(de) FAU, Aufruf zu Protestschreiben - Solidarität mit Markus Bauer, Betriebsratsmitglied bei Hama GmbH & Co KG

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Mi Mai 9 22:04:05 CEST 2018


Unser Freund und Mitglied der Gewerkschaft FAU, Markus Bauer, verheiratet und Vater von 
drei Kindern, ist seit über 10 Jahren bei der Firma Hama GmbH & Co KG beschäftigt. ---- 
Nun versucht die Firma, ihn, nach unserer und der Auffassung der Rechtsanwälte, mit 
illegalen Mitteln, physisch wie psychisch soweit zu bringen, dass er dem über ein Jahr 
andauernden Druck nicht mehr standhält. ---- Daher würde er sich über eure Unterstützung 
sehr freuen. Ihr helft damit auch den 1.500 Kollegen/innen und den aufrichtigen 
Betriebsräten, indem ihr der Firma zeigt, dass ihr nicht mit deren illegalen Methoden 
einverstanden seid. ---- Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen, ---- Unser Freund und 
Mitglied der Gewerkschaft FAU, Markus Bauer, verheiratet und Vater von drei Kindern, ist 
seit über 10 Jahren bei der Firma Hama GmbH & Co KG beschäftigt.

Bis zur Betriebsratswahl 2018 war Herr Bauer seit 8 Jahren im 17-köpfigen Betriebsrat als 
Ersatzmitglied tätig. Nach der Betriebsratswahl 2018 hat die Liste, auf der Markus Bauer 
Listenführer war, fast 30% aller Stimmen im Betrieb erhalten.

Seit dem 28.11.2017 wirft ihm aber die Firma vor, dass er sich eine Mail illegal beschafft 
hätte und hat den Antrag auf Zustimmung zur außerordentlichen Kündigung gestellt. 
Desweiteren wurde er seit Mitte Januar 2018 freigestellt und darf die Firma nur noch zu 
Betriebsratssitzungen betreten.

Der eigentliche Hintergrund war die stattgefundene Betriebsratswahl, weil die Firma mit 
dieser "Keule" versuchte, ihn aus dem Betrieb und damit aus dem Betriebsrat zu bekommen. 
Der Grund dafür ist seine engagierte Betriebsratsarbeit, wodurch er bei der 
Geschäftsleitung als Unruheherd und Arbeitsrechtler gilt.

Herr Markus Bauer versucht bis heute sein Bestmöglichstes, auch z.T. gegen Widerstände im 
Betriebsrat, für die Kollegen/innen Verbesserungen zu erkämpfen, um sie z.B. vor 
finanziellen Einbußen zu schützen. Aber auch für die korrekte Umsetzung der Gesetze und 
Tarife, die rechtlich gesehen nicht eingehalten werden, setzt sich Hr. Bauer immer wieder 
ein, indem er die korrekte Umsetzung fordert.

Nun versucht die Firma, ihn, nach unserer und der Auffassung der Rechtsanwälte, mit 
illegalen Mitteln, physisch wie psychisch soweit zu bringen, dass er dem über ein Jahr 
andauernden Druck nicht mehr standhält. Zeitweise muss er sogar Antidepressiva einnehmen, 
um schlafen zu können.

Als weitere Maßnahme überweist die Fima ihm seit Mitte Januar, trotz eines immer noch 
bestehenden gültigen Arbeitsvertrags, kein Entgelt mehr, was zudem seine ganze Familie in 
eine ökonomische Zwangslage bringt und somit den Druck auf unseren Freund noch weiter 
massiv erhöht.

Der Betriebsrat hat sich der Zustimmung zur Kündigung verweigert und der Arbeitgeber hat 
nun, wie oben bereits erwähnt, ein Zustimmungsersetzungsverfahren eingeleitet.

Momentan bezieht er eine sogenannte Gleichwohlgewährung über die Arbeitsagentur, die dem 
ALG I entspricht, um die schlimmsten Folgen des Entgeltentzugs zu lindern.

Im Vorfeld haben sie schon erfolglos folgende Maßnahmen gegen ihn unternommen:

2017:

Januar: Versetzung bzw. Veränderung seiner Arbeitstätigkeiten

Februar: Anwendung des Direktionsrechts wegen seiner Krankheiten (60% schwerbehindert) 
ohne betriebsärztliche Gutachten (Er durfte bis Mitte Juli nur noch in die Teeküche, das 
nächsterreichbare WC und die Kantine betreten. Um zum Betriebsratsbüro zu gelangen, musste 
er über die sogenannte Freifläche laufen)

März: ärztliches Gutachten mit einer falschen Arbeitsplatzbeschreibung

Mai: Präventionsmaßnahme mit dem Inklusionsamt Augsburg (das Inklusionsamt verweigerte die 
Zustimmung zur Kündigung)

August: Aufforderung, warum er trotz Betriebsvereinbarung Minusstunden im März aufbaute 
(gezielter Versuch, ihm Arbeitszeitbetrug zu unterstellen und auch die Reaktion auf seine 
Forderung, Überstunden genau zu berechnen und zu bezahlen, zu verhindern)

Oktober: weitere Einschränkungen seines Aufgabengebietes

November: drei Abmahnungen am selben Tag, ohne dass sie, nach unserer Auffassung, 
rechtlich haltbar wären

Dezember: verschiedene Gespräche mit der Geschäftsleitung wegen der oben beschriebenen 
Mail (Inhalt der Mail ist, dass ein Betriebsratsmitglied eine Mail von Markus Bauer, die 
Hr. Bauer an den Betriebsrat sendete, illegalerweise an die Geschäftsleitung 
weiterleitete. In dieser Mail verlangte dieser Betriebsrat die Aufhebung des 
Arbeitsverhältnisses von Hr. Bauer.)

