(de) anarcho syndikalismus: Internationale Nachrichten - Febr.-März 2018 -- IAA und soziale Kämpfe

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Sa Mär 17 08:31:35 CET 2018


WELTWEIT -- Frauen*kampftag 8.März ---- In zahlreichen Ländern haben sich auch 
Anarchosyndikalist*innen an den Aktion zum Internationalen Frauen*-Tag beteiligt. Zum 
Beispiel erinnerte die Workers Solidarity Alliance (WSA) aus New York an die Ursprünge des 
Kampftages im Jahr 1908, als tausende Textil-Arbeiterinnen* aus Sweatshops in Streik 
traten. Auf einer Demonstration durch die Lower East Side forderten sie gleiche Rechte, 
sowohl als Frauen*, wie auch als Arbeiterinnen*. (http://ideasandaction.info) Diese 
rebellische Tradition gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung wurde später von unzähligen 
Revolutionärinnen* zum Beispiel in Russland (1917-‘21) und Spanien (1936-‘39) fortgesetzt. 
---- Nicht zu vergessen die Proteste von "weiblichen" Personen für bürgerliche Rechte, 
sowie gegen Krieg und Militarismus. Auch die Anerkennung von häuslicher 
Reproduktionsarbeit, sexueller Unabhängigkeit und geschlechtlicher Vielfalt bleibt 
umkämpft. Seit vielen Jahrzehnten kämpfen Frauen* auf allen Kontinenten gegen den globalen 
Raubbau-Kapitalismus und die patriarchale Herrschaft von Religion und Staat. Nicht nur in 
der Textil- und Nahrungsmittelindustrie, sondern auch beim Widerstand gegen die Zerstörung 
kleinbäuerlichen Subsistenz-Anbaus durch Monopole und Landraub sind Frauen* prägend aktiv.

Daher haben sich auch dieses Jahr zahlreiche freiheitliche Basisgewerkschaf­ten an den 
Aufrufen zum Internationalen Frauen*kampftag beteiligt. Gegen die gesellschaftliche und 
wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen, Lesben, Trans- und Interpersonen (FLTI) wurde 
teilweise sogar zu einem Streiktag aufgerufen.

Beispielweise fordert die CNT-IAA im spanischen Chiclana einen ganztägigen, 
sozialrevolutionären Generalstreik für ein Ende von Bevormundung und Zwang gegenüber 
Frauen*. Die CNT-IAA Granada kritisiert die meist nur für ein paar Stunden geplante 
Arbeitsniederlegung der stellvertreterischen Zentralgewerkschaften als "Performance", die 
im Gegensatz zu langanhaltenden, direkten Aktionen keinen wirtschaftlichen Druck aufbauen 
könnten, sondern reine Symbolpolitik seien.

Das Autonome Arbeiter*innen-Syndikat (ARS) aus Bulgarien erinnerte daran, dass die 
Frauen*kämpfe um den 8-Stunden-Arbeitstag, gegen Niedriglöhne und Kinderarbeit, nicht nur 
im frühen 20. Jahrhundert von Polizei und privaten Schlägertruppen brutal bekämpft wurden, 
sondern daß diese sozialen Auseinanderset­zungen in vielen Ländern heute immernoch geführt 
werden müssen. So wird z.B. aktuell in der Türkei die Frauen*bewegung massiv mit 
staatlicher Gewalt bedroht und verfolgt.

Auch in Polen, Serbien, Brasilien, Russland und anderswo haben nun 
Anarchosyndika­list*innen unabhängig von den bürgerlichen Feministinnen zum Frauen*tag 
aufgerufen und auch eigene Aktionen durchgeführt. In Bonn beteiligten sich libertäre 
Aktivist*innen an der Besetzung der ehemaligen Botschaft der Islamischen Republik Iran, um 
auf den Kampf gegen die Mullah-Diktatur aufmerksam zu machen.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag)
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WELTWEIT

Solidarität mit polnischen Postler*innen
Die Basisgewerkschaft ZSP-IAA hatte zu einer Aktionswoche vom 26.02.-04.03. und zu 
finanzieller Unterstützung der Rechtshilfekosten im Arbeitskampf der polnischen 
Postler*innen aufgerufen. Zur Unterstützung des seit zwei Jahren andauernden 
Arbeitskampfes der Arbeiter*innen bei der staatlichen Behörde Poczta Polska hat daher am 
27.02. in Köln eine kleine Solidaritätsaktion vor und im Polnischen Konsulat 
stattgefunden. Mit Flugblättern und Plakaten des Anarcho­syndikalistischen Netzwerks Köln 
wurde über die Kündigungen und andere Repres­sionen gegen die selbstorganisierten 
Arbeitskämpfe informiert.

