http://www.spiegel.de/panorama/justiz/freiburg-polizeipraesident-haelt-sicherheitslage-fuer-stabil-a-1236425.html

https://www.ag-freiburg.org/aufrufe/wir-sind-wuetend-und-das-nicht-erst-seit-gestern-demonstration-gegen-sexualisierte-gewalt-am-24-november


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de