(de) FAU, direkte aktion: EINEN GEWERKSCHAFTLICHEN FEMINISMUS ENTWICKELN

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Mo Mai 28 09:52:32 CEST 2018


Mitte 2017 hat sich die FAU-weite feministische Vernetzung fem*fau gebildet. Sie hat sich 
zum Ziel gesetzt, eine gewerkschaftlich-feministische Strategie für die Praxis zu 
entwickeln. ---- Allgemein Betrieb & Gesellschaft Von: Orga-Team der Feminismus AG - 23. 
Mai 2018 ---- Die unbezahlte Haus- und Sorgearbeit von Frauen, die im Durchschnitt 
schlechter bezahlte berufliche Arbeit von Frauen und Transpersonen, sowie die 
gesellschaftliche Unterdrückung allgemein sollten in jeder Gewerkschaft zu einer 
besonderen Beschäftigung mit Geschlechterverhältnissen führen. In der FAU wird an 
verschiedenen Stellen versucht, eine gewerkschaftlich-feministische Strategie zu entwickeln.
Seit 2016 besteht bei der FAU Berlin eine offene Beratungsstelle zu Sexismus am 
Arbeitsplatz. Sie bietet Unterstützung in Fällen sexueller Belästigung sowie bei sexuellen 
Übergriffen an und hat mehrere, vor allem migrantische Arbeiter*innen dahingehend 
beraten.[1]Seit 2017 gibt es in der FAU Dresden die AG Feministische Kämpfe, die u.a. die 
Frauenkampftagsdemonstration zur Frauen-JVA Chemnitz unterstützt hat und im Moment 
Bildungsangebote zum Themenkomplex "Gewerkschaft und Feminismus" erarbeitet. Zuletzt hat 
das Internationale Komitee der FAU über den feministischen Generalstreik in Spanien 
berichtet und angeregt, diesen auch in Deutschland zu etablieren.

Um diese und andere Initiativen zu bündeln, hat sich Mitte 2017 die FAU-weite 
feministische Vernetzung fem*fau[2]gebildet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen und 
LGBT innerhalb der FAU zu vernetzen und eine gewerkschaftlich-feministische Strategie für 
die Praxis zu entwickeln.

GEWERKSCHAFTLICHE SOLIDARITÄT MIT SEXARBEITER*INNEN IN SACHSEN
Wie sinnvoll die Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen für syndikalistische 
Gewerkschaften sein kann, zeigt die Arbeit der Initiative Sex Workers Solidarity Dresden, 
an der die FAU Dresden maßgeblich beteiligt ist. Diese Initiative besteht aus 
Sexarbeiter*innen und Menschen, die diese solidarisch unterstützen. Sie hat sich 
gegründet, um gegen die Einführung des sogenannten Prostituierten"schutz"gesetztes zu 
protestieren. Dieses Gesetz führt, anders als der Name vermuten lässt, zu stärkerer 
Überwachung, Diskriminierung und Illegalisierung von Sexarbeiter*innen.[3]
Im Widerstand gegen das Gesetz hat Sex Workers Solidarity einiges erreicht. Die Initiative 
hat erfolgreich in den Gesetzgebungsprozess in Sachsen eingegriffen, sodass dieses noch 
immer nicht beschlossen ist. Außerdem werden auf der facebook-Seite der Initiative 
regelmäßig Informationen über den Gesetzgebungsprozess in Sachsen und die Rechte von 
Sexarbeiter*innen veröffentlicht, um der weit verbreiteten Unsicherheit unter den 
Betroffenen etwas entgegenzusetzen. Vor allem aber geht es Sex Workers Solidarity um 
Selbstorganisation. Die Initiative soll als Plattform dienen, über die sich 
Sexarbeiter*innen in und um Dresden vernetzen und Ressourcen teilen können, um gegen das 
Gesetz und gegen miese Arbeitsbedingungen vorzugehen. Deswegen haben Chef*innen in der 
Initiative nichts zu suchen.

Die gewerkschaftliche Herangehensweise ist gerade auch in der Sexarbeitsbranche dringend 
notwendig. Die Arbeit in der Branche ist prekär, häufig gibt es wenig Wissen über die 
eigenen Rechte. Die Vereinzelung erschwert es, gute Arbeitsbedingungen einzufordern. Das 
wird durch das neue Gesetz nur noch verschärft. Außerdem gibt es in der Gesellschaft viele 
Vorurteile und Unwissen über die Arbeit von Sexarbeiter*innen. Eine gewerkschaftliche 
Organisierung führt dazu, dass Sexarbeiter*innen mit eigener Stimme sprechen können, 
während sonst meist nur über sie gesprochen wird.

Kontakt zu Sex Workers Solidarity: facebook.com/sexworkerssolidarity

Beitragsbild: "Unser Feminismus ist antirassistisch - Reclaim feminism", 
strassenstriche.net, 2016, CC BY-NC 2.0,

https://direkteaktion.org/einen-gewerkschaftlichen-feminismus-entwickeln/


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