(de) FAU - 8. März 2018 Frauen*kampftag: Nichts Über Uns Ohne Uns!

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Sa Mär 10 07:52:03 CET 2018


Egal ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum Frauen* stoßen immer 
wieder auf Diskriminierung, strukturelle Benachteiligung oder sexuelle Gewalt. 
Gleichstellungspolitik verfolgt mehr und mehr das Ziel, Frauen zu verwertbaren 
Arbeitnehmerinnen zu machen. Allen Lohnabhängigen begegnen in der Arbeitswelt 
ausbeuterische Bedingungen. Jedoch führen patriarchale Strukturen gemeinsam mit den 
kapitalistischen Verhältnissen dazu, dass Frauen und ihren Tätigkeiten weniger Wert 
beigemessen wird. ---- Die vorherrschende geschlechtsspezifische Bildung und Erziehung 
verstärken das Bild von Frauen beispielsweise als emotionale Care-Arbeiterinnen und zwar 
nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei Frauen selbst. Das Resultat ist, dass sie 
auf dem Arbeitsmarkt für ihre Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer, sowohl für die 
gleiche Arbeit als auch für Arbeiten, die als "Frauentätigkeiten" wahrgenommen und 
bewertet werden. In der Folge sind sie häufiger prekären Arbeitsbedingungen ausgesetzt und 
öfter von Arbeitslosigkeit und (Alters-)Armut bedroht, es findet also eine "Feminisierung 
der Armut" statt.

Niedrigere Löhne, Schikanen oder sexuelle Belästigung sind Teil der ausbeuterischen 
Arbeitsbedingungen und Formen der Diskriminierung von Frauen*, die sie nicht nur am 
Arbeitsplatz erfahren. So übernehmen Frauen im Privaten die tradierte, ihrem Geschlecht 
zugeschriebene Rolle, was für sie unbezahlte Fürsorge-, Haushalts- und Erziehungsarbeit 
bedeutet. Gleichzeitig wurden solche Aufgaben, wie Pflegearbeit, Haushaltshilfe, 
Kinderbetreuung sowie auch Sexarbeit entlang den Geschlechterlinien auf dem 
kapitalistischen Markt käuflich zugänglich gemacht. Diese Arbeiten sind jedoch 
unterbezahlt, befristet, illegalisiert, stigmatisiert und bleiben mehrheitlich ohne 
soziale Absicherung. Obwohl die prekarisierten Frauen* meistens lebenswichtige Arbeiten in 
der Gesellschaft übernehmen, haben sie selbst einen geringeren Spielraum, um ihr eigenes 
Leben zu gestalten.

Als Selbstorganisation von Lohnabhängigen, also Arbeiter*innen, Angestellten, 
Arbeitslosen, Schüler*innen und Student*innen, streben wir danach, unsere Arbeits- und 
Lebensbedingungen zu verbessern. Dies geschieht insbesondere durch gewerkschaftliche 
Kämpfe, aber auch durch anarchosyndikalistische Kultur- und Bildungsarbeit, Solidarität 
und gegenseitige Hilfe im Alltag. Wir sind nicht an das Interesse einer Nation oder eines 
Staates gebunden, sondern an das gemeinsame Interesse aller Lohnabhängigen weltweit, sich 
von wirtschaftlicher Ausbeutung und sozialer Unterdrückung zu befreien. Wir streben 
danach, den Kapitalismus und das Patriarchat zu überwinden, die als 
Herrschaftsverhältnisse ein zentrales Hindernis für soziale Emanzipation und individuelle 
Selbstbestimmung darstellt. Nur durch kollektives Handeln können wir der dieser Ausbeutung 
etwas entgegensetzen.

