(de) fda-ifa - Witten: Schwarzer Tresen: Die Zeitschrift Tsveyfl und die Anarchismen von Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr

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Mo Mai 28 09:52:40 CEST 2018


In postanarchistischen Zeiten ist es zur Mode geworden, Anarchismus in Paradoxien denken 
zu wollen und jeden objektiven Anspruch auf allgemeingültige Wahrheiten von sich zu 
weisen. Die subjektive Wahrheit einer jeden wird damit gleichzeitig verabsolutiert und 
relativiert. Aber es ist eigentlich kein neues Phänomen, welches sich durch 
diskurstheoretische Einflüsse breit machen würde. Die Geschichte des Anarchismus ist 
tatsächlich von Paradoxien geprägt (was sich aber nicht auf das Denken übertragen lässt), 
denn der Anarchismus leidet seit jeher an einer chronischen Unbestimmtheit. Es verhält 
sich daher so, dass teils populäre anarchistische Denkerinnern ihn auf eine rein 
subjektive Handlungsweise reduzieren, in der Mehrheit wird er aber zumindest als 
subjektive Haltung gefasst - nicht als System zur Analyse der Verhältnisse, was jedoch 
notwendig wäre um aus ihm tatsächlich utopische Aussichten zu schöpfen. Der 
Anarchosyndikalismus kommt durch seine starke Bezugnahme auf ökonomische, die Welt 
strukturierende Faktoren, dem noch am nächsten.

Die Zeitschrift Tsveyfl gründete sich aus einem solchen Umfeld heraus, mit dem Anspruch 
langfristig einen Begriff von Anarchismus zu entwickeln, der nicht nur selbstgemachte 
Widersprüche bekämpft, sondern dazu beiträgt die Widersprüche der herrschenden 
Verhältnisse aufzudecken.

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