(de) berlin fau: Niemand ist vergessen! - Die FAU Berlin ruft zur Demo in Gedenken an Dieter Eich auf.

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
So Mai 20 08:54:33 CEST 2018


Veröffentlicht am 16.05.2018 - Kategorie: Allgemeines Syndikat ---- Dieter Eich wurde 
Opfer seiner rechten Mörder, weil sie sein Leben für "unwert" hielten. Er wurde Opfer 
sozialdarwinistischer Ideologie, dem Hass auf Arme und Kranke. 18 Jahre nach der Tat 
fordern wir einen würdigen Ort zum Erinnern und Trauern, der zugleich ein sichtbares 
Zeichen gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung ist. Als klassenkämpferische 
Basisgewerkschaft unterstützt die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Berlin das 
Bündnis "Niemand ist vergessen!" und ruft zur Demonstration in Berlin-Buch auf. ---- 
Aufruf zur Demonstration in Gedenken an Dieter Eich ---- Der Mord an Dieter Eich - Was ist 
passiert? ---- In der Nacht vom 23. auf den 24.05.2000 feierten vier Jungnazis eine 
Wohnungseinweihungsfeier. Bereits vor Beginn der Feierlichkeit beleidigten sie beim 
Alkoholeinkauf einen Migranten und brüllten»Sieg heil!«-Rufe aus dem Fenster der Wohnung. 
Im Laufe des Abends beschlossen sie»einen Assi zu klatschen«und verprügelten den damals 60 
jährigen Dieter Eich, der im selben Aufgang wohnte. Später gingen sie ein weiteres Mal in 
seine Wohnung und erstachen ihn, damit er sie nicht anzeigen konnte. Die Täter wurden zwar 
gefasst und bekamen Haftstrafen, aber das macht Dieter Eich nicht wieder lebendig.

»Unwertes Leben«gibt es nicht
Rechte behaupten oft von sich, für einkommensarme Deutsche einzustehen. Die Realität sieht 
anders aus: Dieter Eich musste sterben, weil er aufgrund seiner Erwerbslosigkeit und 
seiner Alkoholkrankheit nicht in das rechte Weltbild seiner Mörder passte. Dem Mord lag 
die nationalsozialistische Vorstellung von»wertem«und»unwertem«Leben zugrunde. Die 
zahlreichen Angriffe auf Wohnungslose zeigen, dass nicht nur rechte Schläger ihre Opfer 
aufgrund von Schwäche und»geringer Leistungsfähigkeit«angreifen. Die Täter unterscheiden 
sich, ihre Motive sind jedoch dieselben. Allein 2017 wurden mindestens 17 obdachlose 
Menschen umgebracht. Damit starben seit dem Mauerfall insgesamt 505 Wohnungslose durch 
gewalttätige Übergriffe. In 26 der Fälle wurden diese nachweislich durch Nazis verübt.

Niemand ist vergessen!
In Gedenken an Dieter Eich - Im Mai 2000 von Nazis in Berlin-Buch ermordet

Bündnis: Niemand ist vergessen!

Material: Plakat

Demo: Mi. 23. Mai | 17.00 Uhr | S-Bhf. Berlin-Buch
Das Erinnern erkämpfen
Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Taten mit einem Achselzucken in Vergessenheit 
geraten. Darum wollen wir auch in diesem Jahr wieder Dieter Eich mit einer Demonstration 
gedenken. Der rechte Hintergrund des Mordes darf auch weiterhin nicht geleugnet werden, so 
wie es die staatliche Einordnung der Tat 18 Jahre lang tat. Dass das kein Einzelfall ist, 
zeigt ein Blick auf den Mord an Burak Bektas in Neukölln 2012. Im Zusammenhang mit den 
NSU-Morden oder dem Fall Burak, wird deutlich wie Polizei und Behörden die Ermittlungen 
aktiv behindern. Dennoch erkämpfen Freund*innen und Angehörige der Betroffenen seit Jahren 
würdige Gedenkorte und die Aufklärung der rassistischen Taten. Auch in Buch ist es an der 
Zeit, für Dieter Eich einen würdigen Ort zum Erinnern und Trauern zu schaffen, der 
zugleich ein sichtbares Zeichen gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung ist. Kommt 
darum am 23. Mai mit uns nach Buch. Niemand ist vergessen!

Aufrufende Gruppen: Antifaschistische Initiative Eberswalde (AIE) | Antifaschistische 
Jugendorganisation Charlottenburg (AJOC) | Antifa Westberlin | Brigade Konrad Wolf (SV 
Babelsberg 03-Fanclub Bernau) | Freie Arbeiter*innen Union Berlin (FAU) | 
Günter-Schwannecke-Gedenkinitiative | North East Antifa (NEA) | Initiative»Pogrom 91«| 
Uffmucken Schöneweide | Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der 
Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Berlin

https://berlin.fau.org/news/niemand-ist-vergessen


Mehr Informationen über die Mailingliste A-infos-de