(de) fda-ifa: Anarchismus in Dortmund Rundreise Episode 3: Kreuzviertel/Klinikviertel von agdortmund

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Mi Mai 23 06:32:20 CEST 2018


Das Kreuzviertel liegt in der Dortmunder Innenstadt und gehört zum Stadtbezirk 
Innenstadt-West. Aufgrund der zentralen Lage, vielen Einkaufsmöglichkeiten und schönen 
Wohnungen in den vielen Altbauten ist das Viertel ein sehr begehrter Wohnraum, der 
allerdings wegen der relativ hohen Mieten vor allem von Beamten, leitenden Angestellten, 
Selbstständigen und anderen eher bürgerlichen Menschen bewohnt wird. Das Milieu ist 
akademisch-studentisch geprägt, bei Wahlen werden vor allem die Grünen gewählt. Es bietet 
außerdem ein diverses Kultur- und Nachtleben, was das Kreuzviertel zu einem beliebten 
Szeneviertel macht. ---- Im Vorfeld hatten wir bewusst das Kreuzviertel für diesen Teil 
der Rundreise ausgewählt. Der Naziaufmarsch am 14.4., kurz nach unserer Veranstaltung, 
würde teilweise durch dieses Viertel gehen und daher die Gegenproteste auch vielfach dort 
stattfinden. Zudem sollte die anarchistische 1. Mai-Demo ebenfalls im Kreuzviertel 
starten. Wir hatten also gleich drei Events, für die wir in einem Zug in der Umgebung 
mobilisieren konnten. Die Mobilisierung war breiter als in Westerfilde, aber schwächer als 
in Hörde - das merkten wir dann später auch bei der Veranstaltung, welche kleiner ausfiel 
als in Hörde. Dennoch wurden erneut tausende Flyer verteilt und hunderte Plakate verklebt. 
Zum Abschluss der Mobilisierung führten wir einen unangemeldeten Infotisch vor den 
Städtischen Kliniken durch, welcher wie meistens ohne Störungen ablief. Dieser wurde zwar 
nicht so gut angenommen wie der Tisch auf dem Marktplatz im Zentrum von Hörde. Es gab aber 
durchaus einiges an positiver Rückmeldung und auch Leute, die die Veranstaltung bereits 
auf dem Schirm hatten.

Zur Veranstaltung kamen dann circa 25 Menschen, um den Vortrag zur Einführung in den 
Anarchismus zu hören. Bei unserem inhaltlichen Input gab es auf unterschiedliche Weise 
noch Luft nach oben, wir versprechen, dies bei der nächsten Etappe der Rundreise zu 
optimieren!

Nichtsdestotrotz blieben fast alle Gäste nach der Pause zur Diskussion, die sich dann auch 
recht kontrovers und anregend gestaltete. Debattiert wurde über das richtige Verhältnis 
von Utopien einer besseren Welt einerseits und der wissenschaftlichen Kritik des 
Bestehenden andererseits, über den Nutzen und Nachteil des wissenschaftlichen Denkens 
überhaupt, über die Einschätzung sogenannter "Teilbereichskämpfe" am Beispiel der 
Verteidigung Afrins und des Hambacher Forsts, sowie die Frage, ob und wie revolutionäre 
Kritiker*innen sich an diesen beteiligen sollen und dergleichen mehr. Darüber hinaus wurde 
auch erläutert, was die Anarchistische Gruppe Dortmund so treibt und über Möglichkeiten 
der Mitwirkung an unseren Projekten gesprochen.

Die Zusammensetzung des Publikums war diesmal nicht so sehr von den Besonderheiten des 
Kiezes geprägt wie in Hörde, als vielmehr von der Wahl des Veranstaltungsortes. Das 
Taranta Babu ist ein linkes Kulturzentrum und Café samt Buchladen, das seit Anfang der 
1980er Jahre besteht. Es ist gewissermaßen ein Relikt aus einer vergangenen Epoche der 
Kämpfe, wird aber auch von vielen jüngeren Leuten besucht, die an verschiedenen 
politischen und (gegen)kulturellen Initiativen beteiligt sind. So ermöglichte uns die Wahl 
des Lokals, mit einigen Leuten ins Gespräch zu kommen, die sonst eher nicht den Weg zu uns 
gefunden hätten.

Infostand vor den Städtischen Kliniken

Auch in einem großteil der Läden lagen Flyer aus

https://fda-ifa.org/anarchismus-in-dortmund-rundreise-episode-3-kreuzviertel-klinikviertel/


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