(de) fda-ifa: Antifaprotest am 24.03.2018 in Kandel - Zuganreise aus Karlsruhe von libertäre gruppe karlsruhe

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So Mär 25 07:46:59 CEST 2018


Aufruf ---- Bereits drei Mal seit Jahresbeginn marschierten bis zu 3000 Rechte und Nazis 
durch die Kleinstadt Kandel in der Südpfalz. Kandel, das nur ca. 20 Minuten von Karlsruhe 
entfernt liegt, wurde von Nazis und RassistInnen ausgewählt, weil dort Ende des 
vergangenen Jahres eine 15-jährige, junge Frau von ihrem Ex-Freund brutal erstochen wurde. 
Wie man sich denken kann, geht es den meist männlichen Demonstranten nicht um Gewalt an 
Frauen oder einer prinzipiellen Gegnerschaft zur Unterdrückung der Frau: Wäre der Täter 
nicht als Geflüchteter nach Deutschland gekommen, wäre der tragische Tod der jungen Frau - 
wie so häufig bei Fällen patriarchaler Gewalt - als Randnotiz in den Zeitungen verhallt. 
---- Die Märsche der Nazis und RassistInnen in Kandel zeigen für Süddeutschland eine neue 
Qualität rechter Aktivitäten. Offiziell angeführt von der AfD marschieren hier monatlich 
bis zu 3000 Personen, die das gesamte Spektrum rechts der CDU abdecken - mit offener 
Beteiligung faschistischer Kräfte wie etwa Nazihools, JN und "Identitärer Bewegung". Hier 
wird das gesamte rechte Wutbürger-Potenzial, das mit der AfD sympathisiert, sich aber 
außerhalb der Facebook-Kommentarspalten im Süden nur sehr ungern in der Öffentlichkeit 
zeigt, mobilisiert. Anders als beispielsweise bei den Anfängen von Pegida in Dresden, ist 
die AfD nicht mehr politisch dazu gezwungen sich formal von den glatzköpfigen 
Schlägerhorden zu distanzieren. Diese Entwicklung einer immer niedrigeren Hemmschwelle, 
Seite an Seite mit bekennenden, klar und deutlich zu erkennenden Faschisten zu 
demonstrieren, ist ein neuer, ganz praktischer Ausdruck des politischen Rechtsrucks.

Es mag befremdlich klingen, hat man doch noch nie in seinem Leben von dem kleinen, 
idyllischen Ort gehört; doch die Demos in Kandel sind nach eigenen Aussagen rechter 
Vordenker, ein zentrales, strategisches Projekt neben den Märschen in Berlin und Hamburg. 
Hier soll das Zusammenwirken parlamentarischer Rechter und "der Bewegung auf der Straße" 
unter der Führung der AfD geprobt und sich - wenn auch nur temporär - eine Stadt genommen 
werden. Was diese "temporären NS-Areas" für MigrantInnen, Linke oder Andere bedeutet, ist 
unschwer vorzustellen.

Es liegt an uns AntifaschistInnen, diese Entwicklung ernst zu nehmen und dementsprechend 
zu reagieren. Es geht in Kandel nicht nur darum einen weitere, vielleicht etwas größeren 
rechten Marsch bestenfalls zu verhindern. Es geht um mehr: Die Rechten machen uns ganz 
direkt den öffentlichen Raum streitig. Wenn falsche Mehrheiten entstehen und der rechte 
Mob unbehelligt durch die Straßen zieht und NazigegnerInnen angreift, dann ist das ein 
Problem. Und zwar ein großes.

Es liegt an uns sich diesen Zuständen anzunehmen. Wir müssen alles daran setzen, den Nazis 
und RassistInnen ihre Gewissheit zu nehmen, dass eine Stadt für einen Tag ihnen gehört. 
Die Mittel einer solchen Verteidigung des öffentlichen Raums sind vielfältig und nach 
Notwendigkeit zu wählen; nur so schaffen wir es der Normalisierung rechter Gewalt nicht 
tatenlos gegenüber zu stehen und mit anzuschauen, wie der Gegner immer stärker wird.

Daher: Antifas aus dem Südwesten - alle nach Kandel! Bereitet euch vor - den Nazis keinen 
Fußbreit!

Anreise

Aus mehreren Städten Baden-Württembergs, der Pfalz und Hessen wird es koordinierte, 
antifaschistsiche Anreisen geben. Einige dieser Anreisen sind bereits öffentlich; der Rest 
wird sich im Laufe der Woche konkretisieren und auf der Seite Anreise veröffentlicht.

Fest stehen schon folgende Anreisemöglichkeiten:

Heidelberg - Busanreise - Tickets unter: info.aihd[at]inventati.org
Den PGP-Key findet ihr hier.

Karlsruhe - Zugtreffpunkt - 12:40 Uhr am Südausgang des HBF

Stuttgart - Zugtreffpunkt - 11:00 Uhr am Burger King am HBF

Alle weiteren Infos unter: http://eingreifen.blogsport.eu/

https://fda-ifa.org/antifaprotest-am-24-03-2018-in-kandel-zuganreise-aus-karlsruhe/


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