(de) fau Solidarität mit Afrin! Demo in Frankfurt/Main Samstag 24.3.18 14:00 Hauptwache von fauffm18

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Do Mär 22 08:28:14 CET 2018


Wir, ein Bündnis aus linken Gruppen, Vereinen und Gewerkschaften im Großraum Frankfurt, 
wollen dem Massaker an KurdInnen nicht länger tatenlos zusehen, sondern mit einer 
überregionalen Demonstration am 24. März 2018 in Frankfurt am Main für Druck auf die 
deutsche, die türkische und weitere Regierungen sorgen und uns zudem mit den KurdInnen 
solidarisch zeigen. ---- Wir als FAU Frankfurt rufen auch zu der Demo auf. ---- Kommt am 
Samstag 24.3.2018 um 14:00 zur Hauptwache. ---- Wir benötigen auch Eure Unterstützung! 
---- Die Stadt Afrin mit ihren umliegenden Dörfern im Nordwesten Syriens konnte bislang 
trotz wiederholter Angriffe durch die Nusra-Front, den Islamischen Staat (IS) und anderen 
islamistischen Gruppen sowie zudem des türkischen Militärs relative Stabilität und Frieden 
bewahren. In demokratischer Selbstverwaltung war sie trotz Embargo und Isolation ein 
sicherer Ort sowohl für KurdInnen muslimischen, alevitischen und ezidischen Glaubens, wie 
auch seit 2015 für hunderttausende Binnenflüchtlinge aus Aleppo und den umliegenden 
Gebieten. Darüber hinaus ist sie Heimat christlicher AssyrerInnen und syrischer 
AraberInnen sowie einigen ArmenierInnen.

Seit dem 20. Januar 2018 führt die türkische Armee im Bündnis mit den Salafisten bzw. 
Dschihadisten der sogenannten "Freien Syrischen Armee" (FSA) und unter Einsatz von Waffen 
aus deutscher Produktion einen ebenso brutalen wie völkerrechtswidrigen Angriffskrieg 
gegen dieses Gebiet. Neue Fluchtbewegungen werden so geschaffen von genau dem NATO-Land, 
mit dem die deutsche Bundesregierung einen dreckigen Deal zur Abwehr von Flüchtlingen 
geschlossen hat.

Während die deutsche Bundesregierung den Angriff des Assad-Regimes in Ost-Ghouta auf die 
dortigen salafistischen bzw. dschihadistischen "Jaysh al-Islam"-Rebellen (Brigade des 
Islam) sofort scharf verurteilt hat, zeigt sie nach wie vor Verständnis für die gezielten 
Bombardierungen des Diktators Erdogan von zivilen Wohngebieten, Infrastruktur wie 
Wasseraufbereitungsanlagen sowie kurdischen Kulturgütern, und kriminalisiert außerdem noch 
die hiesigen Proteste dagegen. Eine Empörung gegen den Völkerrechtsbruch der 
systematischen Zerstörung ganzer Dörfer, gegen barbarische Kriegsverbrechen wie der 
Leichenschändung der YPJ-Kämpferin Barin Kobane, sowie gegen Folter und Misshandlung von 
gefangenen KämpferInnen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten und verschleppten 
ZivilistInnen bleibt vollständig aus. Der Despot Erdogan, der erbittert gegen alle 
Verurteilungen des türkischen Völkermords an den ArmenierInnen von 1915/16 kämpft, hat 
neue ethnische Säuberungen von Afrin bis zur irakischen Grenze angekündigt, und die 
deutsche Bundesregierung unterstützt das aktiv mit Geld, mit Waffenlieferungen sowie mit 
systematischen Verboten kurdischer Symbole und Vereine sowie Inhaftierung kurdischer 
AktivistInnen. Das alles steht in krassem Widerspruch zu den regelmäßig losgetretenen 
Debatten über angeblich1 islamistisch motiviertem Terror hier bei uns.

Die türkische Invasion mit deutscher Unterstützung ist ein direkter Angriff auf die in den 
kurdischen Gebieten gelebte Befreiung von den Zwängen des Kapitalismus und des 
Imperialismus. Das dortige Modell des demokratischen Konförderalismus mit seinen auf 
Geschlechtergleichberechtigung basierenden Selbstverwaltungsräten steht konzeptionell in 
der Tradition der Pariser Kommune und verdient unsere Unterstützung. In der Türkei selbst 
werden alle Menschen, die sich gegen diesen Krieg und für Frieden aussprechen, als 
TerroristInnen und VaterlandsverräterInnen gebrandmarkt und verhaftet. Nicht zuletzt 
deshalb ist es von großer Bedeutung, dass wir hier unsere Stimme gegen diesen Krieg erheben.

Wir fordern:

Sofortige scharfe Verurteilung der Aggressionen des Terroristen Edogan!
Sofortiges Ende deutscher Rüstungsexporte an die Türkei und an sonstige autokratische Regime!
Sofortige Maßnahmen zur Beendigung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen Afrin 
auf Ebene von UN, EU und NATO! Also konkret:
Sofortiges Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit und Streichung der damit verbundenen 
Finanzzahlungen an die Türkei!
Rauswurf der Türkei aus der NATO als ersten Schritt hin zur gänzlichen Auflösung der NATO!
Humanitäre Hilfe für den Kanton Afrin, insbesondere für Verwundete und Flüchtlinge!
Politischer und diplomatischer Einsatz für die Wiederaufnahme der 2015 abgebrochenen 
kurdisch-türkischen Friedensgespräche!
Die diplomatische Anerkennung der Demokratischen Föderation Nordsyrien und Unterstützung 
ihrer demokratischen Selbstverwaltungen!

Um unseren Forderungen Nachdruck zur verleihen rufen wir dazu auf, gemeinsam für 
Demokratie und Frieden in Afrin auf die Straße zu gehen und gegen die türkische Aggression 
und deren deutsche Unterstützung zu protestieren. Alle demokratischen Institutionen und 
Verbände, Antik-Kriegs-, Ökologie- und Frauenbewegungen, Gewerkschaften sowie 
Einzelpersonen sind eingeladen, unseren Aufruf zu unterstützen und zu verbreiten.

Der Kampf in Rojava ist der revolutionäre Kampf um Selbstbestimmung, der Kampf um 
Frauenbefreiung und der Kampf um eine befreite Gesellschaft insgesamt. Die progressiv- 
emanzipatorischen Kräfte in der Region brauchen unsere Unterstützung. Die Organisation der 
Menschen in Räten über ethnische und religiöse Grenzen hinweg, die Förderung von an den 
Bedürfnissen der Menschen orientierter kooperativer Wirtschaftsformen sowie die zentrale 
Rolle der Frauenemanzipation machen die Revolution in Rojava zu einer Hoffnung weit über 
Region hinaus. Die demokratische Selbstverwaltung in den drei Kantonen Cizre, Kobane und 
Afrin ist ein Vorbild für den Erfolg und die Möglichkeit tiefgreifender gesellschaftlicher 
Veränderung weltweit.
All das steht in massivem Widerspruch zu den Interessen der imperialistischen Mächte wie 
denen der BRD. Unser Engagement ist nötig, damit Rojava nicht ebenso von sich zeitweise 
verbündenen und ansonsten verfeindeten Imperialmächten zerstört wird, wie 1871 die Pariser 
Kommune! Eine andere Gesellschaft ist möglich! Rojava ist der Beweis!

http://www.fau.org/artikel/art_180320-222727


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