Die ZSP hat diese Basisbewegung von Anfang an aktiv unterstützt und versucht ein 
landesweites Netzwerk zu koordinieren. Gemeinsam mit hunderten anderen Arbeiter*innen 
haben sie gemeinsam Aktionen durchgeführt und Arbeiter*innen in die Gewerkschaft 
aufgenommen. Sie haben die Schnauze voll von den miserabelen Arbeitsbedingungen und sind 
unzufrieden mit der Rolle der stellvertretenden Gewerk­schaften, welche die entsprechenden 
Abkommen mit ihren Arbeitgeber*innen abgeschlossen haben.

Als sich die Arbeiter*innen zu organisieren begannen und zu landesweiten Protesten für 
eine bedeutende Lohnerhöhung und andere Forderungen aufgerufen hatten, startete das 
Post-Management gemeinsam mit ihren gewerkschaftlichen Handlanger*­innen eine Kampagne zur 
Verfolgung und Bedrohung von Arbeiter*innen. In ganz Polen wurden Kolleg*innen aufgesucht, 
um ihnen zu sagen, dass die Proteste illegal seien und sie daher u.a. mit Strafmaß­nahmen 
verfolgt würden. Letztlich wurden im Anschluss an die großen Proteste im letzten Jahr dann 
die Kollegen Klaudiusz und Rafal gefeuert - und nun Zbyszek.

Die Post-Gewerkschaft von "Solidarnosc" begann eine widerliche Lügenkampagne, indem sie 
behautete, die ZSP sei eine sowjetische paramilitärische Organisation. Dabei handelt es 
sich jedoch um eine groteskte Falschinformation, die eigentlich lächerlich wäre, wenn sie 
sich nicht in die aktuelle rechtsradikale Politik-Hysterie einfügen würde. Außer diesen 
Vergeltungs­maßnahmen gegen die Postler*innen gab es auch mehrere Versuche, mit 
Strafpro­zessen gegen ein weiteres ZSP-Mitglied (Jakub aus Warschau) vorzugehen. Die Post 
versuchte ihn (vergeblich) wegen des unglaublichen Vorwurfs der "Vorbereitung einer 
gewaltsamen Revolution" anklagen zu lassen.

Daher fanden im Rahmen der internatio­nalen Woche der Solidarität und des Pro­tests einige 
Kundgebungen bei verschie­denen Niederlassungen des Polnischen Staates statt. Es wurde 
über Aktionen in Belgrad, Bratislawa, Canberra, Edinburgh, Jakarta, Köln, London, Madrid, 
Manchester und Oslo berichtet. Auch in Spanien gab es Proteste und aus vier Städten der 
USA wurden Solidaritätsbriefe geschickt.
(http://zsp.net.pl/kampanie/poczta-polska)
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BRITANNIEN

Arbeitskampf an Universitäten

Akademische Arbeiter*innen an britischen Hochschulen sehen sich derzeit landes­weit 
starken Angriffen der staatlichen Arbeitgeber*innen ausgesetzt. Darauf haben sie mit 
Streiks und Kundgebungen geantwortet. Wie die Solidarity Federation (SF-IAA) berichtet, 
haben sich auch Studierende an den Protesten beteiligt und Institute besetzt. Mit einer 
überregionalen Demonstration auf dem Campus der Universität Sussex in Brighton soll Mitte 
März der Druck auf die Verhandlungen verstärkt werden.
(http://www.solfed.org.uk)
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SPANIEN

Diskriminierung im Altenheim
Ein Gewerkschaftsmitglied der CNT-IAA Tarragona wird von den Vorgesetzten in der 
Seniorenresidenz "Mirador de Bara" diskriminiert und verfolgt, seit er seine 
Wiedereinstellung erkämpfen konnte. Seit 2014 hat das Unternehmen zwei 
Gewerkschafter*innen gefeuert, teilweise unter falschen Anschuldigungen. Anlass für diese 
Strafmaßnahme war deren Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen, sowie nach 
Gesundheitsschutz und Hygienemaß­nahmen. Nach einer Reihe von Protest­kundgebungen der 
CNT-IAA wurde diese Kündigung zurückgenommen. In dem anderen Fall hat ein Gericht die 
Entlassung als unrechtmäßig erklärt und aufgehoben.