Der Datenschutz und Schutz der Arbeitnehmer/innen scheint auch hier der Firma egal gewesen 
zu sein. Auch dass dies ein weiteres illegales Vorgehen der Firma ist, ist der 
Geschäftsleitung anscheinend egal.

Januar/Februar 2018: Freistellung und Entzug der Entgeltzahlung, Antrag auf Zustimmung zur 
fristlosen Kündigung, Ablehnung des Antrages durch den Betriebsrate, Antrag beim 
Arbeitsgericht Augsburg auf Zustimmungsersetzung (Dauert immer noch an. Nächster 
öffentlicher Termin am 15.05. 2018 um 10:30 Uhr am Arbeitsgericht Donauwörth)

März 2018: Versuch, durch Zutrittsverbot Wahlwerbung zu verhindern (Es wurde dennoch für 
insgesamt zwei Stunden ein Zutrittsrecht erkämpft, das ihm erlaubte das Gelände der Firma 
zu betreten)

Das ist ein grober zeitlicher Ablauf der Schikanen gegen ihn, damit er nicht nur physisch, 
sondern auch psychisch so unter Druck gerät, dass er auch aus gesundheitlichen Gründen die 
Firma verlässt. Die gesundheitlichen Folgen sind mittlerweile bemerkbar. 
Abfindungsangebote hat er bis jetzt abgelehnt.

Daher würde er sich über eure Unterstützung sehr freuen. Ihr helft damit auch den 1.500 
Kollegen/innen und den aufrichtigen Betriebsräten, indem ihr der Firma zeigt, dass ihr 
nicht mit deren illegalen Methoden einverstanden seid.

Diese erste Aktion endet am 15.05.2018, da ja dann eventuell der Arbeitgeber, auch durch 
euren Druck, den Lohn überwiesen und das Zutrittsverbot gegen Hr. Markus Bauer aufgehoben hat.

Markus Bauer hat mit dieser Mailaktion selbst nichts zu tun. Er wurde aber darüber informiert.

Bitte korrigiert die im Anhang beigefügte Mail so, dass es für euch passt und sendet den 
korrigierten Anhang dann an folgende Adresse:

Postanschrift:
Hama GmbH & Co KG
Dresdner Str. 9
z.H. Hr. ChristophThomas
86653 Monheim
Deutschland

E-Mail: info.de at hama.com

Bitte helft uns und werdet aktiv. Leitet die Mail auch an Freunde und Bekannte weiter und 
erhöht so den Druck auf HAMA.
Solidarität ist unsere stärkste Waffe.
Mit solidarischen Grüßen

Vorlage für eine Protestmail

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Betreff: Sofortige Entgeltnachzahlung an Hr. Bauer, bitte Weiterleiten an Hr. Christoph Thomas
Sehr geehrte Firma HAMA,
Wir/ich (falsches bitte löschen) protestiere/n (falsches bitte löschen) hiermit dagegen, 
dass Ihr Unternehmen, das sich selbst als ein soziales Familienunternehmen bezeichnet, 
durch Annahmeverzug und der Entziehung seines vertraglich vereinbarten Entgelts nicht nur 
die finanzielle Existenz des Betriebsratsmitglied Herrn Markus Bauer, sondern hiermit auch 
die seiner 4-köpfigen Familie absichtlich gefährdet. Den Grund für Ihr gesetzwidriges 
Verhalten sehe/n ich/wir (falsches bitte löschen) darin, dass sich Herr Bauer für die 
Umsetzung der gesetzlich festgeschriebenen Gesetze und dadurch auch für die Interesse von 
Ihren Arbeitnehmern/innen einsetzt. Dass die Einhaltung von Gesetzen auch im Interesse 
Ihrer Firma liegen sollte, ist für mich/uns (falsches bitte löschen) selbstverständlich. 
Ihre absolute Unverhältnismäßigkeit, ihn kalt aus ihrem Unternehmen auszusperren, können 
wir/ich (falsches bitte löschen) nicht nachvollziehen, und ist für mich/uns (falsches 
bitte löschen) nicht hinnehmbar. Daher fordere/n ich/wir (falsches bitte löschen) Sie auf, 
Herrn Bauer sofort wieder sein vertraglich festgelegtes Lohnentgelt zu entrichten und ihn 
uneingeschränkt seiner Betriebsratstätigkeit nachkommen zu lassen. Wenn sie dennoch der 
Meinung sind, dass für ihr Unternehmen die rechtlichen Bestimmungen sowie die korrekten 
Umgangsformen nicht gelten, sehe ich/wir (falsches bitte löschen) mich/uns (falsches bitte 
löschen) gezwungen, ihr Verhalten in meinem/unserem (falsches Bitte löschen) 
Bekanntenkreis publik zu machen.
Mit freundlichen Grüßen XXX

http://www.fau.org/artikel/art_180503-135505


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