Deshalb rufen wir in der Tradition des 8. März zur Solidarität mit allen Frauen* weltweit 
auf, um ihre alltäglichen Kämpfe, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am 
Arbeitsplatz, zu unterstützen. Organisieren wir uns gemeinsam im Kampf für bessere Lebens- 
und Arbeitsbedingungen für alle! Solidarität ist unsere Waffe!

fem*fau-Initiative
femfau-kontakt at fau.org
(Mit dem * sind alle Menschen mit nicht binären Geschlechtsidentitäten gemeint.)

Das Kalendarium: Rund um Frauen*kampftag
	
FAU Dresden / Jena / Chemnitz / Leipzig / Halle 11. März 2018: Demo "Solidarität mit den 
Gefangenen-Gewerkschafterinnen der JVA Chemnitz!" Beginn: 13 Uhr, auf dem Campus der TU 
Chemnitz, Reichenhainer Straße 70, 09126 Chemnitz Ähnlich wie letztes Jahr beteiligen sich 
die Mitglieder der FAU-Syndikate aus Dresden, Halle, Jena, Leipzig und Chemnitz an der 
Demo zur Frauen-JVA in Chemnitz. Sie unterstützen dadurch die Selbstorganisation der 
Gefangenen durch die Gefangenen Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO-Soli). Die 
Aufrufe zur Demo von GG/BO: https://ggbo.de/frauenkampftag-2018-chemnitz-jva/

FAU Freiburg 8. März: Demo "Auf die Straße zum 8. März!" Beginn: 18 Uhr, Platz der Alten 
Synagoge, Freiburg Unterstützung und Beteiligung der Genoss*innen der FAU-Freiburg an der 
Demo zum 8. März. Auch dieses Jahr kämpfen wir gemeinsam mit Frauen* weltweit für die 
Verbreitung feministischer Inhalte und ein besseres Leben. Wir können die aktuellen 
Verhältnisse nach wie vor nicht hinnehmen. Der Aufruf zur Demo: 
https://freiburg.fau.org/events/auf-die-strasse-zum-8-maerz/

FAU Hannover 8. März: Demo "Reclaim Feminism - Auf zum Frauen*kampftag 2018!" Beginn: 
17:00 Uhr, Ernst-August-Platz, 30159 Hannover Unterstützung und Beteiligung der Mitglieder 
der FAU Hannover an der Demo "Reclaim Feminism - Auf zum Frauen*kampftag 2018!" Mehr 
Infos: https://www.facebook.com/events/1417908384986177/

FAU Münsterland 7. März 2018: Vortrag und Fotoausstellung "Die-24-Stunden-Polin. Die 
migrantischen Care-Arbeiter*innen in Deutschland" Beginn: 19 Uhr in der Baracke, 
Scharnhorsterstr. 100, Münster Der Vortrag über die Lebens- und Arbeitssituation die 
Care-Arbeiter*innen wird mithilfe von Fotos illustriert, die polnische Pflegekräfte selbst 
im Alltag gemacht haben. Mehr Infos: 
https://muenster.fau.org/2018/02/21/7-maerz-die-24-stunden-polin-migrantische-carearbeiterinnen-in-deutschland/ 


FAU Nürnberg 8. März: Straßenaktion "Du bist mehr als ein Rollenbild!" Es wird versucht 
mit Menschen ins Gespräch über selbstverständlich wirkende und allzu oft nicht 
hinterfragte Rollenbilder, (Körper-)Ideale usw. zu kommen. Genauere Infos wie genaue 
Uhrzeit und Ort folgen in Kürze noch auf der Facebook-Seite 
https://m.facebook.com/faunuernberg

FAU Stuttgart 8. März: Demo "8. März Frauenkampftag: Kämpferisch-International- 
Solidarisch" Beginn: 18 Uhr, Schlossplatz, Stuttgart Die Mitglieder der FAU Stuttgart 
nehmen an der von "Frauenbündnis Stuttgart" organisierten Demo teil. Mehr Infos: 
http://zkstgt.blogsport.eu/8-maerz-frauenkampfdemo/

http://www.fau.org/artikel/art_180306-110319


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