Danach wurde der Delegierte der Basisge­werkschaft am Arbeitsplatz regelrecht belästigt 
und zur Kündigung gedrängt. Mit Beleidigungen, Lohnkürzungen und will­kürlichen 
Arbeitsplänen haben die Vorge­setzten seitdem gegen mehrere Arbeits­rechte verstoßen, um 
den unliebsamen Kollegen wieder loszuwerden. Mehrere Sektionen der Internationalen 
Arbeiter*­innen-Assoziation (IAA) haben sich solida­risch erklärt und dagegen protestiert.
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POLEN

Supermarkt kündigt und verklagt Gewerkschafter*
Am 08. März begann in Wroclaw der zweite Strafprozess gegen die "POLO 8", in dem Versuch 
die Gewerkschaftskkämpfe der ZSP-IAA für bessere Arbeitsbedingungen zu beenden. Anstatt 
die unbezahlten Über­stunden auszugleichen oder die Gesund­heitsrisiken in der 
Supermarktkette zu beenden, versucht die Geschäftsführung von POLOmarket die 
Teilnehmer*innen einer legalen Protestkundgebung als kriminell darzustellen.

Den Vorwurf, diese hätten den Verkehr auf dem Parkplatz durch Blockaden gestört, konnte 
durch eigene Videoaufnahmen widerlegt werden. Im Anschluss an die Gerichtsverhandlung 
wurde am Firmensitz und bei mehreren Niederlassungen weiter protestiert, obwohl das 
Unternehmen die Gewerkschafter*innen von Privatdetektiv*­innen verfolgen und überwachen ließ.
(http://zsp.net.pl)
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INDIEN

Vortragsreihe "Was ist Anarchosyndikalismus?"
Auf seiner Rundreise durch Indien hat ein Mitglied der australischen ASF-IAA aus Melbourne 
Anfang März in Bhopal und Delhi eine Einführung über den libertären Syndikalismus gehalten 
und mit Interessier­ten diskutiert. Die Veranstaltungen fanden statt in Zusammenarbeit mit 
der Indischen Anarchistischen Föderation. (https://thecominganarchy.wordpress.com/)
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NACHRUF

Ursula K. LeGuin (1929-2018)
Die international bekannte Autorin Ursula Kroeber LeGuin (*1929) ist am 22.1.2018 
Portland/Oregon (USA) gestorben. Bekannt wurde die 1929 in Kalifornien geborene 
Schriftstellerin auch durch die Fantasy-Reihe "Erdsee". Vor allem die mehrdeutige Utopie 
"The Dispossessed" von 1974 machte sie weltberühmt. Dieser anarchisti­sche 
Social-Fiction-Roman erschien auf Deutsch auch als "Planet der Habenichtse" (1976), "Die 
Enteigneten" (2006) und "Freie Geister" (2017). Dort beschreibt LeGuin im Sinne von 
Kropotkin, Bookchin und Lao-Tse, wie nach einer unvollendeten Revolution auf Urras, 
schließlich auf dem kargen Nachbarplaneten Anarres eine freiheitliche Gesellschaft nach 
anarchosyndikalistischen Prinzipien verwirklicht wurde:

"Ihr könnt die Revolution nicht kaufen.
Ihr könnt die Revolution nicht machen.
Ihr könnt nur die Revolution sein.
Sie ist in euch, oder sie ist nirgends."


(https://de.wikipedia.org/wiki/Le_Guin)
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Siehe auch:
http://asn.blogsport.de/2018/03/10/anarchosyndikalismus-international-nr-3-febr-maerz-2018/

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2018/03/10/internationale-nachrichten-febr-maerz-2018/#more-278


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